Peter Conradi

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Peter Conradi im Dezember 2010

Peter Conradi (* 10. Dezember 1932 in Schwelm) ist ein deutscher Politiker (SPD). Von 1972 bis 1998 war er Abgeordneter des Deutschen Bundestages.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Peter Conradis Vater war der Architekt Helmuth Conradi. Er besuchte von 1947 bis 1949 die Odenwaldschule im südhessischen Oberhambach. 1951 legte er in Stuttgart sein Abitur ab. Anschließend absolvierte er bis 1952 ein Zimmermannspraktikum. Von 1952 bis 1953 folgte ein sozialwissenschaftliches Studium in den Vereinigten Staaten, die er anschließend wieder verließ. In Deutschland wechselte er sein Studienfach und schrieb sich bei der TH Stuttgart ein, um dort von 1953 bis 1961 Architektur zu studieren.

Im Jahre 1961 erhielt Peter Conradi sein Ingenieursdiplom, Fachrichtung Architektur. Nachdem er von 1961 bis 1963 bei der Hochbauverwaltung Baden-Württemberg gearbeitet hatte, wurde er zum Regierungsbaumeister ernannt. In den Jahren von 1963 bis 67 diente er als Assistent an der Universität Stuttgart, um anschließend bis 1972 wieder zur Hochbauverwaltung zurückzuwechseln. Dort war er von 1967 bis 1972 Leiter des Staatlichen Hochbauamts und stieg 1972 zum Oberregierungsbaudirektor auf.

Partei[Bearbeiten]

Peter Conradi ist seit 1959 Mitglied der SPD. Von 1958 bis 1960 gehörte er auch dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) an, zu dem die SPD 1961 nur ein Jahr später einen Unvereinbarkeitsbeschluss fasste. Von 1966 bis 1969 gehörte Conradi dem Vorstand des SPD-Kreisverbandes Stuttgart an. 1968 rückte er in den Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg auf, aus dem er 1972 wieder ausschied. Anschließend war er von 1972 bis 1977 Kreisvorsitzender der SPD Stuttgart.

Von 1972 bis 1974 war Conradi als Mitglied der SPD-Kommission Bodenrechtsreform erstmals in einem bundespolitischen Gremium vertreten. 1979–1993 gehörte er dem Parteirat der SPD an und von 1984 bis 1993 war er Mitglied der SPD-Kontrollkommission.

Weitere Engagements[Bearbeiten]

Conradi ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, von amnesty international und von Transparency International.

Im Oktober und November 2010 nahm er, auf Seite der Projektgegner, teil an den Schlichtungsgesprächen Stuttgart 21 – Zitat: „das politische System Deutschlands wird in 20 Jahren dem der Schweiz viel ähnlicher sein“.[1]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Conradi unterlag bei der Wahl zum Stuttgarter Oberbürgermeister 1974 gegen Manfred Rommel. Von 1972 bis 1998 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Als er 1998 aus dem Parlament ausschied, gehörte er dem Ältestenrat an und war als stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss, im Haushaltsausschuss sowie im Ausschuss für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau vertreten.

Von 1999 bis 2004 war Conradi Präsident der Bundesarchitektenkammer. Derzeit engagiert er sich in der Initiative Bürgerbahn statt Börsenbahn, die sich die Verhinderung der geplanten Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG zum Ziel gesetzt hat.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter Conradi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schlichtung um "Stuttgart 21" – und was dann? Eine für Deutschland ungewohnt zivilisierte Streitkultur, NZZ, 26. November 2010.