Nordsee Ost

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Offshore-Windpark „Nordsee Ost“

BW

Lage
Offshore-Windpark „Nordsee Ost“ (Deutschland)
Offshore-Windpark „Nordsee Ost“
Lage in Deutschland
Koordinaten 54° 26′ 0″ N, 7° 41′ 0″ O54.4333333333337.6833333333333Koordinaten: 54° 26′ 0″ N, 7° 41′ 0″ O
Land Deutschland
Gewässer Nordsee
Daten
Primärenergie Windenergie
Leistung 295 MW[2]
Typ Offshore-Windpark
Eigentümer RWE Innogy
Betreiber Essent Wind Nordsee Ost Planungs- und Betriebsgesellschaft mbH, Helgoland
Projektbeginn 2000, Baubeginn 2012
Betriebsaufnahme schrittweise ab September 2014 (geplant)[1]
vollständig ab Frühjahr 2015
Gründung Jackets
Turbine Senvion 6.2M126
Website Nordsee Ost auf rwe.com
Lage von Nordsee Ost innerhalb der Windparks in der Deutschen Bucht

Nordsee Ost ist ein in Bau befindlicher Offshore-Windpark der RWE Innogy in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee. Die 48 Windkraftanlagen sollen jährlich etwa 1.000 GWh elektrische Energie produzieren.

Die Inbetriebnahme war für 2013 geplant; im Februar 2012 teilte RWE eine voraussichtlich etwa einjährige Verzögerung mit; diese sei durch den Stromnetzbetreiber TenneT TSO verursacht.[3]

Im Frühjahr 2013 bezifferte RWE den Rückstand mit etwa zwei Jahren.[4]

Lage[Bearbeiten]

Der Windpark Nordsee Ost wird rund 30 Kilometer nordwestlich der Insel Helgoland und 35 Kilometer westlich der Insel Amrum errichtet und umfasst eine Fläche von 35 km² bei Wassertiefen von durchschnittlich 25 Metern.

Direkt südlich grenzt das Baufeld des Offshore-Windparks „Meerwind Süd und Ost“ an, mit dem eine gemeinsame Sicherheitszone im 500-Meter-Abstand um die geplanten Bauwerke besteht.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach Antrag vom 16. Juli 2000 wurde der Bau und Betrieb des Windparks mit zunächst 80 Windkraftanlagen mit je 4–5 MW Nennleistung am 9. Juni 2004 vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) genehmigt.[6] Inzwischen hat sich diese ursprüngliche Planung geändert – es werden stattdessen 48 Senvion 6M mit jeweils 6,15 MW Nennleistung errichtet.

Anfangs wurde das Projekt von der WINKRA Offshore Nordsee Planungs- und Betriebsgesellschaft mbH entwickelt. Nachdem die WINKRA durch die niederländische Essent übernommen wurde erfolgte 2009 die Eingliederung der Essent in die RWE Innogy, die nun offiziell als Bauherr den Windpark plant. Dazu ist das Tochterunternehmen Essent Wind Nordsee Ost Planungs- und Betriebsgesellschaft mbH in Helgoland entstanden.

Die Siemens AG hat den Auftrag zum Bau der Offshore-Umspannplattform an die Werft Nobiskrug gegeben, die den 14 Meter hohen Rohbau am Standort Kiel errichtete. Siemens selbst rüstet den Stahlrohbau mit Transformatoren und anderen elektrischen Anlagen aus. Die fertiggestellte, rund 2500 Tonnen schwere Plattform sollte nach damaligen Planungen im Mai 2012 an die Essent Wind zur Verschiffung in die Nordsee übergeben werden.[7] Das Stahlgerüst-Fundament für die Plattform stand ab Januar 2013 am Hannoverkai in Wilhelmshaven.[8]

Bauverlauf[Bearbeiten]

Bereits im Herbst 2011 wurde ein Messmast installiert, mit dem Daten zu Wind, Wellengang, Luftdruck sowie weitere Daten erhoben werden.[9] Nach der Einrichtung einer 500-m-Sicherheitszone zur Absicherung des Windpark-Baufeldes zum 1. Juli 2012[10] konnte mit den Bauarbeiten vor Ort begonnen werden. Mit der Errichtung der Jacket-Fundamente und dem späteren Aufsetzen der Windenergieanlagen (WEA) hat das neue Errichterschiff der Offshore Logistics Company - OLCVictoria Mathias[11] im Sommer 2012 begonnen. Die Stahlgitterkonstruktionen für die Gründung wurden vollständig in Norwegen gefertigt, auf Bargen verschifft und im als Basishafen dienenden Container-Terminal Bremerhaven zwischengelagert. Bis Mitte Februar 2013 waren sieben Fundamente im Baufeld aufgestellt, die restlichen sollten bis Ende 2013 folgen.

