Nationale Dodenherdenking

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Das Nationalmonument auf dem Dam in Amsterdam, wo die jährliche Hauptfeier des Trauertages stattfindet.
Der Amsterdamer Bürgermeister Gijs van Hall bei der Kranzniederlegung auf dem Dam 1967
Gedenkveranstaltung abends vor dem Dom in Utrecht, 4. Mai 2013

Nationale Dodenherdenking (nationaler Toten-Gedenktag, Volkstrauertag) ist ein niederländischer Feiertag, der jährlich am 4. Mai begangen wird.

Die erste Dodenherdenking wurde am 9. Mai 1945 gehalten. Damals fand eine Schweigeminute statt, um der Toten zu gedenken. Gedacht wurde bis 1961 der niederländischen Opfer des Zweiten Weltkriegs. Seither werden alle Bürger und Soldaten des Königreichs miteinbezogen, die in militärischen Konflikten umgekommen sind.

Das Amsterdamer Nationalmonument steht jährlich im Mittelpunkt des 4. Mai, wenn der niederländische König einen Kranz niederlegt und abends um 20 Uhr zwei Schweigeminuten im ganzen Land eingehalten werden. In dieser Zeit halten auch Züge und Busse, ebenso wie der Autoverkehr zum Erliegen kommt. Seit 1994 wird um 18:00 Uhr die Nationalhymne (Wilhelmus) gespielt und vom Setzen der Flaggen auf halbmast bis 21:10 Uhr begleitet. Am Folgetag, dem 5. Mai, wird der Bevrijdingsdag anlässlich der Befreiung von der deutschen Besatzung (1940 bis 1945) gefeiert.

Stören der Stille 2010[Bearbeiten]

Während der Schweigeminuten der zentralen Dodenherdenking 2010 in Amsterdam wurde durch einen polizeibekannten Straftäter eine Massenpanik mit 63 Verwundeten ausgelöst. Durch lautes Schreien versuchte der Straftäter, später in den Medien de Damschreeuwer genannt, die Zeremonie zu stören. Als daraufhin die Absperrgitter wie Dominosteine umfielen, hörte es sich an, als ob geschossen würde. Ein anderer Mann ließ versehentlich einen Koffer fallen, weswegen von einigen Passanten gerufen wurde, im Koffer sei eine Bombe. Die königliche Familie wurde sofort in Sicherheit gebracht und kehrte erleichtert zur Fortsetzung der Zeremonie zurück, nachdem der Sachverhalt geklärt war.

Diskussion um deutsche Soldaten 2012[Bearbeiten]

Im gelderländischen Vorden (Gemeinde Bronckhorst) haben Bürgermeister Henk Aalderink und das örtliche Organisationskomitee auch deutsche gefallene Soldaten in das Gedenken aufgenommen. Darauf hin kam es zu scharfer Kritik des Simon Wiesenthal Centrums Los Angeles, das eine Verwischung der Grenze zwischen Opfer und Besatzer sah.

Das umstrittene Federatief Joods Nederland hat mit einer einstweiligen Verfügung versucht, das Gedenken in Vorden zu verhindern, da es verletzend für die Lebenden und beleidigend für die Toten sei. Der Richter in Zutphen hat das Gedenken erlaubt, aber unter der Bedingung, dass Vertreter der Gemeinde die Gräber von deutschen Soldaten vermeidet.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peters, B., 'Herdenken en vieren. Debatten in de Tweede Kamer over de betekenis van 4 en 5 mei', in: C. C. van Baalen (red.) e.a., Jaarboek Parlementaire Geschiedenis 2007. De moeizame worsteling met de nationale identiteit (Amsterdam 2007) p. 97-106.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Trouw: Gedenken Duitse soldaten in Vorden valt slecht bij Wiesenthal Centrum, Abruf am 4. Mai 2012.