Gerd Ruge

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Gerd Ruge (2014)
Gerd Ruge (2003)

Gerd Ruge (* 9. August 1928 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

1949 begann er seine journalistische Laufbahn beim NWDR, wo Rundfunkreportagen aus dem Ausland zum Schwerpunkt seiner Tätigkeit wurden. Unter anderem berichtete er ab 1950 als erster westdeutscher Journalist nach dem Zweiten Weltkrieg aus Jugoslawien.

Ruge war von 1956 bis 1959 der erste Korrespondent der ARD in Moskau und von 1964 bis 1969 Korrespondent in den Vereinigten Staaten. 1970 übernahm er die Leitung des WDR-Hauptstadtstudios in Bonn, in den Jahren 1973 bis 1976 berichtete er für die Tageszeitung Die Welt aus Peking. Nach weiteren verschiedenen Funktionen beim WDR und der ARD, darunter von 1987 bis 1993 als Leiter des ARD-Studios in Moskau, ging Ruge am 1. September 1993 in den Ruhestand.

1961 gründete er zusammen mit Felix Rexhausen und Carola Stern in Köln die deutsche Sektion von Amnesty International.[1] Er ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Zusammen mit Klaus Bölling initiierte er 1963 die ARD-Sendung Weltspiegel. In den Jahren 1981 bis 1983 war er Moderator des ARD-Magazins Monitor. 1984/1985 war Ruge WDR-Fernsehchefredakteur. Zusammen mit Helmut Markwort leitete er die 3sat-Talkrunde NeunzehnZehn. Ebenfalls unter Ruge NeunzehnZehn moderiert diese Sendung auch seine TV-Kollegin Nina Ruge; beide sind jedoch nicht miteinander verwandt.

Von 1997 bis 2001 lehrte Ruge als Professor für Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film München.[2]

Gemeinsam mit der Filmstiftung NRW vergibt er seit 2002 jährlich das mit 100.000 Euro dotierte Gerd Ruge-Stipendium.

Seit seinem Ruhestand arbeitet Ruge als freier Journalist und tritt dabei besonders durch seine Reisereportagen hervor.

Privates[Bearbeiten]

Ruges erste Ehefrau war Fredeke Gräfin von der Schulenburg (1934–2010), die älteste Tochter aus der Ehe des NS-Widerstandskämpfers Fritz-Dietlof von der Schulenburg (1902–1944) und dessen Frau Charlotte Kotelmann (1909–1991). Mit ihr hat er die Kinder Elisabeth und Boris. Später war Ruge mit der Autorin Lois Fisher verheiratet. Beide Ehen wurden geschieden.

Bedeutende Reportagen[Bearbeiten]

  • 1968: Nach der Ermordung von Martin Luther King
  • 1968: Nach dem Attentat auf Robert F. Kennedy
  • 1991: Vier Tage im August und während des Putsches in Moskau
  • 1998: Gerd Ruge unterwegs in China
  • 2000: Gerd Ruge unterwegs auf dem Balkan
  • 2003: Gerd Ruge unterwegs in Afghanistan
  • 2006: Gerd Ruge unterwegs in Sibirien

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gerd Ruge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Mühling, Esther Kogelboom: 50 Jahre amnesty international: „Das Amnesty-Konzept war sehr überzeugend“; Interview aus der Der Tagesspiegel auf Zeit-Online vom 27. Mai 2011
  2. HFF Bereich Fernsehjournalismus: Ehemalige Professoren
  3. Ehrenpreis. In: deutscher-fernsehpreis.de. Abgerufen am 3. Oktober 2014.