Olympos (Lykien)

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Olympos ist eine antike Stadt an der Ostküste Lykiens (Kleinasien, Türkei) - heute Deliktaş (Lochstein) genannt. Der Name leitet sich von dem Berg Olympos ab, dem heutigen Tahtalı Dağı, an dessen Fuß die Stadt lag.

Sie ist von Antalya rund 72 km entfernt und liegt, wie auch Phaselis, im Nationalpark Olimpos Beydağları. Von der einst bedeutenden Stadt des Lykischen Bundes ist historisch nur Weniges greifbar und auch die Ruinen faszinieren mehr durch ihre malerische Lage an einem Bachlauf in Strandnähe.

Geschichte[Bearbeiten]

Olympos

Olympos wurde als Bergstadt auf dem heute Musa Dağı genannten Berg südlich seines Hafens Korykos gegründet, der ab etwa 130 n. Chr. von Kaiser Hadrian den Namen übertragen bekam. Der Grund dafür war die Stagnation der Bergstadt, nun Hadrianopolis genannt, während der Hafen im Frieden des römischen Reichs florierte.[1]

Bauten und Münzprägung legen eine Gründung in hellenistischer Zeit nahe. Als bedeutendes Mitglied des Lykischen Bundes wird sie zu Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. erwähnt, fiel aber ebenso, wie das nahe gelegene Phaselis, den Piraten zum Opfer, die sich unter Führung eines gewissen Zeniketes hier einnisteten. 77 v. Chr. wurden die Piraten von Publius Servilius Vatia (Isauricus) vernichtend geschlagen und als Zeniketes in seiner Festung auf dem Olympos keinen Ausweg mehr sah, setzte er sein Haus in Brand und verbrannte sich und seine Familie.

Ihren einstigen Wohlstand erreichte die Stadt auch zur römischen Kaiserzeit unter Hadrian nicht mehr, obwohl sie noch einmal einen Aufschwung nehmen konnte. Berühmt war Olympos allerdings wegen seines Kultes für Hephaistos, der im unmittelbaren Zusammenhang mit den nahe gelegenen "ewigen Feuern" der Chimaira zu sehen ist. Im 3. Jahrhundert n. Chr. wird Olympos noch einmal als Bischofssitz erwähnt – im 15. Jahrhundert verließen jedoch die letzten Einwohner endgültig die Stadt.

Ruinen[Bearbeiten]

Olympos liegt, lange Zeit völlig vergessen, zu beiden Seiten eines kleinen Bachlaufes, an dem noch Reste einer Brücke zu sehen sind, die beide Stadtteile miteinander verband. Die noch bestehenden Baureste sind stark verfallen und weitgehend überwuchert, wie das kleine römische Theater. Ein früherer See ist heute versumpft – hier befinden sich die Reste eines Tempels aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Bemerkenswert ist die Nekropole mit zahlreichen Gräbern und Inschriften, die aber keine lykischen Merkmale aufweisen.

Neben den Resten einer byzantinischen Basilika zeugen noch auf einem Hügel gelegene Besiedlungsreste von der Verarmung der Siedlung im Mittelalter. Eine Burgruine oberhalb des Strandes zeugt von einem der zahlreichen Handels- und Militärstützpunkte der Republik Genua und dürfte aus dem 14. Jahrhundert stammen. Dazu kommen im Zuge der Grabungskampagne von 2000 bis 2006 freigelegte Sarkophage, die allerdings erhebliche Zerstörungen aufweisen.

Außer den Ruinen ist der nahegelegene, ca. drei Kilometer lange Kieselstrand bei Besuchern eine weitere Attraktion von Olympos.

Neuzeit[Bearbeiten]

Keine 100 Kilometer südwestlich von Antalya liegt die rund drei Kilometer lange Bucht von Çıralı/Olympos. Sie ist bei Rucksacktouristen beliebt. Der Zugang zum Strand ist durch die Ruinen möglich und kostenpflichtig. Der Strand ist ein Seeschildkrötenbrut- und Schutzgebiet.

Der Ort Olympos ist von der Straße KemerKumluca (E90) per Dolmuş zu erreichen. In der Ferienzeit ist es nachts möglich, mit dem Bus nach Chimaira bei Çıralı zu fahren, wo eine Erdgaslagerstätte einen seit Jahrtausenden stattfindenden Erdbrand speist.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Olympos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mustafa Adak: Lokalisierung von Olympos und Korykos in Ostlykien. In: Gephyra, Bd. 1 (2004) PDF.

36.3962130.474373Koordinaten: 36° 24′ N, 30° 28′ O