Portalachse

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Große Bodenfreiheit durch Portalachsen beim Unimog
Vergleich zwischen einer normalen Achse und einer Portalachse
Portalachse bei einem Pinzgauer

Portalachsen sind eine Sonderform der Vorgelegeachse. Sie werden zum einen an geländegängigen Fahrzeugen eingebaut, um eine größere Bodenfreiheit zu erreichen, sowie bei Niederflurfahrzeugen im öffentlichen Personennahverkehr, um Fahrzeugkonstruktionen mit möglichst niedrigen Flurhöhen realisieren zu können. In diesem Fall wird der Achskörper um 180° gedreht. Man baut ein Versatzgetriebe in die Rad-Nabe einer angetriebenen Achse und verlegt so das Achsrohr mit den Steckachsen und Differentialgetriebe in die Höhe. Der Gewinn an Bodenfreiheit beträgt zwischen 5 und 40 Zentimetern je nach Achskonstruktion. Es gibt sie als Portalpendelachse wie beim VW Kübelwagen, Tatra 805, Puch Haflinger, Praga V3S und Pinzgauer oder als Starrachse beim Unimog von Daimler-Benz, dem Volvo C303, dem Lancia/Fiat/Iveco-ACL75/ACM80, dem Iveco 75-13 AW bzw. Magirus-Deutz 130M7FAL oder dem Renault TRM 2000, sowie beim Sisu SA110 und Tatra T810. Beim US-amerikanischen HMMWV sind Getriebe-untersetzte Radnaben mit Doppelquerlenkern kombiniert.

Wenn die Achsgetriebe gleichzeitig eine Untersetzung darstellen, können die Steckachsen und das Differential durch die verringerten Drehmomentbelastungen kleiner und damit leichter ausgeführt werden, ähnlich wie bei Achsen mit Planetengetrieben.[1]

Bei Niederfluromnibussen werden hingegen invertierte Portalachsen mit außermittig liegendem Differenzialgehäuse verwendet, um ein niedriges Bodenniveau im Bereich der Hinterachse zu ermöglichen.[2] Bei diesen zählt nicht die hohe Bodenfreiheit, sondern das eher gegenteilige Bestreben, im Fahrzeuginneren einen möglichst niedrigen Fahrgastfußboden, ohne Stufen oder steile Anstiege im Mittelgang zu realisieren.

Beim (Einzelrad-)Portalantrieb einer Niedrigstflur-Straßenbahn wie dem R-Triebwagen der Straßenbahn Frankfurt am Main wird auf eine durchgehende Antriebsachse sogar ganz verzichtet.

Die von 1950 bis 1967 produzierte erste Generation des VW Transporters hatte auch eine Portalachse mit Untersetzungsgetrieben, aber nicht um die Bodenfreiheit zu erhöhen, sondern um ein serienmäßiges Käfergetriebe einbauen zu können und trotzdem eine geringere Übersetzung zu haben.

Portal-Fahrwerk[Bearbeiten]

Maschinen mit Portal-Fahrwerken sind Portalkräne und Kompostumsetzer.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leske, Schäffler: Getriebe. 1994, Abschnitt 6.3.2.
  2. Innovation und Effizienz mit System. ZF-Achssysteme für Stadt- und Reisebusse. (PDF) ZF Friedrichshafen AG. S. 14. Abgerufen am 26. Januar 2014.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Portalachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien