Patrick von Irland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
St. Patrick ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum US-amerikanischen Schauspieler siehe Mathew St. Patrick.
Statue von St. Patrick am Hügel von Tara

Der heilige Patrick von Irland (lateinisch Magonus Sucatus Patricius, irisch Pádraig Mac Calprainn, Naomh Pádraig; * Ende 4./Anfang 5. Jh. in Bannaventa Berniae in Wales oder Old Kilpatrick, West Dunbartonshire, Schottland; † 17. März 461 oder 493 im County Down, Irland) war ein christlicher Missionar und gilt in Irland als Nationalheiliger.

Hintergrund[Bearbeiten]

Moderne Untersuchungen über Patrick folgen oft einer Art von „Zwei-Patrick“-Theorie, wie sie von T. F. O'Rahilly vertreten wird. Demzufolge wurden viele Informationen Patrick zugeschrieben, die aber ursprünglich Palladius, der im 5. Jahrhundert als Diakon aus Gallien nach Irland kam, betrafen. Jedoch war Palladius nicht der erste Geistliche, der nach Irland kam. Hierbei werden häufig Auxilius, Secundinus und Iserninus mit den ersten Kirchen in Munster und Leinster angeführt. Ferner wird angenommen, dass Palladius von Papst Coelestin I. nach Irland geschickt wurde. Der entsprechende Hinweis findet sich in der Chronik des Prosper Tiro von Aquitanien:

„Palladius wurde von Coelestin I. ordiniert und als erster Bischof zu den irischen Christen gesandt.“[1]

Prosper bringt diese Ordination in Verbindung mit dem Besuch des Germanus von Auxerre zur Unterdrückung der pelagianistischen Häresie in Britannien. Um eine Etablierung unter den katholischen Christen zu verhindern, soll auch Palladius dorthin geschickt worden sein. Vor diesem Hintergrund soll es die Mission von Palladius und seinen Begleitern gewesen sein, für die bereits existierenden Christen Irlands zu sorgen, und nicht, die Ausbreitung des Christentums zu forcieren. Da Palladius aber später als Verbreiter der „rechten Lehre“ verehrt wurde, könnten Elemente aus seiner Vita in die Patrick-Legende eingeflossen sein.

Lebenslegenden[Bearbeiten]

Slemish im County Antrim, wo Patrick als Hirte gearbeitet haben soll, als er ein Sklave war.

Es fällt schwer, historisch gesicherte Fakten aus den Heiligenlegenden, die später um Patrick kreisten, zu gewinnen. Die zuverlässigsten Angaben lassen sich daher seinen eigenen Schriften (vor allem der confessio) entnehmen. Demnach hieß er eigentlich Patricius – in der Spätantike ein gebräuchlicher römischer Name – und war der Sohn des Caponius, eines römischen Offiziers, der in der Provinz Britannia stationiert und überdies als Diaconus in der örtlichen Kirchengemeinde tätig war. Patricius war demnach bereits im katholischen Glauben erzogen worden und stolz auf seine Religion und römische Bildung. Vom Landgut seiner Eltern wurde er von plündernden Sklavenjägern in das Gebiet der heutigen Provinz Ulster gebracht.

Ganz anders lautet die fromme, deutlich spätere walisisch-irische Legende, die nichts mehr von einer römischen Herkunft Patricks weiß: Sein ursprünglicher Name war demnach Patrick Maewyn. Er wurde, heißt es, als Heide in Wales geboren. Plündernde Iren verschleppten ihn demnach im Alter von 16 Jahren und brachten ihn als Sklaven nach Irland, wo er Schafe hüten musste. Dort habe er Trost im Christentum gefunden. Folgt man der Legende weiter, so lernte er trotz seines schweren Lebens in Knechtschaft – angeblich als Schafhirte – das raue Land und seine Bewohner zu lieben. Nach etwa sechs Jahren soll ihm dann ein Engel verkündet haben, dass er fliehen solle. Er wagte die Flucht und verbrachte daraufhin zwölf Jahre in einem Kloster im heutigen Auxerre (Frankreich), wo er zum Priester ausgebildet wurde. Patricks Ziel war es, nach Irland zurückzukehren, um die Heiden Irlands zu bekehren. Eines Nachts, heißt es, habe er Stimmen gehört, die ihn nach Irland zurückriefen und die er als die Stimmen des irischen Volkes zu erkennen meinte, die ihn baten zurückzukommen.

