Renens

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Renens
Wappen von Renens
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Waadt (VD)
Bezirk: Ouest lausannoisw
BFS-Nr.: 5591i1f3f4
Postleitzahl: 1020
UN/LOCODE: CH RHW
Koordinaten: 534454 / 15450546.5386156.584162415Koordinaten: 46° 32′ 19″ N, 6° 35′ 3″ O; CH1903: 534454 / 154505
Höhe: 415 m ü. M.
Fläche: 2.96 km²
Einwohner: i20'162 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 6811 Einw. pro km²
Arbeitslosenquote: 8,0 % (31. Juli 2013)[2]
Website: www.renens.ch
Renens

Renens

Karte
Genfersee Bezirk Broye-Vully Bezirk Gros-de-Vaud Bezirk Lausanne Bezirk Morges Bezirk Riviera-Pays-d’Enhaut Bussigny-près-Lausanne Chavannes-près-Renens Crissier Ecublens VD Prilly Renens Saint-Sulpice VD Villars-Sainte-CroixKarte von Renens
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Renens ist eine politische Gemeinde im Distrikt Ouest lausannois des Kantons Waadt in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Renens liegt auf 415 m ü. M., 4 km nordwestlich der Kantonshauptstadt Lausanne (Luftlinie). Die Agglomerationsgemeinde von Lausanne erstreckt sich in einer Geländemulde östlich des Tals der Mèbre sowie auf den angrenzenden Hängen nördlich des Genfersees, im Waadtländer Mittelland.

Die Fläche des 3.0 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Waadtländer Mittellandes nördlich des Genfersees. Der Gemeindeboden erstreckt sich von der Geländeterrasse bei Malley nordwärts den sanft geneigten Hang von Renens hinauf bis unterhalb von Jouxtens-Mézery. Hier wird mit 470 m ü. M. der höchste Punkt von Renens erreicht. Die westliche Begrenzung bildet das Tal der Mèbre, ein Seitenbach der Chamberonne. Der Bach ist im Bereich von Renens auf weiten Strecken zugedeckt. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 93 % auf Siedlungen, 3 % auf Wald und Gehölze und 4 % auf Landwirtschaft.

Zu Renens gehören ausgedehnte Industrie- und Gewerbezonen. Nachbargemeinden von Renens sind Lausanne, Prilly, Jouxtens-Mézery, Chavannes-près-Renens, Ecublens und Crissier.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 362
1900 1279
1910 3321
1930 4396
1950 5698
1960 10'698
1970 17'391
1980 16'977
1990 18'109
2000 18'406

Mit 20.162 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) gehört Renens zu den grössten Gemeinden des Kantons Waadt und ist die einwohnerreichste Agglomerationsgemeinde von Lausanne. Von den Bewohnern sind 73.8 % französischsprachig, 6.6 % italienischsprachig und 4.4 % portugiesischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Renens stieg seit 1900 sehr stark an, den grössten Zuwachs mit fast 12000 Einwohnern wurde zwischen 1950 und 1970 beobachtet. Aufgrund der Wirtschaftskrise in den 1970er Jahren verbunden mit der Abwanderung von ausländischen Arbeitskräften nahm die Bevölkerung im nachfolgenden Jahrzehnt um fast 500 Personen ab. Seither steigt die Einwohnerzahl langsam aber kontinuierlich weiter an. Der Ausländeranteil von Renens betrug 2002 53 %. Fast der gesamte Gemeindeboden ist heute überbaut, die Gemeinde besitzt nur noch geringe Landreserven. Das Siedlungsgebiet von Renens ist lückenlos mit denjenigen von Lausanne, Prilly und sämtlicher weiterer Nachbargemeinden zusammengewachsen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Renens war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein vorwiegend ländlich geprägtes Dorf. Damals wurde an den Hängen um den Ortskern Ackerbau und Weinbau betrieben. Heute gibt es auf dem Gemeindegebiet keine Reben mehr. Der primäre Sektor besitzt kaum mehr Bedeutung in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung.

Aufgrund seiner Lage an der Eisenbahnlinie Lausanne-Genf und an der Stadtgrenze von Lausanne entwickelte sich Renens ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Industriegemeinde und damit zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum. Vor 1830 gab es im Ort lediglich eine Schmiede und eine Kelterei. 1832 siedelte sich mit einer Ziegelei der erste grössere Betrieb an, der 1866 privatisiert wurde und seit 1958 in Crissier arbeitet. Der erste wirtschaftliche Aufschwung vollzog sich nach 1855 mit der Eisenbahnanbindung. 1876 wurde der Rangierbahnhof Renens in Betrieb genommen, der 1890 und 1908 weiter ausgebaut wurde. Mit der Eröffnung des grossen Rangierbahnhofs Denges verlor derjenige von Renens stark an Bedeutung.

Mit der Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts liessen sich zahlreiche bedeutende Firmen nieder und viele Immigranten kamen nach Renens. Zu den wichtigen Unternehmen, die seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Renens ansässig sind, gehören die Iril SA (Strickkleidung), die Kodak SA (Fotolabor), die Imprimeries Réunies de Lausanne (IRL), die Buchbinderei Mayer et Soutter SA (seit 1918) und die Tesa SA (Herstellung von Messinstrumenten).

Heute gehören zu den bedeutenden Industriezweigen auch der Maschinenbau, die Mikrotechnik und Feinmechanik, die elektrische und elektronische Industrie, die Textil- und Nahrungsmittelindustrie sowie zahlreiche kleinere Unternehmen verschiedener Branchen. Renens ist Standort der Verteilerzentrale des Coop Vaud-Chablais valaisan, eines Getreidesilos und einer Filiale der Schweizerischen Bankgesellschaft.

Kultur, Bildung und Sport[Bearbeiten]

Um 1950 entstand ein Stadtzentrum mit Sekundarschule, einem Theatersaal und einer Gemeindebibliothek (seit 1978). Das Sportzentrum wurde 1969 eingeweiht. In der ehemaligen Gasfabrik wurde 1979 ein Theater eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Sie liegt an der Hauptstrasse von Lausanne nach Bussigny-près-Lausanne. Renens kann durch die Autobahnanschlüsse sind Lausanne–Crissier an der A1 (Genf–Lausanne–Yverdon), Lausanne–Malley am 1964 eröffneten westlichen Stadtzubringer Lausanne und Lausanne-Blécherette an der 1974 eröffneten A9 (Lausanne–Sion) leicht erreicht werden.

Am 1. Juli 1855 wurde der Streckenabschnitt Bussigny-près-Lausanne – Renens der Eisenbahnlinie von Yverdon nach Lausanne eröffnet. Gleichzeitig erfolgte auch die Einweihung der Strecke nach Morges. Die erste Tramlinie erreichte Renens von Lausanne im Jahr 1903. 1964 wurde der Tramverkehr durch Trolleybusse ersetzt. Heute wird die Gemeinde durch den Trolleybus Lausanne und mehrere Autobuslinien der Transports publics de la région Lausannoise erschlossen, deren Depot sich seit 1995 ebenfalls in Renens befindet. Seit 1991 ist Renens auch Endstation der Lausanner Stadtbahn Métro Ouest (Metrolinie M1).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte bereits im Jahr 896 als in villa Runingis. Später erschienen die Bezeichnungen Runens (1147), Runeins (1218) und Rugnens vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Der Ortsname geht auf den burgundischen Personennamen Runo zurück und bedeutet bei den Leuten des Runo.

Renens unterstand seit dem Mittelalter dem Lausanner Domkapitel und bildete eine eigene Pfründe. Ein weiterer Teil der Güter gehörte den Herren, die sich Ritter von Rugnens nannten. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Renens unter die Verwaltung der Landvogtei Lausanne. 1553 wurde Renens eine eigene Herrschaft, die 1750 von der Stadt Lausanne aufgekauft wurde. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Lausanne zugeteilt.

1940 war Renens versehentlich Ziel einer Bombardierung durch britische Flugzeuge. In den Jahren 1920 und 1946 stand eine Eingemeindung in die Stadt Lausanne zur Debatte, die jedoch nicht weiter verfolgt wurde. Auch eine Fusion der Gemeinden Renens, Chavannes-près-Renens, Crissier und Ecublens, die zu einem bevölkerungs- und wirtschaftsstarken Zentrum westlich von Lausanne geführt hätte, fand bei den Einwohnern keinen Anklang. Mit der Überschreitung der 10'000-Einwohner-Grenze wurde Renens 1960 zur Stadt erklärt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Renens gibt es nur noch wenige Zeugen aus der früheren Zeit. Das Schloss stammt aus dem 18. Jahrhundert, ferner sind einige Herrenhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten. Die neue reformierte Pfarrkirche wurde 1935 eingeweiht; von 1966 stammt die katholische Kirche Saint-François. Renens besteht heute weitgehend aus Wohnblöcken und Gewerbezonen, an den Hängen oberhalb des ehemaligen Ortskerns gibt es einige Einfamilienhaus- und Villenquartiere.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Population résidante permanente par commune et origine, Vaud, 1950-2012 (XLS, 924 kB). Service cantonal de recherche et d’information statistiques (Statistiques Vaud). Kanton Waadt (Canton de Vaud). Abgerufen am 23. April 2013.
  2. Demandeurs d'emploi, chômeurs et taux de chômage par commune : juillet 2013 (XLS, 104 kB; MS Excel). Abgerufen am 11. August 2013.