Rolls-Royce Phantom II

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Rolls-Royce
Rolls-Royce Phantom II Continental Sedanca Coupé coachwork by Gurney Nutting (1933)

Rolls-Royce Phantom II Continental Sedanca Coupé coachwork by Gurney Nutting (1933)

Phantom II
Produktionszeitraum: 1929–1935
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine, Coupé, Pullman-Limousine, Cabriolet, Tourenwagen, Landaulet
Motoren: Ottomotor:
7,7 Liter (88 kW)
Länge: 5588 mm
Breite: 1867 mm
Höhe:
Radstand: 3810–3657,6 mm
Leergewicht: Fahrgestell:1495 kg
Vorgängermodell: Rolls-Royce Phantom I
Nachfolgemodell: Rolls-Royce Phantom III

Der Rolls-Royce Phantom II war ein Luxuswagen, den der britische Automobilhersteller Rolls-Royce 1929 bis 1935 als Nachfolger des Phantom I in Großbritannien baute. Die Fertigung des Phantom I in den USA lief noch bis 1931 weiter.

Beschreibung[Bearbeiten]

Den Reihensechszylinder-OHV-Motor mit 7668 cm³ Hubraum übernahm der Phantom II von seinem Vorgänger, allerdings auf 120 bhp (88 kW) bei 3500 min-1 erstarkt. Der Rolls-Royce Phantom II war der letzte der großen Sechszylinderwagen, deren Entwicklung von der ersten Entwurfs-Skizze bis zur Fertigstellung vollständig unter der Kontrolle von F. Henry Royce selbst stand. Die Motorkraft wurde über ein manuelles, unsynchronisiertes Vierganggetriebe an die Hinterräder weitergeleitet. Ab 1932 wurden der 3. und 4. Gang synchronisiert, ab 1935 kam auch der 2. Gang dazu.

Die vorderen Halbelliptik-Blattfedern übernahm der Phantom II ebenfalls von seinem Vorgänger, hinten aber besaß er, anders als der Phantom I, ebensolche Blattfedern anstatt der vorherigen Cantilever-Federung. Alle 4 Räder waren mit Trommelbremsen ausgestattet, die servounterstützt betätigt wurden.

Continental[Bearbeiten]

Für sportliche Fahrer gab es eine Ausführung mit auf 3657,6 mm verkürztem Radstand. In der Regel wurden leichte Aufbauten verwendet um Gewicht zu sparen. Ein originelles Detail zur Leistungssteigerung war eine Klappe im Auspuff die der Fahrer durch eine Öffnung im Fussraum betätigen konnte. Die Verwendung dieses Systems war im Vereinigten Königreich untersagt. Eine "Continental"-Ausführung gab es bei Rolls-Royce ausschließlich für den Phantom II; die Bezeichnung bezieht sich auf den anvisierten Verkaufsraum Kontinental-Europa. Die ab 1931 zu Rolls-Royce gehörende Marke Bentley nahm diese Bezeichnung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf, indem sie sportliche Versionen des R-Type sowie der S-Series von 1952 bis 1965 als R-Type Continental, S1 Continental, S2 Continental und S3 Continental anbot.

Karosserien[Bearbeiten]

Nur Fahrwerk und Mechanik wurden von Rolls-Royce hergestellt. Die Karosserien wurden auf Kundenwunsch von einem Stellmacher aufgebaut. Einige der bekanntesten Karosseriebauer für Rolls-Royce-Automobile waren Park Ward, Thrupp & Maberly, Mulliner und Hooper.

Produktion[Bearbeiten]

Insgesamt entstanden 1281 Fahrgestelle in der Fabrik in Derby. Davon waren 281 Stück Phantom II Continental. 125 Exemplare davon waren linksgelenkt[1]. Nachfolger war ab 1935 der Phantom III.

Trivia[Bearbeiten]

Fand auch Erwähnung im Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug.[2] Im Film werden vom Sultan des Königreichs von Hatay die Leistungsmerkmale des Autos genannt ("Rolls-Royce Phantom two. 4.3 litre, 30 horsepower, six cylinder engine, with Stromberg downdraft carburetor, can go from zero to 100 kilometres an hour in 12.5 seconds."). Diese sind bezüglich Motorleistung und Hubraum fehlerhaft. In der deutschen Version des Films tauchen diese fehlerhaften Beschreibungen zwar nicht auf, jedoch wurde ein falsches Beschleunigsvermögen des Autos angegeben ("28,5 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h").

Galeriebilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • David Culshaw, Peter Horrobin: The Complete Catalogue of British Cars 1895–1975. New edition. Veloce Publishing plc., Dorchester 1997, ISBN 1-874105-93-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rolls-Royce Phantom II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rolls Royce Enthusiasts Club B205/58
  2. Internet Movie Database