NSU Typ 110

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NSU Typ 110 / 1200
Produktionszeitraum: 1965–1973
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Limousine
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der NSU Typ 110 und der NSU 1200 waren PKW-Modelle der NSU Motorenwerke AG und wurden 1965 bis 1973 in verschiedenen Varianten gebaut. Basierend auf dem NSU Prinz 1000 war der 4 m lange Typ 110 eine Klasse größer als dieser. Von Anfang an ließ NSU daher bei diesem Modell den Namen „Prinz“ weg.

Typ 110 / Typ 110 S / Typ 110 SC[Bearbeiten]

Typ 110 / Typ 110 S / Typ 110 SC
NSU Typ 110

NSU Typ 110

Produktionszeitraum: 1965–1967
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,1–1,2 Liter
(39–44 kW)[1]
Länge: 4000[1] mm
Breite: 1500[1] mm
Höhe: 1390[1] mm
Radstand: 2440[1] mm
Leergewicht: 720[1] kg

Der Typ 110 wurde anlässlich der Internationalen Automobil-Ausstellung des Jahres 1965 vorgestellt und rundete das damalige NSU-Programm nach oben ab. Der Typ 110 basierte auf dem NSU Prinz 1000, hatte aber einen längeren Radstand und eine längere Karosseriefront, was den Innen- und Kofferraum deutlich vergrößerte.

Von außen ließ sich der Typ 110 leicht anhand seiner Rechteckscheinwerfer, der großen Frontzierblende und der breiten Rückleuchten vom kleineren Prinz 1000 unterscheiden. Im Innenraum sollten der modische Bandtachometer, eine Leiste aus Holzfurnier und ein neues Heizungs- und Belüftungssystem für Mittelklasseflair sorgen.

Wie der Prinz 1000 und dessen sportliche Abkömmlinge TT/TTS war auch der Typ 110 mit einem platzsparend quer eingebauten, luftgekühlten Vierzylinder-Heckmotor ausgestattet. Zu Beginn wurde der Typ 110 mit einem 39 kW (53 PS) starken Motor mit 1085 cm³ Hubraum ausgeliefert, der auch im Prinz 1000 TT zum Einsatz kam, dort aber 1,5 kW (2 PS) mehr leistete. Ab 1966 konnte die Ausstattungsvarianten Typ 110 S und Typ 110 SC mit einem 44 kW (60 PS) starken Motor mit 1177 cm³ Hubraum geordert werden.

Zwischen 1965 und 1967 wurden etwa 74.000 Exemplare des NSU Typ 110, Typ 110 S und Typ 110 SC gebaut.[2]

1200 / 1200 C[Bearbeiten]

1200 / 1200 C
NSU 1200

NSU 1200

Produktionszeitraum: 1967–1973
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,2 Liter (40 kW)[1]
Länge: 4000[1] mm
Breite: 1500[1] mm
Höhe: 1390[1] mm
Radstand: 2440[1] mm
Leergewicht: 720[1] kg
Heckansicht

1967 straffte NSU die gesamte Modellpalette, und die Modelle erhielten zum Teil neue Bezeichnungen. Aus dem Typ 110 entstand so der NSU 1200, der mit 1,2-Liter-Motor und 40 kW (55 PS) bis 22. Dezember 1972[3] produziert wurde. Auf Wunsch konnte der NSU 1200 auch mit dem dreistufigen Automatikgetriebe des NSU Ro 80 geliefert werden.

Für die damalige Zeit bot der NSU 1200 C als kleine „Komfort-Limousine“ sehr beachtliche Fahrleistungen. Den Spurt von 0 bis 80 km/h schaffte das Auto in knapp 9 Sekunden, bis ca. 60 km/h konnte der NSU 1200 C mühelos mit weit größeren und stärkeren Autos mithalten.

Zwischen 1967 und 1973 entstanden etwa 256.000 Exemplare des NSU 1200 und 1200 C.[2]

Das Fahrwerk mit Schräglenker-Hinterachse war - wie bei allen Vierzylinder-NSUs - hoch modern und sorgte für sportliche Fahreigenschaften. Nachteilig war die extreme Seitenwind-Empfindlichkeit des Hecktrieblers, vor allem mit den damals noch standardmäßig angebotenen Diagonalreifen; mit den zur selben Zeit aufkommenden Stahlgürtelreifen war das dann kaum noch ein Thema. Hervorragend dagegen war die Handlichkeit des Fahrzeugs im Stadtverkehr und in Bergregionen sowie die Wintertauglichkeit.

Einmalig dürfte die Reparaturfreundlichkeit des Autos gewesen sein: nahezu alle Autoteile waren leicht tauschbar. Die Kupplung konnte in nur 30 Minuten gewechselt werden. Die luftgekühlten Motoren litten allerdings schon in der Serienversion häufig an Überhitzung; für ein Tuning der ansonsten für Leistungssteigerungen hervorragend geeigneten Motoren war deshalb die erste und wichtigste Maßnahme der Einbau eines Ölkühlers und das Aufstellen der Motorhaube, um die Belüftung zu verbessern.

Als Rostschutz hatten die NSU-Kompaktwagen eine aufwändige Zinkstaub-Lackierung des Unterbodens. Die vom NSU-Werk empfohlenen Inspektionen sollten alle 7500 km durchgeführt werden; Standard waren damals Inspektionsintervalle von 5000 km.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1990. Band 4. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001. ISBN 3-613-02131-5. S. 399–402
  2. a b NSU Automobile 1905–1977. Motorbuch-Verlag
  3. Schichtbuch der Audi NSU Autounion AG

Weblinks[Bearbeiten]