Portalachse

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Große Bodenfreiheit durch Portalachsen beim Unimog
Vergleich zwischen einer normalen Achse und einer Portalachse
Portalachse bei einem Pinzgauer
Das Portalachsversatzgetriebe am VW Typ 82 ändert die Drehrichtung von Antriebswelle zum Rad

Portalachsen sind eine Sonderform der Vorgelegeachse. Sie werden zum einen an geländegängigen Fahrzeugen eingebaut, um eine größere Bodenfreiheit zu erreichen, zum anderen bei Niederflurfahrzeugen im öffentlichen Personennahverkehr, um Fahrzeugkonstruktionen mit möglichst niedrigen Flurhöhen realisieren zu können.

Im Vergleich zum ersten Fall ist im zweiten Fall der Achskörper um 180° gedreht. In beiden Fällen verlegen Versatzgetriebe in den Rad-Naben das Achsrohr und das Differentialgetriebe in der Höhe.

Bodenfreiheit[Bearbeiten]

Um eine große Bodenfreiheit zu erreichen wird das Differenzialgetriebe und die damit verbundenen Antriebswellen nach oben verlegt. Der Gewinn an Bodenfreiheit beträgt zwischen 5 und 40 Zentimetern je nach Achskonstruktion. Solche Portalachsen gibt es als Portalpendelachse wie beim VW Kübelwagen, Tatra 805, Puch Haflinger, Praga V3S und Pinzgauer oder als Starrachse beim Unimog von Daimler-Benz, dem Volvo C303, dem Lancia/Fiat/Iveco-ACL75/ACM80, dem Iveco 75-13 AW bzw. Magirus-Deutz 130M7FAL oder dem Renault TRM 2000, sowie beim Sisu SA110 und Tatra T810. Beim US-amerikanischen HMMWV sind Getriebe-untersetzte Radnaben mit Doppelquerlenkern kombiniert.

Wenn die Achsgetriebe gleichzeitig eine Untersetzung darstellen, können die Steckachsen und das Differential durch die verringerten Drehmomentbelastungen kleiner und damit leichter ausgeführt werden, ähnlich wie bei Achsen mit Planetengetrieben.[1]

Niederflur[Bearbeiten]

Bei Niederfluromnibussen werden hingegen invertierte Portalachsen mit außermittig (nicht unter dem Mittelgang) liegendem Differenzialgehäuse verwendet, um ein niedriges Bodenniveau im Bereich der Hinterachse zu ermöglichen. Die Achsbrücke wird durch die Portalachse nach unten verlegt.[2] Bei diesen wird eine eher niedrige Bodenfreiheit in Kauf genommen, um im Fahrzeuginneren einen möglichst niedrigen Fahrgastfußboden, ohne Stufen oder steile Anstiege im Mittelgang zu realisieren.

Bei der Niedrigstflur-Straßenbahn der Baureihe R der Straßenbahn Frankfurt am Main wird auf einen gemeinsamen mechanischen Antriebsstrang für rechte und linke Räder sogar ganz verzichtet. Die an den Fahrzeugseiten senkrecht stehenden gesteuerten Elektromotoren treiben die einzelnen Räder über Winkelgetriebe an.

Untersetzung[Bearbeiten]

Die von 1950 bis 1967 produzierte erste Generation des VW Transporters hatte auch eine Portalachse mit Untersetzungsgetrieben, aber nicht um die Bodenfreiheit zu erhöhen, sondern um ein serienmäßiges Käfergetriebe einbauen zu können und trotzdem eine geringere Übersetzung zu haben.

Portal-Fahrwerk[Bearbeiten]

Maschinen mit Portal-Fahrwerken sind Portalkräne und Kompostumsetzer.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leske, Schäffler: Getriebe. 1994, Abschnitt 6.3.2.
  2. Innovation und Effizienz mit System. ZF-Achssysteme für Stadt- und Reisebusse. (PDF) ZF Friedrichshafen AG. S. 14. Abgerufen am 26. Januar 2014.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Portalachsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien