Neubruchhausen

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52.839178.84513Koordinaten: 52° 50′ 21″ N, 8° 50′ 42″ O

Neubruchhausen
Stadt Bassum
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 27211
Vorwahl: 04248
Neubruchhausen (Niedersachsen)
Neubruchhausen

Lage von Neubruchhausen in Niedersachsen

Neubruchhausen ist ein Ortsteil der Stadt Bassum im Landkreis Diepholz (Niedersachsen), 25 km südlich von Bremen gelegen. Der Ort wurde 1259 zum ersten Mal erwähnt und feierte im Jahre 2009 sein 750-jähriges Bestehen. Neubruchhausen war ein Flecken.

Geographie[Bearbeiten]

Neubruchhausen ist ein Ortsteil der Stadt Bassum, acht Kilometer östlich vom Kernbereich Bassum entfernt. Neubruchhausen hat rund 1200 Einwohner.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Neubruchhausen liegt im Osten des Stadtgebietes von Bassum. Nachbarn sind dort die westlich gelegenen Ortsteile Bramstedt, Eschenhausen und Hallstedt. Von der nördlich gelegenen Stadt Syke sind es deren Ortsteile Henstedt und Jardinghausen; von der östlich gelegenen Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ist es deren Ortsteil Ochtmannien, und von der südlich gelegenen Samtgemeinde Schwaförden sind es deren Ortsteile Menninghausen und Bensen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Grafen von Neubruchhausen stammen von den Grafen von Oldenburg ab. Die zweite Linie bildeten die Grafen von Altenbruchhausen (heute Bruchhausen). 1259 wird der erste Graf von Neubruchhausen erwähnt. 1384 fiel die Grafschaft Neubruchhausen durch Verkauf an die Grafen von Hoya.

Im Jahre 1858 brennt ein Teil des Ortes südlich der Hache „Martfelder Ende“ ab.

Am 1. März 1974 wurde der Flecken Neubruchhausen in die Stadt Bassum eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1782 Johann Dannemann
  • 1818 Johann Bolte

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Die Kinder aus Neubruchhausen und Umgebung können ortsnah zunächst den Städtischen Kindergarten und danach die Grundschule in Neubruchhausen besuchen.

Stromversorgung[Bearbeiten]

Neubruchhausen feiert im Jahr 2008 ein sog. Lichterfest. Vor 100 Jahren im Jahr 1908 wurde in Neubruchhausen der erste Strom produziert und in ein Netz eingespeist.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Zwei Landesstraßen - die L 332 und die L 356 - durchschneiden Neubruchhausen. Sie führen direkt in die Nachbarorte Heiligenfelde, Bassum, Sudwalde.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der nächste Bahnhof ist der in westlicher Richtung an der Strecke Bremen–Osnabrück gelegene Bahnhof Bassum. Er ist rund neun Kilometer von Neubruchhausen entfernt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Neubruchhausen beherbergt insgesamt 37 Baudenkmale.

siehe Liste der Baudenkmale in Bassum

Kirche[Bearbeiten]

  • Eine aus dem 17. Jahrhundert stammende Kapelle wurde 1970 abgerissen. Ein Gedenkstein erinnert daran. An ihre Stelle trat die neue Dreifaltigkeitskirche, die 1972 eingeweiht wurde. Sie fand ihren Platz an der historischen Stätte der Vorgängerkirche zwischen Hauptstraße und Sudwalder Straße, direkt an der Hache.

Alte Oberförsterei[Bearbeiten]

Alte Oberförsterei

Aus dem Jahr 1780/81 stammt die im Fachwerkstil erbaute Alte Oberförsterei, die nahe (östlich) an der L 356 nach Sudwalde liegt. Die Oberförsterei hat orts- und waldgeschichtliche Bedeutung: Sie war Wirkungsstätte vieler Generationen von Forstbeamten. Der bedeutendste Forstmeister war Dr. h.c. Friedrich-August Chr. Erdmann. Heute werden Räume dieses Gebäudes vermietet. Außerdem dient es dem dörflichen Gemeindeleben und für Veranstaltungen.

Scheunenviertel[Bearbeiten]

Restaurierte Scheune im Scheunenviertel

Das sogenannte Scheunenviertel liegt südlich der Nienburger Straße. Es besteht gegenwärtig aus einer Ansammlung von acht Feldscheunen und ist einzigartig in Niedersachsen.

Wassermühle[Bearbeiten]

Wassermühle Neubruchhausen

Erstmals erwähnt wird die Mühle mit Wasserkraft im Jahre 1609. Der heutige Fachwerkteil stammt aus dem Jahre 1730 und das stuckverzierte Wohngebäude u.a. ca. aus dem 19. Jahrhundert. Das Wasser des Baches Hache wurde in dem ca. 4000 m² großen Mühlenteich gestaut. 1974 wurde der Betrieb eingestellt.

Natur[Bearbeiten]

Das Umfeld der Oberförsterei eignet sich zum Spazieren gehen. Ein Fußgängerweg führt durch den Auwald an der Hache, ein Naturschutzgebiet, in dem die Frühblüher Buschwindröschen, Scharbockskraut und das Milzkraut im April blühen. Allerdings trennt eine Verbindungsstraße (die L 356), über die auch Kinder der Grundschule Neubruchhausen gehen müssen, den Wald von dem alten Gemäuer.

Nördlich von Neubruchhausen liegt das 180 ha große Naturschutzgebiet Hachetal und südlich das 78 ha große Naturschutzgebiet Freidorfer Hachetal.

Vereine[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

  • TSV Neubruchhausen
  • Die Schachsparte des TSV hat ihren Spielort in der Alten Oberförsterei

Allgemein[Bearbeiten]

  • Heimatverein Neubruchhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Neubruchhausen
  • Gemischter Chor von 1919
  • Förderverein Grundschule Neubruchhausen
  • Reichsbund Neubruchhausen
  • Maschinengemeinschaft Freidorf
  • Hachetoler Plattsnuten
  • Schützenverein Neubruchhausen
  • DRK Ortsverein Neubruchhausen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter dieses Ortes[Bearbeiten]

Weitere Personen, die mit diesem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sigrun Reimer: Die Kirchen- und Schulgeschichte des Fleckens Neubruchhausen. (Hrsg.: Ev.-luth. Kirchengemeinde Sudwalde-Neubruchhausen), Neubruchhausen 1985/87, 56 S. m. zahlr. Abb.
  • Joachim Kroll: TSV Neubruchhausen e.V. 1912. Die Geschichte eines Sportvereins. Chronik und Bildband. (Hrsg.: TSV Neubruchhausen von 1912 e.V.), Bassum-Neubruchhausen 1987, 128 S. m. zahlr. Abb.
  • Neubruchhausen. In: Helmut Behrens, Walter Brackland u. Harald Focke: Bassum in den Fünfzigern. Bassum 1990, 107 S. m. zahlr. Abb.
  • Heinrich Gade: Historisch-geographisch-statistische Beschreibung der Grafschaften Hoya und Diepholz. Nienburg 1901
  • Königlich Großbritannisch-Hannoverscher Staats-Kalender auf das Jahr 1818. Lauenburg 1818
  • Königlich Großbritannisch und Chur-Fürstl. Braunschweig-Lüneburgischer Staatskalender auf das Jahr 1782. 1782

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 191.

Weblinks[Bearbeiten]