World Conference Center Bonn

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Neuer Plenarsaal
Baustelle – links das Kongressgebäude – im Hintergrund das Ameron World Conference Hotel (März 2009)

Das World Conference Center Bonn (WCCB) befindet sich im Bundesviertel von Bonn, in unmittelbarer Nähe des Rheins. Es umfasst die ehemaligen Plenargebäude des Deutschen Bundestages – den neuen Neuen Plenarsaal und das Wasserwerk – und Teile des Bundeshauses. Die Grundsteinlegung für einen Erweiterungsbau, ein Kongresszentrum und ein angeschlossenes Hotel, erfolgte im Mai 2007. Die Bezeichnung „World Conference Center Bonn“ (WCCB) löst die bis zum 14. Mai 2007 benutzte Bezeichnung „Internationales Kongresszentrum Bundeshaus Bonn“ (IKBB) ab. Im Februar 2009 wurden Probleme mit dem Investor für den Erweiterungsbau, SMI Hyundai, bekannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Neuer Plenarsaal

Plenum
Foyer

Der Bundestag hatte bis Mitte der 1980er-Jahre in der ehemaligen Turnhalle der Pädagogischen Akademie getagt. Nachdem sich der Saal als zunehmend baufällig und den Anforderungen des Parlamentes nicht mehr gewachsen erwies, entschied man, das denkmalgeschützte Gebäude abzureißen und an seiner Stelle von der Stuttgarter Architektengruppe Behnisch & Partner einen Neubau errichten zu lassen. Das Gebäude sollte dem Geiste der alten Bundesrepublik folgend Transparenz, Bürgernähe und Bescheidenheit ausdrücken.

Alle Bereiche des Glas- und Stahlgebäudes sind einsehbar, es gibt keine einzige durchgehende Wand. Die aus statischen Gründen unvermeidlichen Betonwände sind durch großflächige Kunstwerke kaschiert. Die Sitzordnung ist im Unterschied zu bisherigen Parlamentsgebäuden kreisrund gewählt. Dadurch sitzen die Abgeordneten Regierung, Präsidium und Redner nicht gegenüber, sondern mit ihnen zusammen. Außerdem gibt es so keine Außensitze. Seit der Bundestagswahl 1998 ist die Sitzordnung unverändert, lediglich die Stenografenplätze vor dem Rednerpult wurden entfernt.

Der eigentliche Plenarsaal liegt unter dem Boden der Umgebung, wodurch das gesamte Gebäude kleiner und somit bescheidener wirkt. Die Eingänge für die Abgeordneten und für die Besucher liegen nur wenige Meter auseinander und auch das Foyer ist von einem Besucherbalkon einsehbar.

Der Bundestagsadler, die so genannte fette Henne, ist eine Kopie des ersten Adlers aus dem alten Plenarsaal, die aus optischen Gründen aus Aluminium anstatt aus Gips gefertigt wurde. Das Gefieder des Wappenvogels ist asymmetrisch und lückenhaft, um den Abgeordneten vor Augen zu führen, dass sie niemals Perfektion erreichen werden.

[Bearbeiten] Wasserwerk

Wasserwerk

Für die Zeit des Abrisses des alten Plenarsaals und des Neubaus benötigte der Bundestag ein Ausweichquartier. Die Wahl fiel auf das Pumpenhaus des ehemaligen Wasserwerks Gronau direkt am Fuße des Langen Eugen. Das Wasserwerk war 1875 gebaut worden, um Bonn mit Rhein-Uferfiltrat zu versorgen. Nachdem Bonn seit Anfang der 1950er-Jahre mit Wasser aus der Wahnbachtalsperre versorgt wurde, war das Wasserwerk stillgelegt worden.

Für den Bundestag wurde das Pumpenhaus von 1892 im Jahre 1985 zum Sitzungssaal umgebaut und von 1986 bis 1992 genutzt. Das Gebäude hat etwa die halbe Grundfläche des alten und des neuen Plenarsaals, wodurch die Abgeordneten sehr beengt saßen. Einige Teilnehmer berichten, die Sitzungen seien deshalb außergewöhnlich friedlich gewesen. Alle Bundestagssitzungen zur Wiedervereinigung fanden im Wasserwerk statt. Die Raumnot wurde dann durch die zusätzlichen Abgeordneten aus den neuen Bundesländern noch verschärft, weshalb teilweise Klappstühle aufgestellt werden mussten. Auch die knappe Entscheidung zum Berlin-Umzug fiel im Wasserwerk.

[Bearbeiten] Kongresszentrum und Hotel

Nachdem der Plenarsaal und das Alte Wasserwerk am 1. August 1999 zum „Internationalen Kongresszentrum Bundeshaus Bonn“ überführt wurden, konkretisierten Bund und Stadt Überlegungen zu einem umfassenden Erweiterungsbau. Im August 2000 wurde dafür ein 100 Meter hoher „Bonn-Kegel“ ins Spiel gebracht, der als Multifunktionshalle auch Stätte von Konzerten und Sportereignissen werden sollte. Ende des Jahres wurden die Überlegungen seitens der Stadt forciert. Die über 400 Millionen Mark teure Halle stellte sich aber später als unrealistisch dar.

Modell des im Bau befindlichen Kongresszentrums und Hotels

Im Februar 2002 wurden die Planungen wieder aufgenommen. Am 27. Februar 2002 trafen in Anwesenheit des damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan Bund, Land NRW und der Stadt Bonn die „Vereinbarung über die Ansiedlung internationaler Einrichtungen in Bonn und IKBB“. Die Stadt erhielt vom Bund den Plenarsaal, das Wasserwerk und den sogenannten „Vizepräsidentenbau“ zur Nutzung zur Verfügung und übernahm die Trägerschaft für das Projekt. Am 21. Dezember 2004 ging das Büro „YES architecture“ – Prof. Ruth Berktold aus München und Marion Wicher aus Graz – als Sieger aus einem sechsmonatigen Architektenwettbewerb hervor.

[Bearbeiten] Investor

Als Investor präsentierte die Stadt Bonn 2005 das koreanische Unternehmen SMI Hyundai, nachdem Verhandlungen mit zwei anderen potentiellen Investoren im Laufe des Jahres 2005 abgebrochen worden waren. Die anderen potentiellen Investoren waren die Gesellschaft für Grundstücksentwicklung (GEAG) aus Frankfurt/Main und eine Gruppe, die unter dem Namen „IKBB AG“ firmierte.[1]

SMI Hyundai hat seinen Hauptsitz in den USA. Der Bau des Bonner Kongresszentrums sollte das erste Großprojekt in Europa sein. In das Gesamtprojekt erklärte Mann Ki Kim, zum damaligen Zeitpunkt Präsident der SMI Hyundai, ca. 140 Mio. Euro zu investieren, um am Rhein das „führende Kongresszentrum in Deutschland“ und eine „internationale Begegnungsstätte für Geschäftsleute[2] entstehen zu lassen. Der Investor verpflichtete sich per Vertrag, für die Zeit von 30 Jahren die „Bewirtschaftungs- und Serviceleistungen“ für das Kongresszentrum zu übernehmen. „ohne dass hierfür die Stadt einen dauerhaften Zuschuss zahlen muss“. [3] Im Frühjahr 2009 wurde bekannt, dass der Investor statt der von ihm zugesagten 40 Mio. € Eigenanteil gerade mal 10 Mio. € selbst eingebracht hatte [4] (zu den Problemen mit dem Investor - s. Kapitel unten). Im Januar 2009 präsentierte SMI Hyundai zudem einen neuen Präsidenten - der US-Amerikaner David Dale hatte in der Zwischenzeit Mann Ki Kim abgelöst.

[Bearbeiten] Kosten

Die Kosten für den Bau wurden bis Ende 2008 mit einem Kredit der Sparkasse KölnBonn in Höhe von 70 Mio. € und von dem Investor aufgebrachte Mittel finanziert. Weiterer Förderer mit 36 Millionen Euro ist das Land Nordrhein-Westfalen. Unterstützt wird die Erweiterung des Kongresszentrums zudem vom Bund mit Grundstücken im Wert von 43,5 Mio. Euro und Rücklagen in Höhe von 52 Mio €. Damit soll die Bundesstadt Bonn als Standort internationaler Organisationen, insbesondere der VN, ausgebaut werden. Die Rücklagen sollen dazu dienen, mögliche Mindereinnahmen durch die Zinseinnahmen auszugleichen. Reichen diese nicht aus, sollen die Rücklagen selbst herangezogen werden und notfalls muss die Stadt die entstehenden Kosten tragen.

Zum Betrieb des WCCB erhielt die Betreibergesellschaft 2007 und 2008 jeweils 600.000 € Zuschüsse, die aus den Rücklagen finanziert werden. Am 7. Mai 2009 beschloss der Rat der Stadt Bonn eine Verlängerung der Subventionszeit für den Betreiber. Er erhält bis 2014 – und nicht wie zunächst vereinbart bis 2010 – pro Jahr rund 600.000 €. Dafür verlangt der Rat von dem Betreiber, seine Wirtschaftspläne offenzulegen.

[Bearbeiten] Beginn der Bauarbeiten

Gelände, auf dem der Erweiterungsbau des WCCB entsteht, rechts die – mittlerweile abgerissene – Villa Dahm
Archäologische Grabungen (Juni 2006)

Am 13. März 2006 unterzeichneten die Beteiligten den Vertrag , so dass die Verhandlungen ein Ende fanden. Mit der weiteren Planung, der Projektsteuerung und dem Baumanagement wurde das Berliner Büro HONG Architekten beauftragt.

Im Februar 2006 wurde das Baugrundstück gerodet. Von Mai bis Oktober 2006 untersuchten Archäologen das Gebiet, das zum römischen „vicus bonnensis“ gehörte. Anfang Juni wurde mit dem Abriss der Villa Dahm (ehemaliger Sitz der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft) begonnen, der am 11. Juli abgeschlossen wurde.

Im November 2006 fand der erste Spatenstich statt. Vor 200 geladenen Gästen lobte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann SMI Hyundai und deren damaligen Präsidenten: „Sie sind ein Glücksfall für Bonn.“ [5] Die Grundsteinlegung erfolgte im Mai 2007 und im September 2008 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Der Gebäudekomplex umfasst neben dem Kongressgebäude das 17-stöckige Ameron World Conference Hotel mit insgesamt 68 Metern Höhe und 334 Zimmern und Suiten, das von der Althoff-Gruppe betrieben werden wird. Im Bau befindet sich daneben ein Parkhauses an der Dahlmannstraße. Nach der Fertigstellung soll das neue Kongresszentrum über einen großen Saal mit einer Kapazität von 2650 Teilnehmern verfügen. Dieser Saal kann auf 3500 Plätze vergrößert werden, indem er mit einem anschließenden kleinen Saal kombiniert wird. Daneben gibt es vier weitere unterteilbare Konferenzsäle, die zwischen 345 und 600 Personen Platz bieten. Das 2.500 Quadratmeter große, von einem stützenfreien Kristalldach überspannte Foyer des Erweiterungsbaus wird zukünftig für Ausstellungen, Empfänge oder Präsentationen genutzt. Entlang der Dahlmannstraße sind 3.500 m² Einzelhandelsfläche vorgesehen.[6]

[Bearbeiten] Baukosten steigen von 140 auf 200 Mio. Euro

Im Februar 2009 wurden Probleme mit dem Investor SMI Hyundai bekannt. Die Kosten für das Projekt waren zu diesem Zeitpunkt von 140 Mio. € auf 200 Mio. € gestiegen [7]. SMI Hyundai war nicht mehr in der Lage, die zusätzlichen 60 Mio. € zu finanzieren.

Eine exakte Begründung für das 60-Millionen-Loch blieben der Chef der Bonner Bauaufsicht und die Oberbürgermeisterin, so Bernd Leyendecker im General-Anzeiger am 19.März 2009, „bislang schuldig“[8]. In einem Pressegespräch nach der Sitzung des Rats-Unterausschusses „Zukunft Bonn“ am 19. März 2009 erklärten Verwaltungsvertreter mündlich, dass die Baukostensteigerung von zunächst 140 auf jetzt 183 Mio. € „im wesentlichen auf die Vergrößerung des Hotels von 200 auf nun 336 Zimmer, auf den Bau größerer Ausstellungsflächen, die Materialkostensteigerung und die Abwertung des Dollars (die Finanzierung basierte auf dem US-Dollar) zurückzuführen sei“.[9] Der Rat der Stadt Bonn beschloss am 7. Mai 2009, dass der Rechnungsprüfungsausschuss die Baukostensteigerung untersuchen soll.

Dachkonstruktion über dem Foyer

Anstelle von SMI Hyundai ist eine koreanische Investmentgesellschaft in das für die Durchführung des Bonner Projektes gegründete United Nations Conference Center (UNCC) eingestiegen. Sie hat Gesellschaftsanteile von SMI Hyundai übernommen.[10] Bei diesem neuen Investor handelt es sich um die „Honua Investment Management Inc.“, einer Gesellschaft mit Hauptsitz in Honolulu, über die ansonsten wenig bekannt ist - ihre Homepage beispielsweise ist „under construction“ [11]. Ein „dubioser“ Finanzierer, so der wdr am 30. April 2009 über die Honua nach einem Besuch des Firmensitzes auf Hawai.[12] Honua befindet sich im Besitz von drei südkoreanischen Lebensversicherern : der „Dongbu Insurance Company“, der „Dongbu Life Insurance Company“ und der „Kumho Life Insurance Company“. Andrew Jang, der Chef von Honua, hat sich der Stadt gegenüber schriftlich verpflichtet, das Finanzloch von 60 Millionen Euro zu stopfen [13] Mehrere Termine - 30. Juni 2009 und 10. Juli 2009 - ließ Honua allerdings verstreichen, ohne dass die zugesagten 30 Mio € Eigenkapital überwiesen wurden.

Neben der weiteren Finanzierung, die durch den neuen Investor erfolgen soll, kündigte die Stadtverwaltung an, dass die Sparkasse KölnBonn einen weiteren Kredit in Höhe von 30 Mio. € geben werde. Neben der Erhöhung des Kredites sei beabsichtigt, dass die Sparkasse die zu erbringenden Zinsleistungen zu besseren Konditionen abwickelt, um die Wirtschaftlichkeit des Projektes zu steigern. Die Entscheidung für den neuen Kredit soll nach einer abgeschlossenen Risikobewertung durch eine Wirtschaftsprüfung erfolgen. Eine Nebenabrede in Höhe von 104 Mio €, eine Quasi-Bürgschaft übernahm die Stadt Bonn.

[Bearbeiten] Offene Fragen

Im Zusammenhang mit der Erweiterung des WCCB stellen sich eine Reihe von Fragen.

[Bearbeiten] Grundlagen der Entscheidung für SMI Hyundai

Die erste offene Frage betrifft die Grundlagen, auf denen die Stadt Bonn entschieden hat, mit SMI Hyundai einen Vertrag abzuschließen. Die südkoreanische Firma mit Sitz in den USA hatte zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses kein einziges Projekt in Europa angefangen, geschweige denn abgeschlossen. Gab es es eine professionelle Bewertung der Firma? Wer hat sie vorgenommen? Ähnlich verhält es sich bei dem neuen Investor, den die Stadt im Frühjahr 2009 präsentierte: „dubios“ nennt der wdr diese Firma. Auf welcher Grundlage entscheidet die Stadt, nun diese Firma mit der Fortführung des Projektes zu beauftragen? Welches Interesse hat Honua an dem Projekt?

