Netgear

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NETGEAR, Inc.
Netgear logo 2014.svg
Rechtsform Incorporated[1]
ISIN US64111Q1040[2]
Gründung 8. Januar 1996[1]
Sitz San José, Kalifornien, USA

Leitung

  • Patrick C.S. Lo (Chairman & CEO)
Mitarbeiter 850 (Stand 31. Dez. 2012)
Umsatz 1,27 Mrd. USD (2012)[3]
Branche Informationstechnik
Produkte NetzwerktechnikVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.netgear.com

Netgear (geschrieben NETGEAR) ist ein 1996 gegründetes US-amerikanisches Unternehmen mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien. Ursprünglich war Netgear eine Tochtergesellschaft von Bay Networks mit Fokus auf Herstellung und Vertrieb von Netzwerktechnik für Heimanwender und kleinere Unternehmen. Im August 1998 wurde die Gesellschaft von Nortel als Teil der Übernahme von Bay Networks erworben. Netgear blieb bis März 2000 eine eigenständige Tochter von Nortel. Danach öffnete sich Netgear für Investoren; im Februar 2002 wurde Netgear von Nortel völlig unabhängig.

Netgear vertreibt seine Produkte über eine Vielzahl von Handelskanälen weltweit, darunter traditionelle Einzelhändler, Online-Händler, Großhändler sowie Netzbetreiber. Netgear konkurriert im Bereich für Privatanwender etwa mit Apple, Belkin, AVM, Devolo, Roku und Western Digital, im Geschäftsbereich mit Buffalo, Dell, D-Link, Cisco, Huawei, QNAP, Seagate, Synology und ebenfalls Western Digital. Als Ausrüster für Netzbetreiber sind Hersteller wie D-Link, Motorola, Pace, Sagem, ZTE, ZyXEL oder wiederum Huawei Konkurrenten von Netgear.

Die Aktien des Unternehmens werden seit 2003 an der NASDAQ unter dem Kürzel NTGR notiert und gehandelt. Der Jahresnettogewinn von Netgear belief sich im Jahr 2012 auf 86,5 Millionen US-Dollar.

Produkte[Bearbeiten]

Router und Modemrouter[Bearbeiten]

Für unterschiedliche Einsatzbereiche bietet Netgear Router zur Internetanbindung, für den deutschen Markt spezielle mit DSL-Modem für Verbindungen mit VDSL und ADSL2+. Diese haben die Zusatzkennung B im Namen und sind kompatibel gemäß Annex B und z.T. auch zu Annex J. Im Jahr 2013 bietet Netgear WLAN-Produkte nach dem Standard IEEE 802.11 mit Geschwindigkeiten bis 1300 Mbit/s. Netgear offerierte im Jahr 2012 den weltweit ersten Router mit 802.11AC-Technik.

Powerline[Bearbeiten]

Neben kabellosen Verbindungen ist Netgear auch Hersteller von Powerline-Adaptern. Diese nutzen die DLAN-Technik nach dem weitverbreiteten Homeplug-Standard mit 500 MBit/s Brutto-Übertragungsrate. Der Standard garantiert nach IEEE 1901 Interoperabilität mit anderen Herstellern wie Devolo oder AVM.

Spionage-Vorwürfe[Bearbeiten]

Im Januar 2014 wurde von heise Security aufgedeckt, dass in Netgears Routern sowie in Routern anderer US-amerikanischer Routerhersteller eine Backdoor eingebaut ist, die es sowohl dem Internetdienstanbieter als auch Dritten extern über das Internet erlaubt, sämtliche Konfigurationsdaten des Routers auszulesen und zu manipulieren, darunter unter anderem auch die Passwörter für den Administratorzugang des Routers, das WLAN, den DSL-Zugang, Proxy-Server und DynDNS-Dienste sowie Passwörter und Zertifikate für VPNs. Demnach wird das Auslesen und Manipulieren dieser Daten durch einen undokumentierten Dienst ermöglicht, der in die Router-Software integriert ist.[4] Darüber hinaus sei es möglich, den gesamten Datenverkehr des Routers umzuleiten und vollständig zu überwachen. Als Reaktion darauf stellte Netgear am 7. April 2014 ein scheinbares Sicherheits-Update zur Verfügung, das die Backdoor angeblich schließen sollte.[5] Der Reverse-Engineer Eloi Vanderbeken stellte in einer Analyse jedoch fest, dass die Backdoor nach wie vor vorhanden ist und Netgear sie mit dem angeblichen Sicherheits-Update nicht geschlossen, sondern lediglich besser versteckt und sogar weiter ausgeweitet habe. Aus letzterem schlussfolgern Vanderbeken sowie heise Security und andere Sicherheitsforscher, dass die Backdoor von Netgear und den anderen Routerherstellern keineswegs versehentlich, sondern absichtlich eingebaut wurde.[6][7]

Im Nachhinein wurde bekannt, dass einzelne Nutzer im Netgear-Supportforum bereits seit 2003 auf Anzeichen der Backdoor hingewiesen hatten, Netgear die Anfragen jedoch komplett ignorierte.[8] Sicherheitsforscher gehen aufgrund einiger von Edward Snowden im Rahmen der Spionageaffäre 2013 veröffentlichter Geheimdienstdokumente davon aus, dass die versteckte Backdoor von Netgear und anderen Routerherstellern absichtlich eingebaut wurde, um den Sicherheitsbehörden jederzeit die vollständige Überwachung und den vollständigen Zugriff auf die Router zu ermöglichen.[9].

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Netgear – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://investor.netgear.com/downloads/Cert.ofInc_0703.pdf
  2. http://www.finanzen.net/aktien/NetGear-Aktie
  3. http://investor.netgear.com/secfiling.cfm?filingID=1122904-13-9
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJürgen Schmidt: Mysteriöse Router-Backdoor: Viele tausend Router in Deutschland haben eine Hintertür. heise.de, 10. Januar 2014, abgerufen am 22. April 2014.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFabian Scherschel: Netgear schließt Hintertür in Modemrouter DGN1000. heise.de, 7. April 2014, abgerufen am 22. April 2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRonald Eikenberg: Netgear-Update: Router-Backdoor nur versteckt? heise.de, 22. April 2014, abgerufen am 22. April 2014.
  7. Eloi Vanderbeken: Another backdoor in my router: when Christmas is NOT enough!, 18. April 2014, abgerufen am 22. April 2014.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUser "olivierh": Anfrage eines Nutzers bezüglich der Lücke im offiziellen Netgear-Supportforum. netgear-forum.com, 27. Dezember 2003, abgerufen am 23. April 2014.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBenedikt Fuest: Router-Firmen reparierten Datenleck nur zum Schein. welt.de, 21. April 2014, abgerufen am 23. April 2014.