Pneumatologie
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Pneumatologie (aus griech. πνεῦμα pneûma - "Hauch, Atem" und λόγος lógos - "Rede, Sinn") bezeichnet allgemein die Lehre von den Geistern im Spiritualismus, aber insbesondere innerhalb der Dogmatik der Christlichen Theologie die Lehre vom und die Reflexion über den Heiligen Geist, die dritte Person der Trinität.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Pneumatologie im Spiritualismus
Im Spiritualismus geht es um die Frage nach der Realität der Geisterwelt. So verwendete Baron Güldenstubbe den Begriff im Rahmen seiner Nekromantie in seinem Werk Positive Pneumatologie. 194 Totenbriefe aus allen Zeiten und in den verschiedensten Sprachen.
[Bearbeiten] Pneumatologie in der Bibel
Im Blick auf die Bibel wird vor allem über die alttestamentliche, die johanneische und die paulinische Pneumatologie gesprochen. In der johanneischen Pneumatologie sticht besonders die Anschauung vom Parakleten hervor.
[Bearbeiten] Pneumatologie in der Theologie
[Bearbeiten] Evangelische Theologie
Karl Barths Pneumatologie wird als besonders christozentrisch gekennzeichnet.
Jürgen Moltmanns Pneumatologie versteht sich als „eine Einladung zur Öffnung für die Erfahrungen des lebendig-machenden Geistes und zur Bejahung des Lebens, zur Überwindung der Bedrohungen des Lebens und zur Wiedergeburt.“ Er bemüht sich darin unter anderem, die „Alternative zwischen der göttlichen Offenbarung und der menschlichen Erfahrung des Heiligen Geistes“ zu überwinden. Den Heiligen Geist versteht er programmatisch als „Geist des Lebens“.
[Bearbeiten] Katholische Theologie
Nach katholischem Verständnis ist die Ekklesiologie auf die Pneumatologie verwiesen. Daher sei in der klassischen Gestalt der katholischen Dogmatik Pneumatologie als eigener Traktat lange Zeit nicht vorgekommen.
[Bearbeiten] Pneumatologie in der Philosophie
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1826 verwendet Karl Bormann den Begriff Pneumatologie als Synonym für „die metaphysische Lehre von dem Ursprunge der Vernunft“. Für Immanuel Kant gehen nicht wenige mit davon aus, dass er keine Pneumatologie vertreten habe (Volker Stümke). Als große Schwäche der hegelschen Pneumatologie gilt sein „prometheischer pneumatologischer Immanentismus, die überrealisierte Eschatologie“ (Heidelberger Ökumenisches Forum). Der Philosoph Ferdinand Ebner spricht von der Pneumatologie des Wortes und diese Pneumatologie ist für ihn die einzig mögliche Vermittlungsweise der geistigen Realitäten, auch wenn sie letztlich zweideutig bleibt. Jede wahre Pneumatologie ist Sprachwissenschaft in tieferem Sinne, Wissen vom Wort und eine Interpretation des Introitus zum Johannes-Evangelium (II, 149).
[Bearbeiten] Pneumatologie in der Medizin
Jean N. Demarquay führte den Begriff 1867 in die Medizin als Sammelbegriff für die Untersuchungen über Gase ein.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
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- Otto Riecker: Das evangelistische Wort. Pneumatologie und Psychologie der evangelistischen Bewegung, Träger, Rede und Versammlung, 1935; 1974
- Klauspeter Blaser: Vorstoß zur Pneumatologie, 1977
- Walter Kasper: Gegenwart des Geistes. Aspekte der Pneumatologie, 1979
- Thomas Freyer: Pneumatologie als Strukturprinzip der Dogmatik. Überlegungen im Anschluß an die Lehre von der „Geisttaufe“ bei Karl Barth, 1982
- Christian Schütz: Einführung in die Pneumatologie, 1985
- Hansjörg Kägi: Der Heilige Geist in charismatischer Erfahrung und theologischer Reflexion. Ein Beitrag zur Pneumatologie, 1989
- Hong-Hsin Lin: Die Person des Heiligen Geistes als Thema der Pneumatologie in der reformierten Theologie, 1990; 1998
- Jürgen Moltmann: Der Geist des Lebens eine ganzheitliche Pneumatologie, 1991
- Theodor Schneider: Handbuch der Dogmatik. Prolegomena, Gotteslehre, Schöpfungslehre, Christologie, Pneumatologie, 1992; 1995; 2000; 2002
- Gerhard Ludwig Müller: Der Heilige Geist. Pneumatologie, 1993
- Bernd Jochen Hilberath: Pneumatologie, 1994
- Wolfgang Beinert: 3 Glaubenszugänge. Pneumatologie - Die Lehre vom Heiligen Geist u.a., 1995
- Josef Freitag: Geist-Vergessen - Geist-Erinnern. Vladimir Losskys Pneumatologie als Herausforderung westlicher Theologie, 1995
- Christian Henning: Die evangelische Lehre vom Heiligen Geist und seiner Person. Studien zur Architektur protestantischer
- Hyeon-Kweon Stephan Cho: Heiliger Geist als Lebenskraft in Kirche und Menschheit die „Qi“-(Ki/Ch'i)-Idee als Inkulturationsangebot fernöstlicher Pneumatologie, 2002
- Wolf-Dieter Hauschild: Pneumatologie in der Alten Kirche, 2004
- Daniel Munteanu: Der tröstende Geist der Liebe. Zu einer ökumenischen Lehre vom Heiligen Geist über die trinitarischen Theologien J. Moltmanns und D. Staniloaes, Neukirchen-Vluyn 2003