[Bearbeiten] Wem gehört das UNCC?

Die Stadt präsentierte seit 2005 SMI Hyundai als Vertragspartner. Eine offene Frage ist die, warum daneben eine weitere Firma, das UNCC, gegründet wurde. Wer ist das UNCC? Welche Anteile hat (noch) SMI Hyundai? Welche Anteile Honua? Neben diesen beiden Firmen hat eine israelische Gesellschaft Anteile - laut Mitteilung der Stadt Bonn sogar 94%. Dabei handelt es sich um Arazim Investments Ltd. [14], eine Investment-Firma mit Sitz in Ramat Gan. Sie operiert in Großbritannien, Deutschland [15] und Israel. Aufgrund ihrer Anteile am UNCC legte Arazim Widerspruch dagegen ein, die Übertragung der Gesellschafteranteile auf Honua in das Handelsregister einzutragen. Welche Rolle spielt Arazim beim UNCC? Mit welchen Zielen hat diese Firma sich beim UNCC eingekauft?

[Bearbeiten] Kosten

Neben der Frage, wer die Kosten für die Fertigstellung des Projektes trägt, betrifft eine weitere entscheidende Frage die Höhe der Folgekosten des Projektes und daran anschließend die Frage, wer die Folgekosten zu tragen hat. Bis 10. Juli 2009 hatte Honua von Seiten der Stadt Bonn eine Frist gesetzt bekommen, um die notwendigen zusätzlichen Finanzmittel zu erbringen. Honua ließ diese Frist verstreichen, ohne die angekündigten finanziellen Zahlungen zu leisten. Eine Reaktion der Stadt Bonn darauf erfolgte nicht.

Erfüllt Honua die Bedingungen, würde das bedeuten, dass die absehbaren Folgekosten, ganz besonders die Zinsleistungen, vom Investor erbracht werden. Erfüllt Honua diese Bedingungen nicht, tritt der sogenannte Heimfall ein, was bedeutet, dass das WCCB an die Stadt zurückfällt. Die Stadt müsste dann für die restlichen 30 Mio. €, die zur Fortführung des Projektes gebraucht werden, einen Kreditgeber finden. Und: die Stadt Bonn müsste die Folgekosten aufbringen, z.B. die fälligen Zinsen, die bei einem Kredit in Höhe von 104 Mio € etwas mehr als 5 Mio. € jährlich betragen. Ob sich die Geschäfte des WCCB so entwickeln wie prognostiziert [16], ist eine weitere Frage. Entsprechend einer Prognose der Stadt werden ab 2010 Erlöse erwartet, Erlöse in einer Höhe, die höher sind als die Folgekosten aber erst ab 2015. Die in 10 Jahren beginnende Tilgung der Kredite ist dabei allerdings nicht berücksichtigt.

[Bearbeiten] Betreibergesellschaft

Bis zum Januar 2007 führte der „Gegenbauer Location Management & Services GmbH“ der Berliner Unternehmensgruppe Gegenbauer den Betrieb des WCCB (und der Beethovenhalle). Danach übernahm ihn die „SMI HYUNDAI Management GmbH“. Mittlerweile (März 2009) firmiert die „World Conference Center Bonn Management GmbH“ als Betreiber des Kongresszentrums. Die Gesellschaft befindet sich seit 2009 im Besitz von Honua, die Stadt Bonn ist mit 1 € an der Gesellschaft beteilgt.

[Bearbeiten] Städtebauliche Auswirkungen der Erweiterung

Der Erweiterungsbau des WCCB erforderte schon vor dem Baubeginn die Niederlegung großer Flächen im Bereich zwischen Dahlmann-, Saemisch- und Görrestraße. Insbesondere an der Dahlmannstraße mussten mehrere geschichtsträchtige Gebäude abgerissen werden, die für die Zeit Bonns als Bundeshauptstadt eine große Bedeutung hatten. Dazu gehört die ehemalige Landesvertretung Niedersachsens, die 1992 von Sachsen-Anhalt übernommen wurde. Das Studio Bonn des WDR – es entspricht in der Funktion dem heutigen ARD-Hauptstadtstudio in Berlin – fiel den Vorbereitungen ebenso zum Opfer.

