Robinson R22
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| Robinson R22 | ||
|---|---|---|
Robinson R22, Robinson Helicopter Company |
||
| Typ: | Kleinsthubschrauber | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Robinson Helicopter | |
| Erstflug: | 1975 | |
| Indienststellung: | 1979 | |
| Produktionszeit: | Seit 1973 in Serienproduktion | |
| Stückzahl: | Über 4.000 | |
Die seit 1973 gebaute Robinson R22 ist ein Hubschrauber der US-amerikanischen Firma Robinson Helicopter. Die Konzeption sah einen einfachen, leichten und kostengünstigen Hubschrauber für Schulungs- und Überwachungszwecke sowie die private Nutzung vor.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Beschreibung
Die R22 wird nicht wie heute im Hubschrauberbau üblich mit Wellenturbinen, sondern über einen konventionellen Kolbenmotor des Herstellers Lycoming angetrieben. Da jedoch ein Kolbenmotor im Gegensatz zur einer Wellenturbine mit einem Freilauf nicht unter Last gestartet werden kann, wurde der Einsatz einer Rotorkupplung notwendig, um für den Startvorgang Antrieb und Last zu trennen. Der Nachteil eines Kolbenmotors gegenüber einer Turbine ist das erheblich schlechtere Verhältnis zwischen Gewicht und Leistung. Eine in der Leistung vergleichbare Wellenturbine wäre etwa um den Faktor fünf leichter.
Um dennoch ein akzeptables Leistungsgewicht zu erzielen, wird der R22 in absolutem Leichtbau ausgeführt. Es wurde auf alles verzichtet, was nicht primär zum Betrieb notwendig ist. Der Grund der Entscheidung für ein Kolbentriebwerk war der wesentlich niedrigere Preis und günstigere Ersatzteil -und Wartungskosten im Vergleich zu einem Turbinentriebwerk. Ein weiterer Vorteil, der sich daraus ergibt, ist, dass der Hubschrauber damit auch auf Flugplätzen gewartet werden kann, welche nicht auf die Wartung und den Betrieb von Turbinenfluggeräten ausgelegt sind.
Der weit verbreitete O360 wurde zwecks Erhöhung der Lebensdauer beim Einbau in einen Hubschrauber mit der wesentlich schwierigeren Kühlung in seiner Leistung reduziert. Fehlender Fahrtwind beim Schwebeflug und Einbau hinter der Zelle machen deshalb eine Zwangskühlung durch ein Gebläse erforderlich, das die verfügbare Motorleistung reduziert. Der R22 ist für zwei Personen ohne Gepäck oder anderweitige Nutzlast ausgelegt und verfügt in der Standardausführung über keinerlei Instrumente für den Blindflug. Die Doppelsteuerung wird nicht über zwei getrennte Steuerorgane realisiert, sondern über einen zentralen Stick, auf dem eine Art Bügel befestigt ist und damit eine Steuerung von beiden Sitzpositionen aus ermöglicht. Auf Verkleidungen im Innenraum wurde ebenso verzichtet wie auf eine Vollverkleidung des Rumpfes. Nur so war es möglich, das Leistungsgewicht nicht wesentlich über 4 kg/PS für den vollbelasteten Hubschrauber steigen zu lassen.
Mit einem Basispreis von knapp über 200.000 US-Dollar ist er nicht nur für Flugschulen eine kostengünstige Alternative zu den klassischen Turbinenhubschraubern, sondern in Bezug auf Anschaffung und Unterhalt (Wartung/Verbrauch) auch für Privatpersonen in Reichweite. Die meisten R22 werden von Flugschulen und von Unternehmen der Medienbranche beschafft. In Australien werden viele R22 beim Cattle Mustering eingesetzt (moderne Variante des Viehtriebs). Vor allem unter diesem Nutzungsaspekt kann der R22 seinen größten Vorteil gegenüber seinen in der Regel größeren und schwereren Mitbewerbern ausspielen: seine fast unerreichte Wendigkeit. Hierfür nutzt er einen Vorteil des Kolbenmotors aus, der seine maximale Leistung erheblich schneller zur Verfügung stellt als eine Turbine. Der R22 kann auf kürzester Distanz aus voller Fahrt in den Langsam- oder Schwebeflug übergehen.
Allerdings häuften sich insbesondere nach der Markteinführung des R22 Unfälle mit diesem Modell, die in der Regel auf eine Fehlbedienung zurückzuführen waren. Der günstige Preis der R22 führte zu einer weltweiten starken Anstieg der Anzahl von frisch ausgebildeten Hubschrauberpiloten. Besonders Flugzustände mit niedrigen Lastfaktoren (Low Gravity) und zu hektische Steuereingaben führten zu tödlichen Abstürzen, weil die Rotorblätter in den Heckausleger einschlugen. Auch die leichten Rotorblätter des R22 und damit deren geringes Trägheitsmoment führen bei der Autorotation schnell zu einem gefährlichen Abfall der Rotordrehzahl und damit zu einem Auftriebsverlust.
Des Weiteren wurde das in der Höhe veränderte Verhalten eines nicht aufgeladenen Kolbenmotors einigen Piloten zum Verhängnis. Die Leistung eines solchen Motors nimmt mit zunehmender Höhe weitaus stärker ab als die einer Wellenturbine, da letztere den sinkenden Luftdruck besser kompensieren kann. Hinzu kam das für Wellenturbinen (und somit für Piloten, die auf Turbinenhubschraubern ausgebildet wurden) unbekannte Problem der Vergaservereisung und somit des plötzlichen Motorstillstands.
[Bearbeiten] Technische Daten
- Höchstgeschwindigkeit: 189 km/h (102 Knoten)
- Reisegeschwindigkeit: 178 km/h (96 Knoten)
- Triebwerk Lycoming O-360 oder O320, 160 PS O320, 131 PS O360 bei Beta II PS Startleistung
- Maximale Reichweite: 556 km (300 nm)
- Dienstgipfelhöhe: 4267 Meter (14.000 Fuß)
- Maximale Schwebeflughöhe: 2880 Meter (9450 Fuß)
- Treibstoffmenge: 112 Liter, (29,7 Gallonen), inkl. optionalem Zusatztank
- Verbrauch: 26,5 bis 37,8 Liter/h (7 bis 10 Gallonen/h)
- Leergewicht (Variante Beta II): 417 Kilogramm (920 Pfund)
- Max. Abfluggewicht (Variante Beta II): 622 Kilogramm (1370 pound)
- Länge: 8,75 Meter (28,75 Fuß)
- Höhe: 2,71 Meter (8 Fuß und 11 Inches)
- Rotordurchmesser: 7,68 Meter (25,2 Fuß)
- Breite über Kufen: 1,93 Meter (6 Fuß und 4 Inches)
- Sitzplätze: 2
- Basispreis (Stand 2007): 210.000 US-Dollar

