Richterin Barbara Salesch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel Richterin Barbara Salesch
Barbarasalesch Logo.jpg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) 1999–2012
Produktions-
unternehmen
filmpool GmbH
Länge 45 Minuten
Episoden 2147 (2356 Fälle) in 14[1] Staffeln
Genre Pseudo-Doku, Gerichtsshow
Erstausstrahlung 27. September 1999 auf Sat.1

Richterin Barbara Salesch ist eine pseudo-dokumentarische Gerichtsshow des Senders Sat.1, die fiktive Gerichtsverhandlungen in Strafsachen zeigte. Produziert wurde die Sendung von filmpool. Die letzte und 2147. Folge wurde am 13. April 2012 mit dem 2356. Fall ausgestrahlt.[2] Als Nachfolgeformat zeigt Sat.1 die ebenfalls von filmpool produzierte Sendung Familien-Fälle.[3] Im April 2012 nahm der österreichische Sender Puls 4 die Gerichtsshow in sein Programm auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Richterin Barbara Salesch wurde ab dem 27. September 1999 bis zum Oktober 2000 montags bis freitags als halbstündiges Format am Vorabend um 18:00 Uhr auf Sat.1 ausgestrahlt. In dieser Zeit waren nach dem Vorbild der US-Sendung Judge Judy[4] die Folgen der Sendung Mitschnitte von Schiedsgerichtsverhandlungen, für die das Verbot von Ton- und Bildaufnahmen nicht gilt. Daher konnten echte Fälle gesendet werden. Allerdings sind Schiedsgerichtsverfahren auf zivilrechtliche Auseinandersetzungen beschränkt und nur mit Zustimmung aller Prozessparteien erlaubt. Die „QuotenbringerRaub, Vergewaltigung und Mord konnten daher nicht thematisiert werden. Daher wurden ab Oktober 2000 nicht mehr reale Schiedsgerichtsverhandlungen, sondern fiktive Strafgerichtsprozesse gezeigt.

Am Anfang erreichte die Sendung lediglich einen Marktanteil von acht Prozent, nach Umstellung auf geschriebene Fälle mit Laiendarstellern lag er bei über 30 Prozent. Im Frühjahr 2000 wurde daher die Sendezeit verdoppelt und ein neuer Sendeplatz gewählt. Seitdem wurde Richterin Barbara Salesch einstündig ab 15:00 Uhr ausgestrahlt.

Richterin Barbara Salesch Spezial – Nachbar gegen Nachbar[Bearbeiten]

Hauptartikel: Nachbar gegen Nachbar

In der Woche vom 24. bis zum 28. Oktober 2011 wurden Sonderfolgen von Richterin Barbara Salesch gesendet, in denen keine Strafgerichtsverhandlungen, sondern Nachbarschaftsstreitereien behandelt wurden. Ab dem 13. August 2012 werden neue Folgen von 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr montags bis freitags ausgestrahlt.

Sendezeiten[Bearbeiten]

Am 8. Mai 2004 wurde die Sendung um eine Samstagsausgabe erweitert. Am 3. September 2004 wurde die 1000. Sendung ausgestrahlt. Seit dem 17. Juli 2007 wird die Sendung montags bis samstags zweimal täglich gesendet; neben der Ausstrahlung am Nachmittag werden montags bis freitags um 11:00 Uhr und samstags um 10:30 Uhr Wiederholungen älterer Folgen gezeigt. Die 1500. Folge der Gerichtsshow wurde am 20. März 2008 ausgestrahlt. Zwischen dem 14. November 2009 und dem 23. Januar 2010 wurde die Samstagsausgabe eingestellt. Am 5. Mai 2011 feierte die Sendung ihre 2000. Folge in zwölf Jahren.[5]

Staffeln[Bearbeiten]

Staffeln
Staffel Anzahl der Folgen von bis
1 ca. 100 27.09.1999 29.09.2000
2 ca. 200 02.10.2000 2001
3 ca. 200 2001 2002
4 ca. 200 2002 2003
5 ca. 200 2003 2004
6 ca. 200 2004 2005
7 ca. 200 2005 2006
8 ca. 150 2006 2007
9 187 2007 2008
10 310 07.01.2008 06.10.2009
11 37 07.10.2009 26.11.2009
12 94 11.01.2010 20.09.2010
13 240 21.09.2010 27.01.2012
14 40 30.01.2012 13.04.2012

Besetzung[Bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten]

Weitere Darsteller[Bearbeiten]

Nebendarsteller sind in der Regel Beisitzer, gegebenenfalls Nebenkläger, Angeklagte(r), Zeuge(n), Gutachter, Protokollführer und gegebenenfalls Schöffen. Als Angeklagte, Nebenkläger, Zeugen, Gutachter usw. treten ausschließlich Laiendarsteller auf. Im Gerichtssaal befindliche uniformierte Polizisten werden allerdings von echten Polizisten dargestellt.

Realitätsnähe[Bearbeiten]

Wie auch in anderen Pseudo-Dokumentationen wird die Realität von Strafverhandlungen in der Serie nur sehr eingeschränkt widergespiegelt. Ein bedeutender Unterschied zum tatsächlichen Alltag in deutschen Gerichtssälen zeigt sich in den lautstarken, zum Teil polemischen Angriffen zwischen Staatsanwalt und Verteidiger. Auch unerwartete neue Entwicklungen im Prozessgeschehen, die die Unschuld des Angeklagten beweisen und einen anwesenden Zeugen als wahren Täter entlarven, zählen in der Sendung zum regelmäßigen Standard. Der Spannungseffekt wird dadurch erhöht, jedoch suggeriert diese Vorgehensweise dem Zuschauer eine nachlässige Voruntersuchung durch Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft. In der realen Rechtspraxis hingegen kommt es üblicherweise erst nach sorgfältigen Ermittlungen und bei ausreichender Beweislast überhaupt zur Erhebung einer Anklage, weswegen solche dramatischen Wendepunkte bei echten Gerichtsverhandlungen höchst selten sind.

Sonstiges[Bearbeiten]

Vom 2. Mai 2011 bis zum 13. April 2012 wurde die Sendung im Breitbildformat 16:9 ausgestrahlt bzw. produziert.

DVD–Veröffentlichung[Bearbeiten]

Am 2. September 2011 erschienen die ersten 80 Folgen der ersten Staffel auf DVD.[6][7][8][9] Alle vier DVD-Boxen sind laut FSK ab zwölf Jahren freigegeben. Bei den Folgen handelt sich jedoch nicht um die allerersten produzierten Folgen der Sendung, da die Fälle auf den DVDs erst 2000 produziert wurden und die Sendung bereits seit 1999 besteht. Die erst-produzierten Folgen waren echte Fälle gewesen, die bis einschließlich Oktober 2000 produziert wurden. Anschließend wurden fiktive Fälle gedreht. Diese fiktiven Fälle sind auf den DVDs enthalten.

Die Sendung in Filmen[Bearbeiten]

Am 26. Januar 2012 startet der Spielfilm Tage die bleiben in den deutschen Kinos. Barbara Salesch übernimmt in diesem Film in ihrer Rolle als Richterin Barbara Salesch im Originalstudio der Sendung eine kleine Nebenrolle.

Adaption[Bearbeiten]

Eine breite öffentliche Aufmerksamkeit erlangte das Format allerdings zunächst erst, nachdem Stefan Raab aus dem Originalton des Wortes „Maschendrahtzaun“ aus der Gerichtsshow Barbara Saleschs das Lied Maschen-Draht-Zaun komponierte.

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Deutscher Fernsehpreis
  • Ausgezeichnet – „Beste tägliche Serie“ (2002)
Goldene Henne
  • Nominiert – „Kategorie: Fernsehen“ (2002)

Literatur[Bearbeiten]

  • Natalie John: Richterin Barbara Salesch – Meine spannendsten Fälle. Panini Books, 2002, ISBN 978-3897486089.
  • Dennis Münstermann: Analyse der gesprochenen Sprache in der Gerichtsserie ,Richterin Barbara Salesch' – Eine sprachstilistische Analyse – Sprache als Erfolgsgeheimnis und Magnet für ein Massenpublikum? Studienarbeit im Fachbereich Germanistik – Linguistik, Ruhr-Universität Bochum, Grin Verlag, 26. August 2013, ISBN 978-3656414414.
  • Marko Schulz: Untersuchung der Darstellung von Frauen und Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen am Beispiel der Gerichtsshows „Barbara Salesch“ und „Das Jugendgericht“. Studienarbeit im Fachbereich Politik – Politische Theorie und Ideengeschichte, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Institut für Politikwissenschaft), Grin Verlag, 14. Dezember 2007, ISBN 978-3638713665.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richterin Barbara Salesch von fernsehserien.de; Abgerufen am 4. Juni 2012
  2. quotenmeter.de Ein letztes Urteil: «Richterin Barbara Salesch» endet (Abgerufen am 12. April 2012)
  3. quotenmeter.de Salesch-Nachfolge: Sat.1 zeigt «Familien-Fälle» (Abgerufen am 7. März 2012)
  4. Anke Bergmann, Joachim von Gottberg & Jenny Schneider: Scripted Reality auf dem Prüfstand. Teil 1. Studie von Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen. S. 9-10 (PDF-Datei, 2.023 Kibibyte)
  5. Barbara Salesch über zwölf Jahre in SAT.1 sat1.de, Abgerufen am 22. Mai 2012
  6. Box 1 amazon.de
  7. Box 2 amazon.de
  8. Box 3 amazon.de
  9. Box 4 amazon.de