RS-14 Temp-2S

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SS-16 Sinner

Temp 2S SS16 Sinner sketch.svg

Allgemeine Angaben
Typ: Interkontinentalrakete
Hersteller: Nadiradse und Moskauer Institut für Wärmetechnik
Entwicklung: 1969
Indienststellung: 1976
Technische Daten
Länge: 18,50 m
Durchmesser: 1.790 mm
Gefechtsgewicht: 37.000–44.200 kg
Antrieb:
Erste Stufe:
Zweite Stufe:
Dritte Stufe:

Feststoff
Feststoff
Feststoff
Reichweite: 9.200–10.500 km
Ausstattung
Zielortung: INS
Gefechtskopf: 1 Nukleargefechtskopf 650 oder 1.500 kt
Waffenplattformen: MAZ-547 LKW
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Die RS-14 Temp-2S war eine fahrzeuggebundene ballistische Interkontinentalrakete aus sowjetischer Produktion. Die NATO-Bezeichnung lautet SS-16 Sinner. Der Systemindex der sowjetischen Streitkräfte lautet RT-21. Die RS-14 war bei der Indienststellung das weltweit erste mobile ICBM-System.

Entwicklung[Bearbeiten]

Im Jahre 1969 begann man in den Konstruktionsbüros des Moskauer Instituts für Wärmetechnik (MITT) unter Alexander Nadiradse mit der Systementwicklung. Die RS-14 wurde 1976 bei den sowjetischen Streitkräften eingeführt. In den darauf folgenden Jahren wurden 60 Start- und Transportfahrzeuge sowie 200 Lenkwaffen hergestellt.

Die RS-14 bildete die Grundlagen für die späteren ICBM-Systeme RSD-10, RS-12M und RS-12M2.

Technik[Bearbeiten]

Die RS-14 war eine dreistufige Feststoffrakete. Als Treibstoff verwendete die RS-14 den PAL-17/7-Treibstoff auf der Basis von Butylkautschuk. Die Steuerung erfolgte mittels einer Trägheitsnavigationsplattform. Es wurde eine Präzision (CEP) von 500–1.300 m (je nach Schussdistanz) erreicht.

Das System war auf dem geländegängigen MAZ-547-12×12-LKW montiert. Der Systemindex der sowjetischen Streitkräfte für dieses Fahrzeug lautet 82SCP2. Das System war mobil und schnell verlegbar. Es wurde eine minimale Reaktionszeit aus der Fahrt bis zum Raketenverschuss von unter 20 Minuten erreicht. Jedes Fahrzeug wurde mit einer 15Sch42-Rakete bestückt. Die Entwicklung eines Startkomplexes mit Raupenantrieb (Objekt 825) wurde eingestellt.

Infolge der relativ schlechten Treffergenauigkeit kann die SS-16 nur gegen sog “weiche Ziele“ wie Bevölkerungszentren, Industriekomplexe, Hafenanlagen und Eisenbahnknotenpunkte eingesetzt werden. US- und NATO-Experten schätzen die SS-16 als eine effektive Zweitschlagswaffe ein.

Status[Bearbeiten]

Sämtliche RS-14-Systeme waren im Großraum von Plessezk stationiert. Im Zuge der SALT-II-Abrüstungsverhandlungen wurde alle Systeme im Jahre 1985 ausgemustert und verschrottet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Russian Strategic Nuclear Forces by Frank von Hippel, Pavel Podvig
  • JANE'S STRATEGIC WEAPON SYSTEMS Edition 2003 Jane's Verlag
  • Landgestützte sowjetische/russische ballistische Lenkwaffen DTIG – Defense Threat Informations Group, Juli 2005
  • Sowjetisch-Russische Strategische Raketenkomplexe A.W.Karpenko; A.D.Popow; Ju.S. Solomonow; A.F.Utkin;- Elbe-Dnjepr-Verlag 2006

Weblinks[Bearbeiten]