Nellie Melba

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Nellie Melba
Büste im Royal Opera House, Covent Garden, London

Nellie Melba, eigentlich Dame Helen Porter Armstrong, geb. Mitchell, GBE (* 19. Mai 1861 in Richmond, heute Teil von Melbourne; † 23. Februar 1931 in Sydney) war eine australische Opernsängerin schottischer Herkunft. Der Künstlername ist eine Anspielung auf ihre Geburtsstadt Melbourne.

Leben[Bearbeiten]

Nach ersten Studien in ihrer Heimatstadt Melbourne holte sich Melba stimmlich den letzten Schliff 1886 bei Mathilde Marchesi in Paris.[1] Am 12. Oktober 1887 debütierte Melba mit großem Erfolg am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, zunächst als Gilda in Verdis Rigoletto und wenige Tage später als Violetta in Verdis La Traviata. Auf Anraten von Marchesi legte sie sich damals den Künstlernamen "Melba" zu. Im Mai 1888 erfolgte ihr Debüt als Lucia di Lammermoor am Royal Opera House Covent Garden in London, der eigentliche Beginn ihrer Weltkarriere. Nachdem sie zunächst noch Gastspiele unter anderem in Paris und St. Petersburg gegeben hatte, beschränkte sie sich bald auf die drei bedeutendsten Opernhäuser der Welt: Die Mailänder Scala, die Metropolitan Opera in New York und immer wieder das Royal Opera House Covent Garden, dem sie mehr als 20 Jahre verbunden blieb. Dort sang sie die Titelrolle in Herman Bembergs Elaine, Gilda in Rigoletto, die Titelrolle in Aida, Desdemona in Otello, Luisa in Pietro Mascagnis I Rantzau, Nedda in I Pagliacci, Rosina in Der Barbier von Sevilla, Violetta in La Traviata sowie Mimi in La Bohème. Aus dem französischen Repertoire sang sie Juliette in Gounods Roméo et Juliette, Marguerite in Faust, Marguerite de Valois in Les Huguenots, Micaëla in Carmen und die Titelrolle in der Oper Hélène, die Camille Saint-Saëns eigens für sie geschrieben hatte.

Bis 1926 feierte sie weltweit Erfolge als Koloratursopranistin mit einem außergewöhnlich großen Stimmumfang (b-f’’’), vor allem in Opernrollen von Giuseppe Verdi (der mit ihr noch selbst die Gilda, Aida und Desdemona einstudierte), Gioacchino Rossini (Rosina, Semiramide), Gaetano Donizetti (Lucia), Charles Gounod (Marguerite), Giacomo Puccini (Mimi), Ruggero Leoncavallo (Nedda) und Richard Wagner (Elsa, Elisabeth).

Zu ihrer Zeit galt sie als erste Primadonna der Welt. 1918 wurde Nellie Melba von der britischen Krone zum Dame Commander des Order of the British Empire (DBE) ernannt und damit als Dame in den britischen Adelsstand erhoben, 1927 erhielt sie das Großkreuz des Order of the British Empire (GBE).

Pfirsich Melba[Bearbeiten]

1892 bis 1893 wohnte Melba im Savoy Hotel in London. Nach einer Premiere der Oper Lohengrin im Jahre 1892 wurde von dem Küchenchef Auguste Escoffier ein besonderes Dessert kreiert: Ein enthäuteter Pfirsich und zwei Kugeln Vanilleeis, überzogen mit einem Himbeerschleier, stellen die Pose des mythischen Schwans aus dem 1. Akt dar. Dies gefiel der Künstlerin so gut, dass sie die Erlaubnis gab, das Gericht fortan Pfirsich Melba zu nennen. Auch der Melba-Toast wurde nach ihr benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Kesting, Die großen Sänger, Claasen, Düsseldorf 1986, Band 1, S.139

Literatur[Bearbeiten]

  •  Nellie Melba: Melodies and Memories. Doran Company, New York NY 1926, (Auch Nachdruck: AMS Press, New York 1971).
  •  Joseph Wechsberg: Roter Plüsch und schwarzer Samt. Die große Melba und ihre Zeit. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek bei Hamburg 1964, (rororo Taschenbuch 697), (Original: Red Plush and black velvet. The story of Dame Nellie Melba and her times).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nellie Melba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien