Bassum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bassum
Bassum
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bassum hervorgehoben
52.8494444444448.726666666666742Koordinaten: 52° 51′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 169 km²
Einwohner: 15.442 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27211
Vorwahlen: 04241, 04248 (Neubruchhausen), 04249 (Nordwohlde)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 007
Stadtgliederung: 16 Ortschaften
Adresse der
Stadtverwaltung:
Alte Poststraße 10
27211 Bassum
Webpräsenz: www.bassum.de
Bürgermeister: Wilhelm Bäker (parteilos)
Lage der Stadt Bassum im Landkreis Diepholz
Landkreis Diepholz Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Landkreis Osnabrück Landkreis Nienburg/Weser Bremen Delmenhorst Landkreis Verden Landkreis Vechta Landkreis Oldenburg Landkreis Cloppenburg Stemshorn Lemförde Quernheim Brockum Marl Quernheim Hüde Lembruch Dümmer Diepholz Drebber Barnstorf Wetschen Dickel Rehden Hemsloh Barver Freistatt Wehrbleck Bahrenborstel Varrel Kirchdorf Wagenfeld Barenburg Barenburg Eydelstedt Sulingen Drentwede Scholen Ehrenburg Neuenkirchen Maasen Borstel Siedenburg Mellinghausen Staffhorst Schwaförden Asendorf Affinghausen Sudwalde Süstedt Schwarme Martfeld Bruchhausen-Vilsen Bruchhausen-Vilsen Twistringen Bassum Syke Weyhe StuhrKarte
Über dieses Bild

Bassum (plattdeutsch: Bassen) ist eine Stadt im Landkreis Diepholz in Niedersachsen mit rund 16.300 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bassum liegt im Südosten des Naturparks Wildeshauser Geest etwa 25 km südlich von Bremen und wird vom Klosterbach durchflossen. Der Bassumer Ortsteil Nordwohlde liegt am Hombach; Neubruchhausen, der östlichste Ortsteil, befindet sich am Oberlauf der Hache.
Der Bassumer Utkiek ist ein 87 Meter hoher, künstlich aufgeschütteter Berg im Ortsteil Wedehorn. Er befindet sich auf dem Gelände der AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG) mbH – Entsorgungszentrum Bassum und ist die höchste Erhebung im Landkreis Diepholz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den folgenden Ortschaften

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden grenzt die Stadt Bassum an die Gemeinde Stuhr, im Nord-Osten an die Stadt Syke. Im Osten teilt sich die Stadt Bassum eine Grenze mit der Gemeinde Süstedt, die zur Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen gehört, und im Süden mit den Gemeinden Schwaförden, Scholen und Neuenkirchen, die zur Samtgemeinde Schwaförden gehören. Im Süd-Westen grenzt Bassum an die Stadt Twistringen und im Nord-Westen an die Gemeinden Beckeln, Dünsen und Kirchseelte, die zur Samtgemeinde Harpstedt im Landkreis Oldenburg gehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt Bassum war schon früh besiedelt, worauf die Hügelgräber im Ortsteil Stühren[2] und die Thingstätte in der Nähe der Freudenburg[3] hindeuten.
Die Edeldame Liutgart gab 858 ihr gesamtes väterliches Erbe um damit ein Kanonissenstift zu gründen. Dieses Stift wurde von Erzbischof Ansgar von Bremen als Kloster Birxinon (Bassum) geweiht. Im Jahr 1541 wurde durch Graf Jobst I. von Hoya die Reformation eingeführt.[4]
Um 1230 wurde die Burg Freudenberg durch die Grafen von Hoya errichtet[3], die erstmals 1388 als "Slot Vroydenbergh" urkundliche Erwähnung fand. Von 1852 bis 1879 hatte das Amtsgericht in der Burg Freudenberg seinen Sitz, es wurde 1879 nach Bassum verlegt, sie blieb aber bis 1966 Amtswohnung des Amtsrichters.[5]
Am 1. Juni 1896 vereinigten sich die drei Flecken Bassum, Loge und Freudenberg zum Gesamtflecken Bassum. Seit dem 24. September 1927 darf der Flecken Bassum ein Wappen und ein Amtssiegel führen.[3] Die Stadtrechte bekam der Flecken Bassum am 16. November 1929 vom preußischen Staatsministerium verliehen. Durch die Gemeindegebietsreform von 1974 wurden die bis dahin selbständigen Umlandgemeinden zu Ortschaften der Einheitsgemeinde Stadt Bassum. Bis zur preußischen Kreisreform 1932 gehörte Bassum zum Kreis Syke, danach zum Landkreis Grafschaft Hoya, seit der Kreisreform 1977 zum Landkreis Diepholz.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Albringhausen, Apelstedt, Bramstedt, Eschenhausen, Groß Henstedt, Groß Ringmar, Hallstedt, Hollwedel, Neubruchhausen (Flecken), Nienstedt, Nordwohlde, Osterbinde, Schorlingbostel, Stühren und Wedehorn in die Stadt Bassum eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1978 1988 1998 2007 2008 2009 2010 2011 2012
Einwohner 13 843 13 968 13 859 15 643 16 176 16 125 16 899 15 870 15 818 15 442

(jeweils am 31. Dezember)[7]

Religion[Bearbeiten]

Seit 1541 ist die größte Kirchengemeinde in Bassum die evangelische Kirchengemeinde. Auf dem Gebiet der Stadt Bassum gibt es neben der evangelischen Kirchengemeinde Bassum mit der Stiftskirche in Bassum und der Dreifaltigkeitskirche in Neubruchhausen auch eine evangelische Kirchengemeinde in Nordwohlde, beide ev. Kirchengemeinden gehören zum Kirchenkreis Syke-Hoya. Die katholische St. Ansgar Kirchengemeinde in Bassum gehört zur Pfarrei St. Anna.
In der "Langen Wand" befindet sich eine zur Gemeinde Weyhe gehörende Station der Neuapostolischen Kirche, in der Bremer Straße hat die Evangeliums Christengemeinde Bremen ihren Sitz. In der "Gutenbergstraße" gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas und in Eschenhausen gibt es die Freie Christengemeinde Bassum der Evangelischen Freikirche.
In der "Meierkampstraße" gab es zum Ende der 1920er Jahre einen Gebetsraum der Jüdischen Gemeinde in Bassum, der im Volksmund oft als Synagoge bezeichnet wird. Obwohl der Gebetsraum schon lange nicht mehr als solcher verwendet wurde, wurde am 9. November 1939 an dieser Stelle versucht ein Feuer zu legen. Seitdem die letzten Juden Bassum in der Zeit des Nationalsozialismus verlassen haben, gibt es keine jüdischen Aktivitäten mehr in Bassum.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[8][9]
Wahlbeteiligung: 52,8 %
 %
40
30
20
10
0
36,4 %
(-3,5 %p)
23,0 %
(-2,9 %p)
20,6 %
(-8,6 %p)
15,6 %
(+10,6 %p)
2,7 %
(n. k.)
1,6 %
(n. k.)
2006

2011

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Bürger-Block – Eine freie Wählergemeinschaft e.V.
f Einzelvorschlag Dambroth
Rathaus Bassum

Der Stadtrat setzt sich seit der Stadtratswahl am 11. September 2011 folgendermaßen zusammen:[10]

CDU SPD Bürger-Block GRÜNE LINKE Bürgermeister Gesamt
2006[9] 12 8 9 1 - 1 31
2011[8] 11 7 6 5 1 1 31

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bis 1996 gab es in Bassum einen hauptamtlichen Stadtdirektor und einen ehrenamtlichen Bürgermeister, seit 1996 gibt es nur noch einen direkt gewählten hauptamtlichen Bürgermeister. Der amtierende Bürgermeister ist Wilhelm Bäker. Stellvertretende ehrenamtliche Bürgermeister sind Cathleen Schorling (CDU) und Luzia Moldenhauer (SPD).

Bürgermeisterwahl 2014 in Bassum[Bearbeiten]

Am 25. Mai 2014 fand in Bassum der erste Wahlgang der Bürgermeisterwahl 2014 statt. Die bisherige stellvertretende Bürgermeisterin Cathleen Schorling kandidierte für die CDU, die erste Bassumer Stadträtin Bernedette Nadermann, der Fraktionsvorsitzende des Bürgerblocks Christian Porsch und das ehemalige Stadtratsmitglied Claus Marx kandidierten als unabhängige Kandidaten. In der Stichwahl am 15. Mai wurde Christian Porsch zum Bürgermeister gewählt, seine Amtszeit beginnt am 1. November 2014.

Kandidaten Partei 1. Wahlgang Stichwahl
Stimmen  % Stimmen  %
Christian Porsch 2.476 33.45 % 3.087 56.31 %
Claus Marx 2.175 29.38 % 2.395 43.69%
Bernadette Nadermann 1.619 21.87 %
Cathleen Schorling CDU 1.132 15.29 %
Gesamt 7.402 99,99 % 5.482 100 %
Wahlberechtigte 13.193 13.193
Wahlbeteiligung 7.402 56.79 % 5.482 41.92%

Quelle: Stadt Bassum[11]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Bassums

Ihr Wappen erhielt die Stadt Bassum am 24. November 1927, nachdem am 24. März 1927 der Magistrat einen Antrag auf Einführung eines Wappens gestellt hatte. Es zeigt einen zweigeteilten Schild, in dessen oberer Hälfte drei grüne, nach oben zeigende, Lindenblätter an einem Ast auf weißem Grund zu sehen sind. Durch die zahlreichen Linden, die die Straßen der Stadt säumen, kam die Stadt Bassum zu dem Titel „Lindenstadt“. Die Lindenblätter des Wappens symbolisieren den Zusammenschluss der drei Flecken Bassum, Loge und Freudenberg im Jahre 1896. In der unteren Hälfte des Wappens zeigen sich zwei nach außen weisende Bärenklauen auf gelbem Grund. Die Bärentatzen sind das Zeichen der Grafen von Hoya, denen das Gebiet um Bassum bis 1582 gehörte. Auf dem kompletten Wappen findet sich zusätzlich eine Mauerkrone als Symbol für die Freudenburg. Der Schild wird von zwei silbernen Pferden eingerahmt, die das Symbol des Landes Niedersachsen sind. Die Stadtfarben (Grün-Weiß-Gelb) ergeben sich aus den Farben des Schildes: grün die Lindenblätter, weiß der Hintergrund der oberen Schildhälfte und gelb der Hintergrund der unteren Schildhälfte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerschaften bestehen mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Bassum beherbergt insgesamt 98 Baudenkmale.

Stift Bassum[Bearbeiten]

Das Stift (= Frauenstift oder Kanonissenstift) Bassum ist das älteste Stift in Niedersachsen. In der Europäischen Union ist das Stift in Bassum das einzige noch bestehende Kanonissenstift.

858 gab die Edeldame Liutgart ihr gesamtes väterliches Erbe und gründete das Stift, damit die adligen Familien des Landes die Möglichkeit hatten, ihren unverheirateten Töchtern eine christliche Erziehung und eine Versorgung zu geben. Geweiht wurde das Stift von Ansgar, Erzbischof von Hamburg und Bremen (831-865). Liutgart war auch die erste Äbtissin des Stifts. Bis heute wird das Stift von einer Äbtissin geführt. Die heutige Äbtissin ist seit 2008 Isabell von Kameke.

Das Stift ist seit 1541 evangelisch. Im Stift lebten früher bis zu 10 Stiftsdamen. Im Gegensatz zu Klöstern war ihnen im Stift Privatbesitz gestattet, auch durften sie das Stift verlassen. Ihre Hauptaufgabe war das feierliche Gotteslob, die Fürbitte für die Verstorbenen und die Armenfürsorge.[15]

Heute hat das Stift zwar auch noch 10 Stiftsdamen (Kapitularinnen), es besteht aber – außer für die Äbtissin und ihre Stellvertreterin, die Dechantin – keine Residenzpflicht mehr, so dass sie in ihren jeweiligen Heimatorten wohnen, wo sie ganz normalen Berufen nachgehen – sie fühlen sich aber dem Stift verbunden und treffen sich jährlich zur Sitzung des Kapitels. Die Frauen müssen auch nicht mehr adlig sein.

Das Stift ist die Keimzelle der Stadt Bassum, die damals Birsina hieß.

Die heutige Abtei wurde 1754 unter der Äbtissin Margaretha Eleonora von Estorff (Amtszeit 1751 bis 1776) in Fachwerk erbaut, nachdem sie das alte Äbtissinnenhaus hatte abreißen lassen. Das heutige Äbtissinnenhaus steht für Besichtigungen offen und beherbergt eine Vielzahl kunsthistorisch bedeutender Gegenstände. Im oberen Stockwerk befinden sich der Kapitelsaal mit handgemalter, umlaufender Wandbespannung aus Rupfen (ein leichtes Jutegewebe) aus dem Jahr 1781 (1989 restauriert) und ein Kanonikuszimmer, das dem ab und zu anreisenden Kanonikus zur Unterbringung diente. Im Kanonikuszimmer gibt es eine Deckenmalerei mit schlichten Ranken. Neben dem Äbtissinnenhaus wurden um den Stiftshof die ehemaligen Stiftsdamenhäusern errichtet. Zum Stift Bassum gehört auch ein Stiftsgarten, und in der Nähe gibt es einen Stiftsforst.[16]

Stiftskirche Bassum[Bearbeiten]

Stiftskirche Bassum
Schaugiebel und ein Gebäudes des Stifts
Hauptartikel: Stiftskirche Bassum

Die gotische Backsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts ist kunsthistorisch bedeutsam. Nach anderen Quellen (Informationstafel vor der Stiftskirche) wurde sie um 1200 in spätromanischer Bauweise erbaut. Die dreischiffige Hallenkirche mit Querschiff wurde in Kreuzform erbaut.

Neben dem berühmten Bassumer-Säulenbündel findet sich im Inneren eine Anzahl Äbtissinnen-Epitaphe, so wie der im Jahre 2005 im historistischen Stil der Hannoverschen Schule des 19. Jahrhunderts restaurierte Chorraum, mit dem einzigartigen Gipsintarsien-Fußboden. Im südlichen Querschiff steht das Grabmal der 1585 verstorbenen Äbtissin Anna Gräfin von Hoya. Die Begräbnisstätte der Äbtissinnen befand sich ursprünglich unter dem Fußboden der Kirche.

In einer Nische an der Westwand des südlichen Querschiffes befindet sich eine Statue aus dem 19. Jahrhundert, die den Hl. Viktor (Viktor von Xanten) darstellt, einem der beiden Namenspatronen der Kirche. Erhalten geblieben ist auch ein Reliquienschrein des Hl. Viktor aus der Zeit um 1250.

1327 zerstört ein Brand fast alle Gebäude des Stifts, wobei auch die Stiftskirche stark beschädigt wurde. Der Wiederaufbau der Kirche erfolgte danach im gotischen Stil. Das innere der Kirche mit ihrer gotischen Halle kontrastiert zum Äußeren der Kirche als romanisch anmutender kreuzförmiger Bau mit dem gedrungenen Kirchturm im Mittelpunkt des Kreuzes (Vierungsturm) und dem romanischen Schaugiebel an der Ostseite. Vor dem Brand von 1327 hatte die Stirftskirch im Westwerk noch zwei Türme, die nicht wieder aufgebaut wurden.

Freudenburg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Burg Freudenberg (Bassum)

Gegenüber dem Stift, auf der anderen Seite der „Bremer Straße“, steht die Freudenburg. Bis zur Auflösung des Amtes Freudenberg war die Burg Freudenberg der Sitz der Amtsschreiber, danach war dort das Amtsgericht beheimatet. Nachdem das Amtsgericht 1879 nach Bassum verlegt wurde, sie blieb aber bis 1966 Amtswohnung des Amtsrichters. Heute ist die Brug Freudenberg ein Europäischen Seminar- und Tagungshaus der VHS im Landkreis Diepholz.

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof Eschenhäuser Straße

Der Jüdische Friedhof in Bassum ist einer von acht gut erhaltenen jüdischen Friedhöfen im Landkreis Diepholz. Auf dem östlich der B 61 nach Sulingen gelegenen Friedhof befinden sich 28 Grabsteine aus den Jahren 1852 bis 1942 für jüdische Verstorbene. Die letzte hier begrabene Jüdin war Josefine Baehr, die sich 1938, nachdem ihr Mann deportiert wurde, das Leben nahm. Ihr Mann Leopold Baehr wurde im Konzentrationslager ermordet, das Todesjahr 1942 wurde dem Grabstein seiner Frau nachträglich hinzugefügt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Soldatengräber für russische Kriegsgefangene auf dem Jüdischen Friedhof eingerichtet.

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten]

Die Freudenburg am Klosterbach ist umgeben von einer Parkanlage und wird für Fortbildungsveranstaltungen, vor allem der Volkshochschule (VHS), genutzt. Zwischen dem Seniorenzentrum Curata, der Freibad und dem Stift gestaltet die Agende21-Gruppe den Stiftspark.[17] Der Bassumer Utkiek ist die höchste Erhebung im Landkreis Diepholz. Der frühere Müllberg wurde zu einem Naherholungsgebiet umgewandelt.[18]

Tierpark Petermoor[Bearbeiten]

Der Tierpark beherbergt auf einer Fläche von 3 ha etwa 500 Tiere aus etwa 80 sowohl einheimische als auch exotischen Arten. Das Zentrum des Tierparks bildet ein großer See mit zahlreichen Wasservögeln. Im begehbaren Streichelzoo werden Hängebauchschweine und Ziegen gehalten. Zu den neuesten Erweiterungen zählt das Affenhaus.

Träger des Parks ist die Stadt Bassum. Der 1967 gegründete Tierparkverein mit über 200 Mitgliedern tritt als ideeller und finanzieller Förderer auf.

Sport[Bearbeiten]

Im Ortsteil Bassum gibt es eine Sporthalle an der Grundschule Mittelstraße und zwei Sporthallen am Petermoor, außerdem gibt es Hallen in den Ortsteilen Bramstedt, Neubruchhausen und Nordwohlde. Vormittags werden die Sporthallen größtenteils durch Schulen, nachmittags durch Vereine genutzt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Bassumer Werbegemeinschaft veranstaltet zwei mal im Jahr ein Stadtfest mit verkaufsoffenem Sonntag, im Frühling das Frühlingsfest und im Herbst das Oktoberfest. Am ersten Advent findet rund um die Stiftskirche mit dem "Bassumer Advent" ein kleiner Weihnachtsmarkt statt.[19]
Seit 2012 findet in Bassum der Tag des Sports statt, auf dem sich die verschiedensten Sportarten und Sportvereine des Landkreises Diepholz präsentieren. Seit 2009 findet alle drei Jahre die Regionalmesse "AktiBa" in Bassum statt, auf der Regionalmesse präsentieren sich viele Unternehmen und Vereine aus der Region Bassum.

Piazzetta[Bearbeiten]

Straßentheater beim Piazzetta-Festival in Bassum 2013

Seit 2011 findet in Bassum jährlich ein Straßentheaterfestival unter dem Namen Piazzetta statt. Künstler aus dem In- und Ausland treten dabei an bis zu fünf Plätzen in der Innenstadt auf.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Veränderung I und II
Bronzeplastik „Herr Lienhop mit Weimaraner“ von Andreas Frömberg

Im Bassumer Stadtbild verstreut befinden sich einige sehr unterschiedliche Skulpturen und Objekte von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region und aus dem überregionalen Bereich:

  • im Park der Freudenburg die Bronze-Skulptur Der Wächter (2003) von Andreas Frömberg, Tronco Celeste (Buche, 2001) von Miguel Ausili, Liebespaar (Buche, 2001) von Igors Dobicins, Spitzentanz (Buche, 2001) von Louis Niebuhr und die Stele Europa (Holz, 2004; am jetzigen Standort seit 2009) von Gerd Friedrich [20]
  • vor der Kreissparkasse die Bronze-Skulptur Bürgermeister Lienhop und sein Hund (1997) von Andreas Frömberg
  • vor der Volksbank (= Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts) Veränderung I und II (Stein, Keramik, Ziegel; 2001) von Heidrun Kohnert
  • vor der Klinik Bassum (ehem. Kreiskrankenhaus Bassum) ein Brunnen aus Edelstahl (1981) von Herbert Bodzin

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Im Bassumer Waldgebiet „Hülsenberg“ (bei Nordwohlde) blüht alljährlich in größerer Anzahl von Mitte Juli bis Mitte August die wildwachsende Orchidee Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine).
  • ca. 250 m südlich des Frauenstifts steht eine 1000 jährige Eiche unter der wohl im Mittelalter von den Stiftsdamen des Frauenstifts in Bassum Streit entschieden wurde. Später als die Stiftsdamen Geschmack am Kaffee gefunden haben, trafen sie sich einmal im Jahr unter dieser Eiche zur Kaffeerunde. Daher auch der Name Kaffeeeiche.
  • Im Bassumer Stadtgebiet gibt es drei ausgewiesene Naturschutzgebiete (NSG):

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Die Zahnradfabrik ist im Ortsteil Bassum angesiedelt und hat etwa 230 Mitarbeiter.[21]
  • Seit 50 Jahren befindet sich eine Palettenfabrik in Bassum, die rund fünf Millionen Holzpaletten im Jahr herstellt.[22]
  • Die AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG) des Landkreises Diepholz betreibt in Bassum ihr Entsorgungszentrum.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Bassum
Palettenfabrik Sägewerk Bassum
Gokart-Bahn im Industriegebiet Bassum

Über die Bundesstraße 51 und die Bundesautobahn 1 sind Bremen sowie Osnabrück und über die Bundesstraße 6 Hannover sowie der Anschluss an die A 7 und A 2 in Richtung Osten und Süden erreichbar. Über die Bundesstraße 61 können die Industriestandorte Ostwestfalen-Lippes erreicht werden.

Bassum liegt mit den Bahnhöfen Bassum und Bramstedt an der Bahnstrecke von Osnabrück nach Bremen, die Nebenstrecke Richtung Herford wurde stillgelegt. Der Flughafen Bremen ist 32 km entfernt.

Wirtschaftsförderungsgesellschaft[Bearbeiten]

Die Stadt Bassum unterhält die WISEG, die Bassumer Wirtschaftsförderungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft, die neben dem Bau und Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Rathausdach auch Baugrundstücke erschließt und veräußert sowie bei Umbau und Vermietung des Bassumer Bahnhofgebäudes tätig ist.

Bildung[Bearbeiten]

In Bassum gibt es zwei Grundschulen im Ortsteil Bassum und je eine in Nordwohlde, Bramstedt und Neubruchhausen, eine Oberschule sowie die privaten Schulen Lukas Schule und die PrinzHöfte-Schule.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Klinik in Bassum gehört zu den Alexianern Landkreis Diepholz.

Katastrophenschutz[Bearbeiten]

In Bassum sind Freiwillige Feuerwehren in den Ortsteilen Albringhausen, Apelstedt, Bassum, Bramstedt, Dimhausen, Eschenhausen, Hallstedt, Neubruchhausen, Nienstedt, Nordwohlde, Ringmar und Wedehorn tätig. Der Ortsverband Bassum des Technischen Hilfswerks besteht aus zwei Bergungsgruppen, einer Fachgruppe Räumen sowie einer Jugendgruppe. In Bassum gibt es eine Rettungswache und eine Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes sowie eine Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Friedhof Bassum[Bearbeiten]

Friedhof Bassum
Luftbild: Krankenhaus Bassum, direkt daneben der Friedhof Bassum, rechts hinten die Stiftskirche Bassum