Im Juli 2013 wurde das Stahlgerüstfundament für die Umspannplattform aufgestellt. Anfang August 2013 wurde mit der parkinternen Verkabelung (33-kV-Seekabel) der 48 WEA mit der Umspannplattform begonnen.[12] Der Zeitpunkt der Montage der Turbinen mit den Rotoren hängt auch vom Termin der Fertigstellung des Stromnetzanschlusses (HGÜ „HelWin 1“ über die Ende August 2013 errichtete Konverter-Plattform „HelWin alpha“[13]) ab, die durch TenneT TSO verantwortet wird.[14]

Mitte März 2014 waren alle Fundamente aufgestellt, im Mai 2014 wurde mit der Aufstellung der Anlagen darauf durch das Errichterschiff „Victoria Mathias“ begonnen. Die Rotorsterne mit den drei über 60 Meter langen „Flügeln“ werden nicht vormontiert zum Baufeld transportiert, sondern erst vor Ort durch das zweite Errichterschiff „Friedrich Ernestine“ montiert. Die erste von 48 Turbinen wurde im Juni 2014 aufgestellt[15]. Im Juni 2014 wurde die Verlegung der Seekabel für die Innerpark-Verkabelung abgeschlossen.[16] Ab Mitte Juli 2014 wurde die Umspannplattform installiert und danach in Betrieb genommen. Dazu wurde die Hubinsel „JB 114“ für rund zwei Monate direkt neben der Umspannplattform aufgestellt um den bis zu 40 Technikern während dieser Zeit als Wohnplattform Unterkunft zu dienen.[17]

Im Dezember 2014 speiste die erste Windkraftanlage im Testbetrieb Strom ins Netz ein.[18]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Senvion stellt erste Offshore-Turbinen für "Nordsee Ost" auf, zuletzt abgerufen am 23. Juli 2014
  2. RWE: Offshore-Windkraftwerk Nordsee-Ost, zuletzt abgerufen am 1. Juli 2014
  3. Seite 14 (PDF-Datei; 886 kB), RP; spiegel.de 17. Dezember 2011: Stress auf hoher See - Der Bau neuer Offshore-Windparks stockt, es fehlt an Leitungen für den Stromtransport zum Festland
  4. FAZ 23. Juni 2013: Baustelle auf See (den Betreibern rennt die Zeit davon)
  5. http://www.bsh.de/de/Schifffahrt/Sportschifffahrt/Berichtigungsservice_Karten/Deckblaetter/Gebiet20/Karte21-0103/krt21-103-30-12.pdf Deckblatt für die Seekarte Nr. 103, in NfS 30/12 vom 27. Juli 2012, BSH, Hamburg/Rostock 2012, ISSN 0027-7444
  6. Bekanntmachung des BSH in: NfS 25/04 vom 18. Juni 2004, S. 4.4
  7. Nobiskrug baut Offshore-Plattform. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2011, S. 68, Seehafen-Verlag, Hamburg 2011, ISSN 0938-1643
  8. Fundament an Land gesetzt. In: Täglicher Hafenbericht vom 25. Januar 2013, S. 3
  9. RWE Innogy errichtet Wind-Messstation in der Nordsee (Pressemitteilung von RWE), abgerufen am 8. November 2011
  10. Nachrichten für Seefahrer Heft 23/12 vom 8. Juni 2012, S. 4.2–4.5, BSH, Hamburg/Rostock 2012, ISSN 0027-7444
  11. RWE Innogy tauft Offshore-Installationsschiff auf den Namen „Victoria Mathias“ (Pressemitteilung von RWE), abgerufen am 11. Juni 2012
  12. Peter Kleinort: Kabelverlegung gestartet. In: Täglicher Hafenbericht vom 7. August 2013, S. 4
  13. Nordsee-Konverterplattform erfolgreich installiert. In: Schiff & Hafen, Heft 10/2013, S. 56
  14. Anne-Katrin Wehrmann: Jack-Ups installieren erste Fundamente. In: Hansa, Heft 3/2013, S. 54/55
  15. Senvion stellt erste Offshore-Turbinen für "Nordsee Ost" auf, abgerufen am 23. Juli 2014
  16. Frank Binder: RWE: Meilensteine bei Seewindparks. In: Täglicher Hafenbericht vom 2. Juli 2014, S. 15
  17. Michael Meyer: Wohnplattform auf Zeit in der Nordsee. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. Mai 2014, S. 4
  18. First power from Nordsee Ost. In: Windpower Offshore, 19. Dezember 2014. Abgerufen am 19. Dezember 2014.