Rössing (Nordstemmen)

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52.1838888888899.813055555555673Koordinaten: 52° 11′ 2″ N, 9° 48′ 47″ O

Rössing
Gemeinde Nordstemmen
Wappen von Rössing
Höhe: 73 m
Einwohner: 1707 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31171
Vorwahl: 05069
Wasserschloss Rössing

Rössing ist ein Dorf in der Gemeinde Nordstemmen im Landkreis Hildesheim. Der Ort hat ca. 1.900 Einwohner und ist die zweitgrößte von zehn Ortschaften, die zur Gemeinde Nordstemmen gehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 feierte der Ort sein Jubiläum „1150 Jahre Rössing“. Die erste urkundliche Erwähnung war zwischen 822 und 877. Die Familie von Rössing hatte hier, 1132 erstmals urkundlich erwähnt, ihren Rittersitz. Auch heute noch (nach fast 900 Jahren) wohnt die Familie von Rössing im Rössinger Schloss, einem zweiflügeligen Fachwerkbau mit Stilmerkmalen der Weserrenaissance auf einer Insel im Park, umgeben von einem breiten Wassergraben. Der Herrensitz wurde um 1579/89 errichtet, nachdem der Welfenherzog Heinrich Julius 1431 den alten Rittersitz zerstört hatte.

Die Geschichte Rössings war geprägt von seiner Lage am westlichen Rande des Bistums Hildesheim. Auf der Grenze an der Leine saßen die welfischen Herzöge auf der Feste Calenberg und versuchten ständig, ihren Machtbereich nach Osten hin auszudehnen. Als nach der Hildesheimer Stiftsfehde (1519-23) das Große Stift zerschlagen wurde, fiel Rössing an Calenberg, wo es auch nach der Restitution 1643 verblieb. Herzog Erich I. gelang es 1537/38, die Hälfte Rössings in Besitz zu nehmen. Nun war ihm die Hälfte der Rössinger Bauern zehnt- und dienstpflichtig. Die andere Hälfte unterstand mit “allen Diensten und Pflichten“ dem „adeligen Patrimonialgericht“ der Herren von Rössing, das erst um 1820 aufgehoben wurde.

Unter den mittelalterlichen Fehden hatte der Ort Rössing viel zu leiden. 1486 brannten Söldner der Stadt Hildesheim das Dorf nieder. In der Hildesheimer Stiftsfehde, im Dreißigjährigen Krieg bei den Kämpfen um die Feste Calenberg und der großen Reiterschlacht 1626 nahmen Land und Leute großen Schaden. 1808 legte ein großer Brand halb Rössing in Schutt und Asche, die napoleonische Besetzung Anfang des 19. Jahrhunderts brachte Hunger und Not.

Ab ca. 1840 brachte die Aufhebung der Zehnt- und Dienstpflicht den Bauern endlich Eigentum an ihrem Land. 1853 wurde die Eisenbahnstrecke Hannover - Alfeld eröffnet und 1866 wurde das 1814 zum Königreich erhobene Kurfürstentum Hannover von Preußen annektiert. Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte durch die Aufnahme der vielen Ostvertriebenen eine Verdoppelung der Einwohnerzahl, die gegenwärtig ca. 1900 beträgt. Die Zahl der Landwirte ist auf einige wenige gesunken.

Am 1. März 1974 wurde Rössing in die Gemeinde Nordstemmen eingegliedert.[1]

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeisterin ist Carlota (Tita) von Rössing.

Der Rössinger Ortsrat besteht aus sieben, bei der Kommunalwahl gewählten, Ortsratsmitgliedern. Bei der letzten Wahl im September 2011 fielen vier Sitze an die CDU, zwei Sitze an die SPD sowie ein Sitz an Bündnis 90/Die Grünen.

Ehrenortsbürgermeister von Rössing ist Peter Winkler der das Amt des Ortsbürgermeisters 25 Jahre lang ausgeübt hat.

Aus Rössing sind vier Mandatsträger Mitglieder des Rates der Gemeinde Nordstemmen. (3 CDU / 1 SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Rössing zeigt im oberen Teil die drei alten Eichen am Dorfteich, die die Rössinger als ihr Wahrzeichen betrachten. Im unteren Teil zeigt das Wappen den Goldenen Löwen aus dem Familienwappen der Freiherren von Rössing.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Rössinger Grundschule wurde 1987 geschlossen, seitdem besuchen die Kinder die Grundschule in Barnten. Die Haupt- und Realschule können die Rössinger Kinder in Nordstemmen besuchen.

Der 1994 errichtete Peter und Paul Kindergarten ist der gleichnamigen Kirchengemeinde zugehörig.

Alle drei Jahre findet das Dorfgemeinschaftsfest statt. Feste Termine im Ort sind das Osterfeuer am Samstag vor Ostern, die Maibaumfeier am 1. Mai, Gottesdienst „unter den Eichen“, Grenzwanderung, das Seefest, der Laternenumzug oder der Weihnachtsmarkt.

Unter dem Motto "Unsere Zukunft gemeinsam gestalten" wurde in Rössing eine Bürgerstiftung ins Leben gerufen, die sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen zu aktivieren, die sich mit Freude am Gemeinsinn für ihr Dorf einsetzen wollen

St.Peter-und Paulskirche

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Wasserschloss wurde von Ludolph von Rössing auf der zerstörten Burg als doppelgeschossiges Fachwerkgebäude der Renaissance errichtet und 1589 vollendet.
  • Die ev. luth. St. Peter und Paul Kirche wurde 1298 errichtet. Im Jahr 1755 wurde sie zur Saalkirche umgebaut und erweitert.
  • Ebenfalls zur Kirchengemeinde gehört das Pfarrhaus (altes Fachwerkhaus) das 1769/1770 erbaut wurde.
  • Nachdem die alte Schule 1987 geschlossen wurde, baute man sie zum Dorfgemeinschaftshaus um.
  • Dicht am Schloss steht die ehemalige Wassermühle und ein Wehr.
  • Sehenswert sind auch die vielen alten Hofanlagen und die Rittergüter im Ort.

Sport[Bearbeiten]

Der größte Sportverein ist die VSV Rössing von 1897 mit den Sparten Fußball, Turnen, Wandern, Tischtennis, Volleyball und Leichtathletik.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Geboren in Rössing:

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Brinkmann: Geschichten aus Niedersachsen. Land&Forst Edition, Landbuch Verlagsgesellschaft Hannover, ISBN 3784206700
  • Helga Fredebold: Zur Geschichte der Rössinger Glocken. In: Springer Jahrbuch 2014 für die Stadt und den Altkreis Springe. Hrsg.: Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe e.V., Springe 2014, Seite 48-58.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.

Weblinks[Bearbeiten]