Papst Coelestin I. soll Patrick daher 432 als Bischof nach Irland gesandt haben. Es wird erzählt, er habe bei einer Predigt die Insel von allen Schlangen befreit und dies nicht nur mit der Macht seiner Worte, sondern unter tatkräftigem Einsatz seines Bischofsstabes. In Wahrheit hat es im nacheiszeitlichen Irland niemals giftige Schlangen gegeben: „Die Vertreibung der Schlangen“ ist bildlich gemeint und steht symbolisch für die Austreibung des heidnischen Glaubens und böser Dämonen; dieses Motiv findet sich in christlichen Legenden im Zusammenhang mit vielen Klostergründungen (z. B. auf der Reichenau).

Patrick gründete Klöster, Schulen und Kirchen im ganzen Land und übte seine Missionstätigkeit bis zu seinem Tod (angeblich am 17. März 461) aus. Als er im County Down starb, hatte er angeblich Tausende Iren zum christlichen Glauben bekehrt. Patrick hatte aber nicht nur seine Religion mitgebracht, sondern auch seine Bildung. Geschichten wurden von nun an niedergeschrieben und nicht mehr nur mündlich überliefert. Seine eigene Lebensgeschichte wurde allerdings erst im späten 8. Jahrhundert rezipiert.

Während die meisten Historiker davon ausgehen, dass die Angabe der Quellen, der historische Patrick sei der Sohn christlicher römischer Gutsbesitzer in Britannien gewesen, zutrifft, ist wie gesagt bei nahezu allen anderen Aspekten (einschließlich der genauen Lebensdaten) unklar bzw. umstritten, ob sie einen Faktenkern enthalten und worin dieser gegebenenfalls besteht.

Nachwirken[Bearbeiten]

Patrickstatue in Kerala, Indien, wo der Heilige als Patron gegen Schlangen verehrt wird

Viele Sehenswürdigkeiten werden (zumeist recht willkürlich) mit ihm in Zusammenhang gebracht: Man kann die Kirche sehen, wo er erstmals predigte, sein Grab in Downpatrick, County Down, Nordirland, und seine Statue auf Irlands heiligem Berg – Croagh Patrick –, wo er vierzig Tage ohne Nahrung und Wasser verbracht haben soll wie Jesus in der Wüste. Tausende Katholiken pilgern jährlich auf diesen Berg. Straßen und Plätze wurden nach ihm benannt.

Sein Todestag wurde zum Nationalfeiertag Irlands und wird – auch in der irischen Diaspora – von Iren weltweit als ihr St. Patrick’s Day gefeiert.

Die Namen Patrick (Jungen) und Patricia (Mädchen) sind noch immer populäre Namen für Kinder in Irland und auch für Irischstämmige in Amerika, Australien und anderen Ländern. Patrick wird oft zu Paddy oder Pat abgekürzt, und Paddy wird oft als Spitzname für die Iren benutzt (besonders in England).

Namensgeber[Bearbeiten]

Patrick ist u.a. Namensgeber für

Gedenktag[Bearbeiten]

Der 17. März ist der Gedenktag[2] des heiligen Patrick:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint Patrick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Patricius – Quellen und Volltexte (Latein)

St Patrick's Confessio HyperStack: Die Texte von Saint Patrick in Latein und Übersetzung, Bilder der mittelalterlichen Manuskripte, Printeditionen, wissenschaftliche Artikel, Hörbücher usw. gesammelt und digital aufbereitet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. De Paor, S. 79.
  2. Patrick von Irland im ökumenischen Heiligenlexikon
Vorgänger Amt Nachfolger
Bischof von Armagh
um 432–461
Benén