Der denkmalgeschützte „Bundeshaus-Kiosk“

Das 1949 von der Bundesregierung für Nachrichtenagenturen und Pressevertreter aufgestellte Pressehaus an der Görrestraße musste ebenfalls abgerissen werden. Auch die provisorischen Bürocontainer für das Sekretariat der Vereinten Nationen zur Frühwarnstrategie haben dem Neubau weichen müssen.

Der seit 2002 denkmalgeschützte Kiosk vor dem Bundeshaus ist verlegt worden. Er besteht seit 1957 und war aufgrund seiner Nutzung durch viele Parlamentarier bis zum Umzug des Bundestages nach Berlin einer der berühmtesten in Deutschland. Zunächst war geplant, ihn an der Heussallee wiederaufzubauen, nun soll er auf dem Gelände vor dem Bundeskanzleramt untergebracht werden. Am 11. Oktober 2006 wurde der Kiosk entfernt und wird bis zum Wiederaufbau – voraussichtlich 2010 – in Bornheim-Hersel zwischengelagert. Der Pächter wird während dieser Übergangszeit in ein Provisorium umziehen.

Die zunächst ebenfalls geplante Niederlegung der 1965 und 1966 gebauten Abgeordneten-Wohnhäuser an der Heussallee wurde aufgrund der historischen Bedeutung nicht durchgeführt, da diese sich auf dem Randbereich des Areals befinden und deshalb in das Gesamtkonzept besser zu integrieren sind.

[Bearbeiten] Literatur

  • Jörg Damm, Karin Eßer: Kurskorrektur – Architektur und Wandel in Bonn. Hatje Cantz Verlag 2002, ISBN 3-7757-1269-0. Neue ISBN ab 1/2007: 978-3-7757-1269-9

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: World Conference Center Bonn – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Quellen

  1. „Koreaner bauen Kongresszentrum“, Kölner Stadt-Anzeiger, 30. Juli 2005
  2. „Koreaner bauen Kongresszentrum“, Kölner Stadt-Anzeiger, 30. Juli 2005
  3. Eckpunkte des Projektvertrages für das World Conference Center Bonn (WorldCCBonn, ehemals IKBB)
  4. Bernd Leyendecker: „Die hektische Suche nach einem neuen Investor“, General-Anzeiger, 14.4.2009
  5. zit. in: „Bonn will in die erste Liga der Konferenzstädte“, General-Anzeiger, 4.11.2009
  6. „Bonn International Conference Center at the United Nation Campus“ Das World Conference Hotel Bonn
  7. WCC Bonn: Politiker fordern mehr Information, General-Anzeiger Bonn, 4.3.2009
  8. „Kostenexplosion beim WCC Bonn: Gründe bleiben ungeklärt“, General-Anzeiger, 19.3.2009
  9. Stadt sieht keine dunklen Wolken mehr über dem WCC Bonn, General-Anzeiger, 20.3.2009
  10. „Stadt sieht keine dunklen Wolken mehr über dem WCC Bonn“, General-Anzeiger, 20.3.2009
  11. Website der Honua Investment Management Inc.
  12. „Dubiose Finanzierer des Bonner Kongreßzentrums“, wdr, 30.4.2009
  13. Bernd Leyendecker: „Die hektische Suche nach einem neuen Investor“, General-Anzeiger, 15.4.2009
  14. Google Finance über Arazim
  15. ein Bericht über die Rolle von Arazim in Hattingen
  16. Matthias Schultze: „Das World Conference Center Bonn“, 23.4.2009

50.7194630861317.1242582798004Koordinaten: 50° 43′ 10,07″ N, 7° 7′ 27,33″ O

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