Queen Anne’s Revenge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Queen Anne’s Revenge
Die Queen Anne’s Revenge

Die Queen Anne’s Revenge

p1
Schiffsdaten
Übernahme 1711 (Frankreich)
1717 (Benjamin Hornigold / Blackbeard)
Indienststellung 1710
Verbleib 1718 auf Grund gelaufen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
ca. 33 m (Lüa)
Breite 7,3 m
Verdrängung ca. 300
 
Besatzung 125
Bewaffnung

40 Kanonen

34.693055555556-76.669444444444Koordinaten: 34° 41′ 35″ N, 76° 40′ 10″ W

Karte: North Carolina
marker
Queen Anne’s Revenge
Magnify-clip.png
North Carolina

Die Queen Anne’s Revenge war das Flaggschiff des Piraten Blackbeard.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff gehörte zunächst dem französischen Kaufmann Rene Montaudoin und hieß La Concorde. Er gehörte einer stark in den französischen Sklavenhandel involvierten Familie an. Heimathafen des Schiffes war Nantes, damals ein Zentrum des Sklavenhandels. Üblicherweise wurden die Schiffe in Nantes im Rahmen des atlantischen Dreieckshandels mit Waren beladen, erwarben an der afrikanischen Küste Sklaven und transportierten sie in die Neue Welt. Dort wurden die Schiffe mit den dortigen Produkten beladen und fuhren zurück nach Europa. Allein die Überquerung des Atlantik dauerte dabei zwei Monate. 1713, 1715 und 1717 hatte Montaudin die La Concorde ausgeschickt zu derartigen Sklavenhandelsfahrten. Am 24. März 1717 war das Schiff unter Captain Pierre Dosset zu seiner letzten Fahrt unter französischer Flagge in Nantes aufgebrochen. An Bord befand sich eine 75 Mann starke Besatzung, die Bewaffnung bestand aus 16 Kanonen. Am 8. Juli erreichte die La Concorde Ouidah und nahm hier 516 Sklaven auf. Außerdem nahmen der Kapitän und andere Offiziere 20 Pfund Goldstaub zur eigenen Verwendung an Bord. Bei der achtwöchigen Überfahrt gingen 16 Seeleute verloren und 61 Afrikaner starben.

Blackbeard diente zunächst an Bord eines jamaikanischen Schiffs unter dem Befehl des Piraten Benjamin Hornigold. 1717 gelang es ihm, La Concorde 100 Seemeilen vor Martinique zu kapern. Hornigold verfügte hierbei über zwei Sloops mit acht bzw. zwölf Kanonen und insgesamt 150 Piraten. Nach der Kaperung der La Concorde wurde Blackbeard zum Kapitän ernannt. Blackbeard steuerte als frisch ernannter Kapitän die Insel Bequia an, wo er die französischen Seeleute und die Sklaven von Bord ließ. Lediglich vier Franzosen, die sich den Piraten angeschlossen hatten, blieben auf dem Schiff. Die La Concorde wurde in Queen Anne's Revenge umgetauft und mit insgesamt 40 Kanonen bewaffnet.[1] Das Schiff wurde ein Teil von Blackbeards Piratenflotte, mit der er die Karibik und die nordamerikanischen Küstengewässer heimsuchte. Im Mai 1718 blockierten die Piraten den Hafen von Charleston und erpressten ein erhebliches Lösegeld. Nach der Blockade lief das Schiff bei Beaufort Inlet in North Carolina auf eine Sandbank auf und sank.

Wrack[Bearbeiten]

1996 konnte der Schatzsucher Phil Masters das Wrack in der Bucht von Beaufort auffinden.[2] Masters hat sich bei seiner Suche auf Aufzeichnungen eines der Matrosen Blackbeards gestützt. Aus der großen Anzahl der gefundenen Kanonen ergab sich bereits vor der endgültigen Bestimmung des Wracks, dass es sich um ein Piratenschiff gehandelt haben muss. Das Wrack wird noch immer von Unterwasserarchäologen untersucht und ist Ziel von Tauchausflügen. Ende Mai 2011 wurde ein Anker des Schiffes gehoben und soll Teil einer Ausstellung werden, auf der konservierte Gegenstände des Schiffes präsentiert werden.[3]

Es ist eines von nur fünf Schiffen, die eindeutig als Piratenwracks identifiziert werden konnten: Am 19. Juli 1998 entdeckte man den Rumpf der Whydah von Samuel Bellamy. Das Schiff Speaker des Piraten John Bowen wurde vom Historiker Patrick Lizé 1980 vor der Küste von Mauritius und das Schiff William Kidds, die Adventure Galley, 2000 vor Madagaskar entdeckt. Das letzte gefundene, nachgewiesene Piratenwrack ist die 1721 gesunkene Fiery Dragon von William Condon, welches ebenfalls von Barry Clifford im Jahr 2000 im Hafen der vor Madagascar gelegenen Insel Sainte Marie entdeckt wurde.[4]

Film und Bücher[Bearbeiten]

  • David Johnson: Blackbeards versunkenes Piratenschiff. Dokumentation von den Grabungen an dem genannten Wrack, Großbritannien, 2009, 47 Min.[5]
  • Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten, vierter Teil der Fluch-der-Karibik-Filmreihe.
  • Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen, zweiter Band der Percy Jackson-Reihe

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Encyclopedia Britannica Stichwort: Queen Annes Revenge abgerufen am 20. Oktober 2009
  2. Beaufort Historic Association: History of Beaufort, NC. 2002, abgerufen am 12. Februar 2011 (englisch): „Recently, almost 300 years after the incident, the wreckage of what is believed to be Blackbeard’s ship the Queen Anne’s Revenge was discovered by divers in the present Beaufort inlet between Shackelford Banks and Bogue Banks. Artifacts are being brought to the surface, cleaned, preserved, and displayed at the North Carolina Maritime Museum in Beaufort.“ Die Meerenge Beaufort Inlet ist etwa 1000 Meter breit.
  3. Anker von Blackbeards Queen Anne's Revenge entert Schiff, www.astropage.eu, 28. Mai 2011; abgerufen 11. März 2012
  4. Angelika Franz, Verschollene Freibeuter: Das Geheimnis der toten Piraten, Spiegel Online vom 25. Juni 2006
  5. Seite dazu bei Arte. Es werden von Johnson u. a. die archäologischen Arbeiten und die Methoden zur Identifizierung des Wracks bei Beaufort gezeigt. Sendung am 1. und 2. Mai 2010