Robert Hugh Benson

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Monsignor R. H. Benson in Oct. 1912, Aged 40.jpg

Robert Hugh Benson (* 18. November 1871 im Wellington College; † 19. Oktober 1914 in Salford) war ein englischer Priester und Schriftsteller. Er ist der vierte und jüngste Sohn Edward White Bensons, Kanzler der Kathedrale von Lincoln und später Erzbischof von Canterbury, und seiner Frau Mary. Er ist der jüngere Bruder von Arthur Christopher Benson und Edward Frederic Benson.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Er wurde am Eton College erzogen und studierte anschließend Theologie und Altphilologie am Trinity College in Cambridge. Im Jahre 1894 wurde er zum Diakon geweiht und begann in der Mission in Eton im East End Londons im Jahr 1895 zu predigen. Im selben Jahr wurde er von seinem Vater zum Priester der Kirche von England geweiht.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1896 ging er auf Wunsch der Familie nach Ägypten. Nach seiner Rückkehr wurde er Vikar in Kemsing und die Gemeinde weckte sein Interesse für das Theater. Im Jahr 1898 trat er in das Haus der Gemeinschaft der Auferstehung in Mirfield ein, ein kontemplativer anglikanischer Orden, der angelehnt an die Benediktinerregel lebte, jedoch ohne die Notwendigkeit, ein feierliches Gelübde abzulegen. Dort blieb er bis 1903.

Seine entstehenden spirituellen Zweifel an der Autorität der anglikanischen Kirche stellte er in seinem autobiografischen Essay Confessions of a Convert (1913) dar. Diese durch die päpstliche Enzyklika Leos XIII. Apostolicae Curae verstärkten Zweifel führten zur Hinwendung zum katholischen Glauben. Er trat am 11. September 1903 in die Römisch-katholische Kirche ein und wurde nach erfolgreichem Studium am Priesterseminar am 12. Juni 1904 in der Basilika San Silvestro in Capite in Rom zum Priester geweiht. Im selben Jahr kehrte Benson nach Cambridge zurück.

Kurz nach seiner Weihe zum römisch-katholischen Priester schloss Benson eine leidenschaftliche Freundschaft mit dem gleichfalls konvertierten Künstler Frederick Rolfe. Nach zwei Jahren, in denen Briefe nicht nur wöchentlich, sondern zuweilen täglich gewechselt wurden, hatte die Beziehung einen intimen, emotionsaufgeladenen Charakter erreicht, blieb aber keusch. Alle Briefe wurden, vermutlich durch den Bruder E. F. Benson, vernichtet.

Im Jahr 1907 wechselte Benson in ein Haus an der Hare Street, von wo aus er eine intensive Predigttätigkeit, Volksmissionen und geistliche Leitung ausübte. In dieser Zeit fällt auch ein Großteil seines umfangreichen schriftstellerischen Wirkens, welches Romane historischen und zeitgenössischen Inhalts, Schauspiele und apologetische Werke umfasst. 1907 schrieb er sein bekanntestes Werk, den Endzeitroman Lord of the World (Der Herr der Welt), welcher viele Auflagen und Übersetzungen erfuhr und als wichtiger Vorläufer der großen dystopischen Romane des 20. Jahrhunderts gilt.

Pius X. ernannte ihn im Jahre 1911 zum („überzähligen“) Geheimkämmerer (heute Päpstlicher Ehrenkaplan).

Im Jahr 1914 zeigten sich die ersten Anzeichen einer Herzerkrankung und während einer Mission in Salford erlag er im Haus des Bischofs am frühen Morgen des 19. Oktober 1914 einem Herzinfarkt infolge einer Lungenentzündung.

Werke[Bearbeiten]

Science-Fiction

  • A Mirror of Shalott
  • Lord of the World
  • Dawn of All

Historische Fiktion

  • By What Authority?
  • Come Rack! Come Rope! (dt.Trotz Folter und Strick!, 1926)
  • Initiation.
  • Oddsfish!
  • The King's Achievement (Sir I. Pitman and sons, ltd., 1908)
  • The History of Richard Raynal, Solitary

zeitgenössische Belletristik

  • The Light Invisible
  • The Sentimentalists
  • The Conventionalists
  • The Necromancers (B. Herder, 1909)
  • None Other Gods
  • The Winnowing
  • Loneliness

Kinderbücher

  • Alphabet of Saints, mit Reginald Balfour und Charles Ritchie (Burns, Oates & Washbourne, 1905)
  • A Child's Rule of Life, illustratiert von Gabriel Pippet
  • Old Testament Rhymes, illustratiert von Gabriel Pippet

Andachtswerke

  • Friendship of Christ
  • Life in the World unseen
  • More About Life in the World Unseen
  • More Light
  • Facts
  • Here and Hereafter

Apologetische Werke

  • Confessions of a Convert (dt. Bekenntnisse eines Konvertiten. 1914)
  • Religion of the Plain Man
  • Paradoxes of Catholicism
  • Papers of a Pariah
  • Christ in the Church: A Volume of Religious Essays. (dt. Christus in der Kirche, 1913)

Theaterstücke

  • Cost of a Crown, a Story of Douay & Durham; a Sacred Drama in Three Acts
  • A Mystery Play in Honour of the Nativity of Our Lord (Longmans, Green, and Co., 1908)
  • The Upper Room, a drama of Christ's passion
  • The Maid of Orleans, a drama of the life of Joan of Arc

Literatur[Bearbeiten]

  • Arthur Christopher Benson: Hugh: Memoirs of a Brother. (Once and Future Books), ISBN 978-1602100008
  • Heinrich Kautz: Das Ende der sozialen Frage in der Schau Franz Herwigs und Robert Hugh Bensons. Benziger, Einsiedeln 1932
  • C.C. Martindale, The life of Monsignor Robert Hugh Benson (Longmans, Green & Co., 1916)
  • Blanche Warre Cornish, Memorials of Robert Hugh Benson (Burns and Oates, 1915)
  • Sr. M.R. Monaghan, Monsignor Robert Hugh Benson (Boolarong Publications, 1985)
  • Janet Grayson, Robert Hugh Benson: Life and Works (University Press of America, 1998)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Hugh Benson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien