Rainer Kessler

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Rainer Kessler (* 1. November 1944 in Lindschied bei Bad Schwalbach) war von 1993 bis 2010 Professor für Evangelische Theologie mit dem Fachgebiet Altes Testament an der Universität Marburg.

Studium und theologische Ausbildung[Bearbeiten]

Nach dem Abitur in Karlsruhe absolvierte Rainer Kessler von 1964 bis 1969 ein Studium der evangelischen Theologie an den Universitäten Mainz, Hamburg und Heidelberg, das er mit dem Ersten Theologischen Examen abschloss. Die Promotion folgte 1972 an der Universität Heidelberg und 1974 das Zweite Theologische Examen. Nach der Ordination war Rainer Kessler ein halbes Jahr Pfarrvikar in Worms.

Umorientierung[Bearbeiten]

Ende 1975 trat Rainer Kessler als Pfarrer und gleichzeitiges Mitglied des maoistischen Kommunistischen Bundes Westdeutschland aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aus, weil sie „am Fortbestand der Klassengesellschaft interessiert sei“, er aber nicht „als Pfarrer für das Volk handeln, sondern an seiner Seite kämpfen (wolle)[1]. Zum Kirchenaustritt von Rainer Kessler veranstaltete die „Kommunistische Gruppe Worms“, die örtliche Sympathisantengruppe [2] des KBW, eine Veranstaltung „Für Trennung von Kirche und Staat[3].

Karriere[Bearbeiten]

1983 trat Rainer Kessler wieder in den kirchlichen Dienst ein. Von 1987 bis 1991 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Kirchlichen Hochschule Bethel (Bielefeld), wo er 1991 für das Fach „Altes Testament“ habilitiert wurde. Danach war er zwei Jahre als Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Privatdozent in Frankfurt am Main tätig, bis er 1993 eine Professur für Altes Testament an der Philipps-Universität Marburg erhielt. Seine Emeritierung erfolgte im Jahr 2010.[4] Gastveranstaltungen führten ihn 2003 nach Bogotá und 2005 Stellenbosch.

Die Spezialgebiete Rainer Kesslers sind Sozialgeschichte des Alten Testaments, Prophetie und Hermeneutik. Außer einigen Büchern hat er zahlreiche Beiträge für Handbücher und Festschriften verfasst sowie Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Spiegel Nr. 49 (1. Dezember) 1976, S. 188 (Kurzmeldung in der Rubrik „Register“ unter „Berufliches“)
  2. mit dem KBW sympathisierende Gruppen wurden erst nach eingehender ideologischer Überprüfung in die Organisation aufgenommen
  3. (l., Kommunistische Gruppe Worms): „Für Trennung von Kirche und Staat. Veranstaltung zum Kirchenaustritt eines Pfarrvikars in Worms“, in: Kommunistische Volkszeitung Nr. 50 vom 18. Dezember 1975, S. 16
  4. uni-marburg.de: Biographie Kessler, gesehen 26. Januar 2012.