Adensen

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52.1763888888899.729166666666778Koordinaten: 52° 10′ 35″ N, 9° 43′ 45″ O

Adensen
Gemeinde Nordstemmen
Wappen von Adensen
Höhe: 75,6–90,0 m
Einwohner: 927 (30. Sep. 2014)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31171
Vorwahl: 05044

Adensen (Betonung auf dem als erste Silbe lang gesprochenen A) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Nordstemmen im Tal der Haller und liegt im Westen des Landkreises Hildesheim in Niedersachsen. Es hat 1052 Einwohner und ist somit einer der kleineren Gemeindeteile der Gemeinde Nordstemmen.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Adensen liegt westlich von Hildesheim am Rande der Region Hannover nahe der Bundesstraße 3 im Calenberger Land. Zu Adensen gehören die Rosenmühle[1] und die Wüstung Pussensen (Pustessen)[2], die ihren Namen von der Quelle Pusse (Puße) erhielt. Adensen bildet mit Hallerburg eine Dorfgemeinschaft mit gemeinsamer Kirchengemeinde und gemeinsamen Vereinen. Durch Adensen und Hallerburg führt der Calenberger Weg, ein Fernwanderweg, der von Bad Nenndorf bis Nordstemmen reicht.[3] Rings um Adensen liegen:

Bennigser Burg Bennigsen Pattensen Vardegötzen Jeinsen
Springe Wisentgehege Springe Thiedenwiese Schulenburg Burg Calenberg
Eldagsen Hallerburg Windrose Schloss Marienburg Rössing
Burg Hallermund Alferde Wülfingen Nordstemmen Heyersum
Kloster Wülfinghausen Wittenburg Elze Poppenburg Burgstemmen
Blick vom Höhenzug Finie auf Adensen. Im Hintergrund liegt Laatzen mit dem Messegelände Hannover, 2009

Politische Gemeinde[Bearbeiten]

Adensen gehört seit dem 1. März 1974 zur Gemeinde Nordstemmen.[4] Der Ortsbürgermeister von Adensen ist Henning Lange (Stand: 2014).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Adensen 1885 bis 2014[5]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1885 578 1925 539 1933 547 1939 569
1961 826 1970 866 2011 988 2014 927

Etymologie[Bearbeiten]

Schreibungen von Adensen: Adenessen (um 1120) in der Zusammensetzung des Personennamens und des Heimatortes Theodoricus von Adenessen.[6] Adenhusen (um 1195)[7]: dies ist eine Kürzung von Adenhausen oder Adonhausen. Weitere Kürzungen des Ortsnamens sind Ahnsen und Ansen (1638, 1645).

Der Name der Herrschaft von Adensen Adenoys und der Namen ihres Herrschaftsbezirkes Adenoyshusen oder Adenoys leiten sich nach Achim Gercke[8] von St. Dionys, dem Schutzheiligen der Kirche, ab.

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Ortsmitte von Adensen mit der St. Dionysiuskirche im Jahr 2008
Die Rosenmühle war früher eine Wassermühle
Ortsname

Gemäß der Ortsnamenforschung wurde Adensen[9] ebenso wie Bodensen[10] und Pussensen (Passensen, Pustessen) wegen der Endung im Ortsnamen -sen (= Gruppensiedlung) während der Ausbauzeit (Altsächsischer Landesausbau in frühmittelalterlicher Rodezeit) zwischen 500 und 800 n. Chr. gegründet.[11]

Entstehung

Inmitten von Eichen- und Hainbuchenwälder entstanden zwischen den Jahren 500 bis 800 die Siedlungen Adensen, Bodensen und Pussensen an der Alten Heerstraße[12] auf einer Anhöhe nördlich der Haller. Jenseits der Haller entstand um das Jahr 800 die Siedlung Hardingsen. Durch diese umliegenden Siedlungen wurden die Möglichkeiten zur Landgewinnung im Süden, Norden und Westen stark eingeengt. Deshalb war die Landgewinnung in diesen Himmelsrichtungen nur in einem engen Umkreis möglich. Die Adensener Feldmark erstreckte sich deshalb in östlicher Richtung bis an den Adenser Berg, dessen Abhänge gerodet wurden. Die Waldungen des Adenser Berges gehörten ebenfalls von Anfang an zu Adensen. Nach dem Wüstwerden des Ortes Pussensen gelangten auch dessen nördlich von Adensen gelegenen Felder und Waldungen zu Adensen. Nach der Christianisierung wurde die erste St. Dionysiuskirche von der Herrschaft Adenoys gebaut, und außerhalb des Dorfes entstand der Adelshof der Herren von Adenoys.

Adelsgeschlecht

In Adensen begann im 10. Jahrhundert die Herrschaft Adenoys. Sie wurde bis zum 9. März 1322 vom Adelsgeschlecht der Herren von Adenoys ausgeübt. Thidericus de Adenoys wurde Mitstifter des Klosters Loccum, starb aber vor der Fertigstellung des Klosters. Er wurde 1267 in das Kapitelhaus des Klosters umgebettet; sein Grabstein mit lateinischer Inschrift ist dort erhalten (Inschrift: "Hier ist bestattet der Ritter Tidericus von Adenoys, unser aufrichtiger Freund").

Wüstungen

In der Wüstungsperiode des 12. - 14. Jahrhunderts fielen die Hofgebäude in Bodensen und Pussensen wüst. Ursache war die Überführung der ursprünglich freien Höfe in Lehnsland und später in grundherrlich abhängiges Meierland.[13] Als Ersatz für die verlassenen Höfe wurden große leistungsfähige Meierhöfe in Adensen und bei der Hallerburg aufgebaut. Das führte zur Entstehung der Ortschaft Hallerburg. Die Wüstungen Bodensen und Pussensen wurden von Achim Gercke mit Hilfe der Flurnamenforschung lokalisiert und beschrieben, aber sie wurden bis 2012 archäologisch nicht erforscht.

Kirchengeschichte

Das adlige Geschlecht der Herren von Adenoys begründete am Ende des 10. Jahrhunderts in Adensen die St. Dionysiuskirche, zu der die Ortschaften Adensen, Bodensen und Pussensen (Pustessen) gehörten. Nach dem Wüstwerden von Bodensen und Pussensen (Pustessen) und der Entstehung der Ortschaft Hallerburg umfasst die Kirchengemeinde vom 14. Jahrhundert an die Ortschaften Adensen und Hallerburg.

Das Patronat der Kirchengemeinde blieb bis 1322 bei den Herren von Adenoys, ging dann an die Grafen von Hallermund über und wurde von diesen am 14. April 1385 auf das damalige Augustinerinnenkloster und spätere Damenstift im Kloster Wülfinghausen übertragen. Das Patronatsverhältnis blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestehen.

Im Jahr 1361 wird erstmals ein Geistlicher aus Adensen mit Namen Johann urkundlich erwähnt.[14] Weitere 8 katholische Geistliche aus vorreformatorischer Zeit sind namentlich bekannt. Nachdem sich die Reformation in Adensen und Hallerburg 1543 durchgesetzt hatte und die Kirchengemeinde Adensen evangelisch-lutherisch geworden war, ist 1544 Henricus Sanderus (Sander) erster evangelisch-lutherischer Geistlicher in Adensen geworden.[15]

In Adensen bestand bis zur Reformationszeit eine Laienbruderschaft mit dem Namen Unseren lieben Frauen. Sie verfügte über eigenes Grundvermögen und nahmen Aufgaben der Kirchengemeinde wahr.

Bis 1924 wurden die Kirchengemeinden Adensen und Wülfingen im Jahr 1924 als selbständige Kirchengemeinden unter einem gemeinsamen Pfarramt zusammengeschlossen. Der Sitz des Pfarramtes war seit 1924 Wülfingen. Der Wohnsitz des Pastors befand sich zunächst in Wülfingen und seit 1947 in Adensen. Mit Wirkung vom 1. Juli 2010 wurde die pfarramtliche Verbindung der Kirchengemeinden Adensen und Wülfingen von der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers aufgehoben.[16]

Die Kirchengemeinde Adensen verfügt nicht mehr über ein eigenes Pfarramt. Sie gehört in dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld zusammen mit den Kirchengemeinden Burgstemmen, Mahlerten und Heyersum zu dem Pfarramt Burgstemmen-Mahlerten-Heyersum-Adensen. Dieses Pfarramt und das Pfarramt Nordstemmen bilden die Region Nordstemmen im Amtsbereich Elze des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld, das zum Sprengel Hildesheim-Göttingen gehört. Die Kirchengemeinde Adensen wird weiterhin von einem eigenen Kirchenvorstand geleitet, der auch die Trägerschaft der Friedhofsverwaltung von Adensen wahrnimmt.

Pestzeit

Im Jahr 1626 wütete die Pest in Adensen und Hallerburg. Pastor Henricus Dreveler, ursprünglich Hirtenjunge und auf Kosten der Kirchengemeinde zum Pastor ausgebildet, pflegte die Pestkranken und starb selber 1626 an der Pest. Aus Dankbarkeit setzte die Kirchengemeinde die von ihm häufig gebrauchte Redewendung Ein Dinck kimpt Selzen als Inschrift in das Gewölbe der Kirche.

Hexenverfolgung

Die Fortdauer vorchristlicher schamanistischer Vorstellungen in Form des Aberglaubens führte zu der im 15.–18. Jahrhundert weit verbreiteten Hexenverfolgung. Am 22. Januar 1653 klagte Hans Rieke aus Adensen die Ehefrau von Hans Hartmann bei dem Amt Calenberg des Schadenzaubers an. Nach Folter und Prozess wurde sie am 5. August 1653 auf dem Teufelsberg bei Elze stranguliert und verbrannt.[17]

Geplante Kleinbahn

Im Jahr 1896 bestand der Plan, eine 22,3 km lange Kleinbahn mit 1,00 m breiter Spur vom Bahnhof Nordstemmen aus über Barnten, Schulenburg, Adensen, Hallerburg, Alferde, Eldagsen und Alvesrode nach Springe zu erstellen, die sowohl dem Personenverkehr wie auch dem Güterverkehr dienen sollte. Die Kleinbahn sollte jährlich 100.000 Fahrgäste und 30.000 Tonnen Güter (unter anderem Zuckerrüben für die Zuckerfabrik Nordstemmen) befördern.[18] Der Straßenraum der Neustadt wurde in Adensen besonders breit angelegt, damit die geplante Kleinbahn neben der Straße entlanggeführt werden konnte. Der Bau der Kleinbahn scheiterte am Einspruch der Stadt Eldagsen und ihrer Landwirte, die keine Eisenbahn in ihrem Stadtgebiet dulden wollten. Auch die Eisenbahntrasse durfte nicht durch das Stadtgebiet von Eldagsen führen; die Folge war, dass der Bahnhof der damaligen Stadt Eldagsen weit entfernt in Völksen als Bahnhof Völksen-Eldagsen gebaut wurde.

Weihnachtslied von Adensen

Seit 1889 wird in der St. Dionysiuskirche Adensen jedes Jahr während der Christvesper am Heiligabend das Lied Heil'ge Nacht, du kehrest wieder gesungen. Diesem Weihnachtslied liegt das Gedicht Weihnacht des märkischen Dichters Ferdinand Brunold (1811-1894) zugrunde. Die romantische Melodie wurde von Wilhelm Heiser (1816-1897) unter der Bezeichnung Opus 344 komponiert. Das von der Musik der Romantik geprägte Weihnachtslied harmoniert mit der romantischen Intonierung der Furtwänglerorgel und mit der zur gleichen Zeit entstandenen neugotischen Innenausstattung der Kirche.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Schule[Bearbeiten]

Schüler der Schule in Adensen 1927 oder 1928.

Nachdem sich die Reformation in Adensen und Hallerburg durchgesetzt hatte, wurde 1543 in Adensen eine Schule gegründet. Von 1543 bis 1894 lag die Schule seitdem in der Trägerschaft der Ev.-luth. Kirchengemeinde Adensen. Das Lehreramt war mit dem Organistenamt und dem Küsteramt verbunden. Die Lehrer wohnten im Küsterhaus, in dem sich auch die Schule befand, und bewirtschafteten für ihren Lebensunterhalt 8 Morgen Ackerland, das den Küstern in Adensen als Pfründe zustanden.

Das Grundstück der Küsterei und damit der früheren Schulgebäude lag in der Adenoyser Str. 4 (Grundstück von Thiemann). Dort befand sich seit 1543 die erste Schule in dem Küsterhaus, bis das Gebäude um 1600 in sich zusammenfiel. Die Küsterei nebst Schule zog dann notgedrungen von 1591 bis 1673 in die Beibauerei in der Adenoyser Str.5 (Grundstück von Böhnke). 1673 wurde in der Adenoyser Str. 4 ein neues Küsterhaus gebaut, dort befand sich von 1673 bis 1816 die zweite Schule. Dieses Küsterhaus musste 1816 durch ein neues Gebäude ersetzt werden, das bis 1893 als dritte Schule diente und heute Thiemann gehört. Die Inschrift über dem Torbalken lautet: "Schul Haus gebauet im Jahre 1816".

Die jetzige vierte Schule in Adensen (Adenoyser Str. 1) wurde im Jahr 1893 von der Ev.-luth. Kirchengemeinde Adensen neben dem Pfarrhaus im damaligen Pfarrwitwengarten auf kircheneigenem Grundstück gebaut. Am Dreiecksgiebel über dem Eingang zum Schulgebäude befindet sich eine geschmückte runde Scheibe mit den Jesusworten: "Lasset die Kindlein zu mir kommen! Marcus 10 Vers 14. 1893". Dieses Bibelwort erinnert daran, dass die Schule in Adensen von der Reformation 1543 bis zum Jahr 1894 eine kirchliche Schule in der Trägerschaft der Ev.-luth. Kirchengemeinde gewesen ist. Am 13. April 1894 fand die Einweihungsfeier des Schulgebäudes statt.[19] In der folgenden Zeit von 1894 bis 2012 stand die Schule in kommunaler Trägerschaft.[20]

CJD Christophorus-Grundschule
CJD Christophorus-Grundschule in Adensen vom Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands e. V.
Kindertagesstätte des Deutschen Roten Kreuzes in Adensen

Der Förderverein der CJD-Grundschule Adensen-Hallerburg e.V. hat die Grundschule in Adensen zum 1. Januar 2013 von der Gemeinde Nordstemmen erworben und einen Nutzungsvertrag mit dem CJD Elze geschlossen. Die beim Förderverein verbliebene Aufgabe besteht darin, die Schulanlage zu pflegen und zu erhalten.

Der Schulträger der Grundschule ist seit dem 1. Februar 2013 das CJD Elze. Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands hat das komplette Schulgebäude vom Förderverein langfristig angemietet und führt die bis 2012 von der Gemeinde Nordstemmen beschulte Grundschule in Adensen in freier Trägerschaft weiter. Erst nach dreijährigem Schulunterricht hat das CJD als freier Träger Anspruch auf finanzielle Förderung durch das Land Niedersachsen. Es ist anzunehmen, dass die CJD Christophorus-Grundschule ebenso wie die CJD Jugenddorf-Christophorusschule Elze Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Niedersachsens e.V. (AGFS Nds.) wird.

Der Schulunterricht begann im Schuljahr 2013/2014 mit der ersten Klasse und wird in den folgenden Jahren jeweils mit der folgenden Klasse ergänzt.[21]

Kindertagesstätte für Adensen und Hallerburg[Bearbeiten]

Die Kindertagesstätte für Adensen und Hallerburg befindet sich in Adensen. Träger ist die DRK-Region Hannover e.V.. Das Gebäude der Kindertagesstätte wurde 1995 von der Gemeinde Nordstemmen erbaut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Versammlungsplatz Thie[Bearbeiten]

Der Thie als Versammlungsplatz erstreckte sich in der Form eines Rechtecks zwischen den Hofgrundstücken von Bollmann-Niederhut (Dorfstraße 2) und Brückner/Röhnsch (Dorfstraße 1, 3,5). Er endete im Westen in der Mitte der jetzigen Adenoyser Straße und im Osten am Rande der Hofeinfahrten der Wohnhäuser Röhnsch und Bollmann-Niederhut.

Bei der Ortsgründung lag das Niveau der Erde am Ende der Dorfstraße und am Grundstück des Tie erheblich höher als jetzt, und zwar in der gleichen Höhe wie der Boden am Sockel des Kirchturms. Bei dem späteren Ausbau der Dorfstraße und dem Bau der Adenoyser Straße wurde das Bodenniveau stark abgesenkt.

Der Tie überragte die Dorfstraße durch eine Aufschüttung von Erde beträchtlich. Er war von Steinmauern umgeben und von der Dorfstraße und von dem nahen Friedhof über Steintreppen zugänglich. Schon durch sein Aussehen war er ein abgehobener und umfriedeter Versammlungsplatz und stellte einen eigenen Rechtsbereich dar. Oben auf dem Tie wuchs Gras, und im Schatten von Linden stand ein steinerner Tisch, der vom Protokollanten als Schreibtisch und vom Versammlungsleiter als Podest benutzt wurde.

1462 geschah es, dass sowohl die Gebrüder von Reden wie auch das Kloster Wittenburg als angebliche Verpächter von dem Bauern Henning Bennighusen für dieselben vier Morgen Land jeweils den Zehnten für sich verlangten. Da sich die angeblichen Verpächter nicht einigen wollten, fand eine Gerichtsverhandlung am 24. August 1467 auf dem Tie von Adensen statt. Nach den Zeugenaussagen aller Bauern von Adensen wurde entschieden, dass die beiden angeblichen Verpächter jeweils nur den Zins für zwei Morgen Land beanspruchen durften.[22]

Als die Kompetenzen der Dorfgemeinschaft immer mehr beschnitten wurden, erlebte der Tie einen Bedeutungsverlust. Er diente schließlich der Dorfbevölkerung nur noch als Treffpunkt zum Klönen und als Veranstaltungsort für Dorffeste.

Nach der „Lüneburger Gemeinheitsteilungsverordnung“ von 1802, die für ganz Deutschland Gültigkeit hatte, wurde es möglich, den im Weg stehenden Tie zu entfernen und das Bodenniveau so tief abzutragen, dass die Dorfstraße über das Grundstück des Ties zur inzwischen bestehenden Adenoyser Straße weitergeführt werden konnte. Damit hatte Adensen ein geschichtsträchtiges Bauwerk verloren, das heute in manchen anderen Dörfern noch erhalten ist.[23]

St. Dionysiuskirche[Bearbeiten]

Der neugotische Altar ist ein Teil des Kanzelaltars, den der Landesbaumeister Wellenkamp im Jahr 1852 errichtet hat.

Die Kirche trägt den Namen St. Dionysiuskirche [24] und ist nach dem ersten Bischof von Paris Dionysius benannt. Der romanische Kirchturm stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 14. Jahrhundert nach oben hin verlängert. In der nördlichen Turmwand befindet sich noch die ehemalige schmale Turmtreppe, die vom Gewölberaum im Erdgeschoss des Turmes zum Glockenturm hinaufführt und später durch eine breite Turmtreppe ersetzt wurde, die sich in der angebauten westlichen Eingangshalle der Kirche befindet. Die von dem adligen Geschlecht der Herren von Adenoys am Ende des 10. Jahrhunderts erbaute Kirche könnte sich am Standort dieses Kirchturms befunden haben, möglicherweise in dem Gewölberaum des Kirchturms. Es gibt aber dafür bisher keinen archäologischen Nachweis.

Pfarrgarten[Bearbeiten]

Der Pfarrgarten wird extensiv bewirtschaftet und enthält alten Obstbaumbestand, Vogelschutzhecken mit verschiedenartigen einheimischen Sträuchern, Naturwiese und Frühlingswiese mit einem Bestand von Schneeglöckchen, Narzissen usw., Naturteich mit Quelle und einheimischer Teichrandbepflanzung. Der Pfarrgarten ist ein Refugium für zahlreiche Arten von Wildpflanzen, Insekten, Schmetterlingen, Singvögeln und Tieren, die an ein Feuchtbiotop gebunden sind (Molche, Libellen, Fledermäuse usw.).

Vereine[Bearbeiten]

Adensen und Hallerburg haben die folgenden örtlichen Vereine (Stand 2014):

  • Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (Gründung: 13. Februar 1927)
  • Freiwillige Feuerwehr Adensen-Hallerburg[25] (Gründung: 1932)[26].
  • Kegelgruppen
  • TTC Adensen-Hallerburg e.V.[27] (Gründung: 1957)
  • Schulförderverein der Grundschule Adensen-Hallerburg (Gründung: 1993), seit 2013 Förderverein der CJD-Grundschule Adensen-Hallerburg e.V.
  • VfL Adensen-Hallerburg e.V.[28] (Gründung: 18. Juni 1949).

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Schloss Marienburg Marathon

Der Sportverein VfL Adensen-Hallerburg veranstaltet im November einen Marathonlauf unter der Bezeichnung "Schloss Marienburg Marathon"[29] Der Lauf führt im Hallertal von Adensen durch Hallerburg und den Harberg in das Waldgebiet Hallerburger Holz, dann über den Adenser Berg und den Marienberg zum Schloss Marienburg und von dort zurück nach Adensen.[30]. Die bisherigen Marathonläufe waren am 23. November 2013[31] und am 22. November 2014.[32]

Söhne und Töchter von Adensen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Die Literaturangaben sind nach Jahren geordnet.
Weitere Literaturangaben finden sich in den Einzelnachweisen und in dem Artikel St.-Dionysius-Kirche (Adensen).
  • Conradus Johannes Mullerus: Hochzeitsgedichte für Conradus Langius, Sohn des Walter Langius, Pastor in Adensen, und Adelgunda Coerdes, Witwe des Bodius Clarus, 1618. Hildesiae (Hildesheim), Verlag Gosselius 1618.
  • Georg Ernst Rüling: Untersuchung wider Hans Hartmanns Ehefrau aus Adensen 1653. In: Auszüge einiger merkwürdigen Hexen-Prozesse aus der Mitte des 17ten Jahrhunderts im Fürstenthum Calenberg geführet. Seite 53 - 80. Verlag: Dieterich, Göttingen 1786.
  • Fr. Brinckmann: Das Lager bei Nordstemmen während der Concentrirung des 10. Bundes-Armee-Corps im Jahre 1858. Bilder und Humoresken aus dem Lagerleben. Schlüter´sche Hofbuchdruckerei, Hannover 1858.
  • August Kreipe: Historische Gedenkmale im Leinetal von Elze bis Alt-Calenberg Gerstenberg, Hildesheim 1926
  • August Kreipe: Adensen-Hallerburg. Dorfgeschichte aus dem Lande zwischen Deister und Leine. Gerstenberg, Hildesheim 1927.
  • Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Von den Bauernlehen und der Entstehung der Meierhöfe bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Adensen 1985.
  • Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Höfe und Häuser und ihrer Besitzer. Hannover 1990 (Deutsche Ortssippenbücher. Reihe B, Band 64. Sonderveröffentlichung 23. Niedersächsischer Landesverein für Familienkunde.)
  • Klaus Michael Gäbler: Kirchengemeinde Adensen. In: 450 Jahre Reformation im Calenberger Land. Festschrift zum Jubiläum im Jahr 1992. Herausgegeben vom Ev.luth Kirchenkreis Laatzen-Pattensen. Selbstverlag, Laatzen 1992. Seite 119-121.
  • Herbert Pfeiffer: Fachwerke in Adensen. Selbstverlag Adensen 2008.
  • Hilke Rühmkorf, Sarah Matthies, Michael Reich: Die Bedeutung von Biogasanlagen als Lebensraum für Vögel. In: Auswirkungen des großflächigen Anbaus von Energiepflanzen auf die Tierwelt der Agrarlandschaft. Zusammengestellt und herausgegeben von Stefan Rüter und Michael Reich. Cuvillier Göttingen, 1. Aufl. 2011. Seite 163 - 179.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adensen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Höfe und Häuser und ihrer Besitzer. a.a.O. Seite 87-89
  2. Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. a.a.O. Seite 127-129.
  3. Unterlagen zu diesem Fernwanderweg finden sich hier: Calenberger Weg. Der Wanderweg führt über die folgenden Straßen zur Marienburg: Am Tiergarten, Hallerstraße, Hallerburger Straße, An der Sporthalle, Südstraße, In den Birken, Am Mühlenfeld, Bergwinkelsweg, Schrotacker. An den Wegkreuzungen befinden sich an Masten Markierungshinweise, die mit einem kopfstehenden T gekennzeichnet sind.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.
  5. Quellenangaben: 1885 bis 1935: siehe Link Abgerufen am 8. Februar 2011. 1961 und 1970:  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 205.
  6. In einer Urkunde des Bischofs Siwart von Minden wird um 1120 Theodoricus von Adenessen genannt (Grupen, Orig. Hann. Seite 39f; Würdtwein II Seite 339).
  7. J. Ch. Harenberg: Historia ecclesiae Gandersheimensis. Hannover 1734. Seite 1350. Zitiert nach: Förstemann: Altdt. Namenbuch, 2 Bd, Bd. 2, Nachdruck der 3. Aufl. von 1913, Sp. 1492 unter Ergänzung zu Adonhusen n. 5. Adensen Kr. Springe.
  8. Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Von den Bauernlehen und der Entstehung der Meierhöfe bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Adensen 1985. Seite 15f: A. Die Ortsnamen.
  9. Ein wüst gewordener Ort bei Bordenau trägt ebenfalls den Ortsnamen Adensen.
  10. Das Dorf Bodensen darf nicht mit dem Dorf Bodensuethe verwechselt werden.
  11. Quelle: Gerhard Meier-Hilbert: Geographische Strukturen: Das natürliche Potential. Seite 33 (pdf Seite 27; 1,1 MB).
  12. Die Alte Heerstraße führte bei Hallerburg über eine Furt der Haller. Sie wurde ab 1768 auf die jetzige Trasse der Bundesstraße 3 verlegt und zur Chaussee ausgebaut.
  13. Achim Gercke: Der landwirtschaftliche Strukturwandel im 14. Jahrhundert. Die Ursache der Wüstungsperiode und die Meierhofbildung im Calenberger Land. Hildesheim 1972 (Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, 44).
  14. Orig. Wülfinghausen Nr. 193. C. U. VIII Nr. 125.
  15. Literatur: Achim Gercke: Die Sankt-Dionysius-Kirche in Adensen, Selbstverlag Adensen 1950. Seite 38 (dominus henricus ist dort zu streichen).
  16. Quelle: Kirchliches Amtsblatt fur die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Nr. 4/2010 vom 2. August 2010, Nr.45 in den Seiten 80 bis 81.
  17. Quelle: August Kreipe: Adensen-Hallerburg. Hildesheim 1927. Der Prozess gegen Frau Hartmann ist hier beschrieben: Georg Ernst Rüling: Untersuchung wider Hans Hartmanns Ehefrau aus Adensen 1653. In: Auszüge einiger merkwürdigen Hexen-Prozesse aus der Mitte des 17ten Jahrhunderts im Fürstenthum Calenberg geführet. Seite 53 - 80. Verlag: Dieterich, Göttingen 1786.
  18. Quelle: Erläuterungsbericht für eine Kleinbahn von Springe nach Barnten und Nordstemmen. Hrsg.: Das Landesdirektorium, Verfasser: Lichtenberg. Druckerei J. C. Erhardt, Springe 1896. Einsehbar in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.
  19. Festschrift: Grundschule Adensen 1894-1994. Selbstverlag, Adensen 1994. Seite 18-20.
  20. Über die Zeit der kommunalen Trägerschaft informiert die Festschrift: Grundschule Adensen 1894-1994. Selbstverlag, Adensen 1994.
  21. Grundschule in Adensen
  22. „Der Zehntstreit“ ist dokumentiert bei Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Von den Bauernlehen und der Entstehung der Meierhöfe bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Adensen 1985, S. 105 ff.
  23. Den Stand der Wissenschaft zum Tie vertritt Rolf Wilhelm Brednich: Tie und Anger. Historische Dorfplätze in Niedersachsen, Thüringen, Hessen und Franken. Friedland 2009.
  24. Literatur: H. Wilh. H. Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen. Band 1: Fürstenthum Calenberg. Hannover 1871 (Nachdruck Hannover, Hirschheydt 1974). - Heiner Jürgens, Arnold Nöldeke, Joachim von Welck: Die Kunstdenkmale des Kreises Springe. Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Hannover, 1941. Reihe: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover I, 3, Bd. 29. Seite 1-6, Abb. 1a+b, 2a, 3a, 4a+b,8a, 12a1-4. - Achim Gercke: Die Sankt-Dionysius-Kirche in Adensen (Kreis Springe). Festschrift des Heimatbundes Niedersachsen Ortsgruppe Adensen zur 700-Jahr-Feier am 1. Advent 1950. Selbstverlag, Adensen 1950. - Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Bremen/Niedersachsen. München und Berlin 1977.
  25. Literatur: 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Adensen/Hallerburg: Jubiläumsfest vom 4. bis 6. September 1982. Selbstverlag Adensen, Hildesheim-Itzum 1982.
  26. Der Musikzug Adensen-Hallerburg wurde am 31.Dezember 2014 aufgelöst.
  27. Literatur: 25 Jahre TTC Adensen-Hallerburg e.V. : 1957 - 1982; Sport- und Festwoche vom 22. bis 30. Mai 1982. Selbstverlag Adensen 1982. - 30 Jahre TTC v. 1957 Adensen-Hallerburg e.V.: 1957-1987. Sport- und Festprogramm. Selbstverlag Adensen 1987. - 50 Jahre TTC Adensen-Hallerburg e.V.: 1957-2007. Festschrift. Selbstverlag Adensen 2007.
  28. Literatur: Achim Blumberg, Peter Mislisch: Festschrift zum 55. Jubiläum des VfL Adensen-Hallerburg e.V. Selbstverlag Adensen 2004. - Peter Mislisch: 60 Jahre VfL Adensen-Hallerburg e.V.: 1949-2009. Festschrift. Selbstverlag Adensen 2009. - Festzeitschrift VFL Adensen - Hallerburg e.V.: 65 Jahre 1949 - 2014. Selbstverlag Adensen 2014.
  29. Der Schloss Marienburg Marathon
  30. Karte für den Streckenverlauf.
  31. 23. November 2013
  32. Ergebnisse am 22. November 2014