An der Eschenhauser Straße wurde bereits um 1850 der älteste Teil des Friedhofs eröffnet. Ihre letzte Ruhestätte fanden hier zunächst nur die Äbtissinnen und Stiftsdamen. In diesem Bereich gab es bis 1967 auch eine Gruft. Da sie aber immer wieder von Einbrechern heimgesucht wurde, schüttete man sie zu. In früheren Zeiten wurden unweit der Äbtissinnengräber auch die Bassumer Pastoren, Lehrer und ein Propst beigesetzt. Jede Bassumer Ortschaft hatte in früheren Zeiten auf dem alten Teil des Friedhofs ihren eigenen Bereich (Bassumer Kirchspiel).

Heute erstreckt sich der Friedhof bei ungefähr 3.500 Grabstellen über eine Fläche von rund 5,2 Hektar. Die Trauerfeiern wurden bis 1971 in einer Fachwerkkapelle abgehalten, die durch ein Feuer zerstört wurde. Die heutige Kapelle wurde 1972 gebaut und bietet für 180 Trauergäste Sitzplätze. 2003 renovierte die Kirchengemeinde den Anbau der Kapelle. Er verfügt über ein sonnendurchflutetes Atrium, einen Versammlungsraum für Angehörige, Sozialräume für die Mitarbeiter, Toiletten und drei moderne Aufbahrungsräume.

Beim Bassumer Friedhof sind die Hauptwege von Linden gesäumt. Sie ergeben aus der Luft betrachtet die Form eines Kreuzes.

Auf dem Gelände befinden sich zwei Soldatengräberfelder. 26 Soldaten, die in den letzten Kriegsjahren durch Tiefflieger in Bassum getötet wurden, sind auf dem einen Feld beigesetzt. 29 Kriegsgefangene aus der ehemaligen Sowjetunion, Rumänien, Ungarn, Belgien und Spanien sind auf dem anderen Feld beigesetzt. Im Mai und Juni 1945 starben sie alle in Gefangenschaft.

In der Nähe der Kindergräber, die 1915 auf dem Friedhof angelegt wurden, befindet sich das Gräberfeld der „Sternenkinder“. Im Rahmen einer Trauerfeier wird hier mehrmals im Jahr eine Urne von totgeborenen Kindern aus dem Klinikverbund St. Ansgar (Bassum, Diepholz, Sulingen) beigesetzt.

Gemeinschaftsgräberfelder für Särge und Urnen befinden sich auf dem neuen Teil des Friedhofs an der Bahnlinie. Hier entsteht außerdem ein Wahlurnengräberfeld; es wird später einmal die Form einer Raute haben.

BASUM[Bearbeiten]

An der Intersection BASUM (diese liegt im Luftraum über Bassum) beginnen die Anflüge auf den Flughafen Bremen und den Flughafen Hamburg.[23] Entsprechend der Nomenklatur in der Navigation werden definierte Orte mit fünf Buchstaben oder Ziffern bezeichnet und lehnen sich häufig an Namen der geographischen Umgebung an. Bei schönem Wetter kann man die sich kreuzenden Kondensstreifen der Flugzeuge sehen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bassum. In: Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. München / Berlin 1992, S. 197–199
  • Jens Mastnak: Beiträge zur Bassumer Geschichte. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bassum, Band 1. Diepholz/Bassum 2000, 129 Seiten mit 36 Abb. (Fotos, Faks. und Zeichnungen)
  • Klaus Mencke: Bassum im Bild 1893–1973. Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bassum, Band 3. Erfurt 2002, 128 Seiten mit etwa 240 Abb. (etwa 240 Fotos und 1 Kartenskizze)
  • AutorInnenkollektiv: Helmuth Meyer, Heinrich Peters, Ilse Mindermann-Wawrzinek, Ursula Rohlfs, Johannes Meyer, Heinz Rohlfs: Kirchspiel Nordwohlde. (Hrsg.: Arbeitsgemeinschaft „Chronik Kirchspiel Nordwohlde“), Syke 1999, 352 Seiten mit zahlr. Abb. (Fotos, Kartenskizzen, Zeichnungen und Faks.)
  • Harald Focke, Helmut Behrens u. Walter Brackland: Bassum in den Fünfzigern. Bilder aus Stadt und Land. Bassum 1990
  • Harald Focke, Helmut Behrens u. Walter Brackland: Das waren noch Zeiten. Unser Alltag in den Fünfzigern. Bassum 1992
  • Harald Focke, Helmut Behrens u. Walter Brackland: Mit Wasser und Wind. Alte Mühlen in Bassum und Umgebung. Bassum 1997
  • Heinz-Hermann Böttcher: Der Jüdische Friedhof in Bassum – Dokumentation. Typoskriptdruck im Eigenverlag. Syke 2003, 116 Seiten mit zahlr. Abbildungen (92 Fotos, 3 Kartenausschnitte, 1 Lageplan, zahlr. Faks.); darin: fotografische Erfassung aller 37 Grabsteine, Erfassung der Grabstein-Inschriften in deutscher Sprache
  • Marlis Buchholz, Miriam Lappin u. Almuth Lessing: Bassum. In: Herbert Obenaus. Hrsg.: in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen., Band 1 und 2 (1668 S.), Göttingen 2005, Seite 179–183
  • Bernd Ulrich Hucker: Stift Bassum. Eine 1100jährige Frauengemeinschaft in der Geschichte. Edition Temmen, Bremen; 326 S. m. Abb.; ISBN 3-86108-276-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bassum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Hügelgräber in Stühren auf der Seite "Faszination Archäologie" des Naturparks Wildeshauser Geest. Abgerufen am 3. Mai 2014
  3. a b c Geschichte der Stadt Bassum auf der offiziellen Internetseite der Stadt Bassum. Abgerufen am 3. Mai 2014
  4. Geschichte des Stifts Bassum. Abgerufen am 3. Mai 2014
  5. Geschichte der Freudenburg auf der Internetseite des Kultur- und Heimatvereins e.V. Abgerufen am 3. Mai 2014
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 191.
  7. LSKN-Online. Abgerufen am 6. Mai 2014
  8. a b Zusammensetzung des Bassumer Stadtrats. Abgerufen am 11. April 2014
  9. a b Statistischer Bericht über die Kommunalwahlen am 10. September 2006, S.234 Abgerufen am 11. April 2014
  10. Wahlergebnis Stadtratswahl 2011. bassum.de. Abgerufen am 27. Oktober 2011.
  11. http://doku.bassum.de/Wahlen/buergermeisterwahl_2014.html Wahlergebnisse der Bürgermeisterwahl 2014
  12. Internetseite des Partnerschaftskomitees von Fresnay-sur-Sarthe mit einem Foto der Partnerschaftsurkunde Abgerufen am 11. April 2014
  13. Presseartikel über die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde Abgerufen am 10. April 2014
  14. Städtepartnerschaften
  15. Geschichte des Strifts Bassum
  16. Stift Bassum. Eine 1100jährige Frauengemeinschaft in der Geschichte. Mit Beiträgen von Barbara von Wallenberg Pachaly. Edition Temmen, Bremen 1995; ISBN 3-86108-276-4
  17. Vorstellung des Projekts StiftsPark auf der Internetseite der Agenda21-Gruppe Bassum. Abgerufen am 6. Mai 2014
  18. Internetseite des Bassumer Utkieks. Abgerufen am 6. Mai 2014
  19. Veranstaltung der Wirtschafts- und Interessengemeinschaft Region Bassum. Abgerufen am 6. Mai 2014
  20. Kreiszeitung Bassum
  21. Selbstdarstelltung der Zahnradfabrik Stelter. Abgerufen am 7. Mai 2014
  22. Internetseite der Palettenfabrik Bassum. Abgerufen am 7. Mai 2014
  23. TRAJECTORY MANAGEMENT PILOT SIMULATION, S. 19 (PDF, 722 kB), Bericht von Eurocontrol, abgerufen am 21. Februar 2011