Paul Parin

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Paul Parin (* 20. September 1916 in Polzela, Österreich-Ungarn, heute Slowenien; † 18. Mai 2009 in Zürich) war ein schweizerischer Psychoanalytiker, Ethnologe und Schriftsteller slowenischer Abstammung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Paul Parin wuchs in einer großbürgerlichen, jüdisch-assimilierten Familie auf dem elterlichen Gutsbesitz in Slowenien auf. Nach dem Studium der Medizin in Graz und Zagreb, das er 1942 mit der Promotion abschloss, arbeitete Parin 1944/45 als Chirurg bei den jugoslawischen Partisanen. In der Schweiz erweiterte er seine medizinische Ausbildung und wurde Neurologe und Psychoanalytiker mit eigener Praxis in Zürich.

Nach gemeinsamen Forschungsreisen vor allem in Afrika entwickelte er mit seiner Frau Goldy Parin-Matthèy († 1997) und Fritz Morgenthaler die Ethnopsychoanalyse. Seit Mitte der 1960er-Jahre wurden die Forscherautoren mit dem gelungenen Versuch international bekannt, die Methoden der Psychoanalyse in der Ethnologie anzuwenden. Mit der psychoanalytisch grundierten Feldforschungsstudie mit dem Titel Die Weißen denken zu viel (1963) wiesen sie nach, dass sich die in Europa und Nordamerika entwickelte und angewandte Psychoanalyse auch für die Arbeit mit Angehörigen anderer Herkunft eignete. Parin war einer der prominentesten Vertreter einer im Sinne radikaler Aufklärung politisch engagierten Psychoanalyse. Er hielt die Erinnerungen an seine Forschungsreisen in mehreren Büchern fest; dazu kamen in seiner letzten Lebenszeit noch eine Reihe von Erzählbänden.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Sachbücher

  • Die Weißen denken zuviel. Psychoanalytische Untersuchungen bei den Dogon in Westafrika. Mit Goldy Parin-Matthèy und Fritz Morgenthaler. Atlantis, Zürich 1963; EVA, Hamburg 2006, ISBN 3-434-50602-0
  • Fürchte Deinen Nächsten wie Dich selbst. Psychoanalyse und Gesellschaft am Modell der Agni in Westafrika (mit Goldy Parin-Matthèy und Fritz Morgenthaler). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1971; Psychosozial, Gießen 2006, ISBN 3-89806-462-X
  • Der Widerspruch im Subjekt. Ethnopsychoanalytische Studien. Syndikat, Frankfurt am Main 1978; EVA, Hamburg 1992, ISBN 3-434-46011-X
  • Untrügliche Zeichen der Veränderung. Jahre in Slowenien. Kindler, München 1980; EVA, Hamburg 1992, ISBN 3-434-50012-X
  • Zu viele Teufel im Land. Aufzeichnungen eines Afrikareisenden. Syndikat, Frankfurt am Main 1985; Drava, Klagenfurt 2008, ISBN 3-85435-545-9
  • Subjekt im Widerspruch (mit Goldy Parin-Matthèy). Syndikat, Frankfurt am Main 1986; Psychosozial, Gießen 2000, ISBN 3-89806-033-0
  • Es ist Krieg und wir gehen hin. Bei den jugoslawischen Partisanen. Rowohlt, Berlin 1991; EVA, Hamburg 1997, ISBN 3-434-50417-6
  • Psychoanalyse, Ethnopsychoanalyse, Kulturkritik. Paul Parins Schriften auf CD-ROM, hrsg. v. Johannes Reichmayr. Psychosozial, Gießen 2004, ISBN 3-89806-211-2

[Bearbeiten] Belletristik

[Bearbeiten] Literatur

  • Ursula Rütten: Im unwegsamen Gelände. Paul Parin – Erzähltes Leben. Europ. Verlagsanstalt, Hamburg 1996, ISBN 3-434-50400-1
  • Emilio Modena (Hrsg.): Leidenschaften. Paul Parin zum 90. Geburtstag. Freitag, Berlin 2007, ISBN 3-936252-13-0
  • Dieter M. Adler: Paul Parin. „Wir waren zu jung, um den Rest unseres Lebens hinter der Couch zu verbringen“. Psychologen-Service.de, Bonn 2007, ISBN 3-00-023881-6

[Bearbeiten] Weblinks

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