Rolls-Royce Silver Ghost

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rolls-Royce Silver Ghost
Hersteller: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich: Rolls-Royce
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten: Rolls-Royce
Produktionszeitraum: 1906–1925
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Tourenwagen 4 Türen
Sonderkarosserien auf Kundenwunsch
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Rolls-Royce Phantom I
40/50 hp
Silver Ghost
Alpine Eagle
Rolls-Royce Silver Ghost (1925)

Rolls-Royce Silver Ghost (1925)

Produktionszeitraum: 1906–1925
Karosserieversionen: Tourenwagen 4 Türen
Sonderkarosserien auf Kundenwunsch
Motoren: 7,0 l-R6, 48 bhp (35 kW)
7,4 l-R6, 55–75 bhp (40–55 kW)
Länge: 4572–4877 mm
Breite: 1715 mm
Höhe: mm
Radstand: 3404–3658 mm
Leergewicht: 1223–1540 kg
Rolls-Royce Silver Ghost (1925)

Der Begriff Rolls-Royce Silver Ghost (dt.: Silberner Geist) bezeichnet sowohl ein Automodell des britischen Herstellers Rolls-Royce als auch ein bestimmtes Auto dieser Serie.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Die Modellreihe

Das unter der Bezeichnung Rolls-Royce 40/50 hp entwickelte Automobil wurde von 1906 bis 1925 produziert und durch die Phantom-Reihe abgelöst. 1913/1914, nach dem Gewinn eines entsprechenden Wettbewerbes, wurde auch ein Modell mit dem Namen Rolls-Royce Alpine Eagle gefertigt, dessen Motor einen geringfügig größereren Hubraum (121 mm Hub anstatt 120 mm), aber eine geringere Leistung (55 bhp (40 kW) anstatt 65 bhp (48 kW)) hatte.[1]

Die Silver Ghosts waren mit einem Sechszylinder-Benzinmotor mit sieben Litern Hubraum ausgestattet, welcher anfangs 48 bhp (35 kW) bei 1200 min-1 leistete und im Laufe der Entwicklung auf bis zu 75 bhp (55 kW) gesteigert wurden. Die Schaltung erfolgte zu Beginn mit einer manuellen Dreigangschaltung, welche ab 1913 durch eine Viergangschaltung ersetzt wurde. Zudem wurde ab 1914 elektrische Beleuchtung als Option eingeführt, ab 1919 war sie Standard. Außerdem diente der Silver Ghost als Basis für die Entwicklung des Rolls-Royce Armoured Car, ein Panzerfahrzeug welches während des 1. Weltkriegs eingesetzt wurde. Obwohl inzwischen völlig veraltet wurde der Rolls-Royce Armoured Car in der Anfangsphase des 2. Weltkriegs nochmals eingesetzt.

Vor dem ersten Weltkrieg war der Silver Ghost eines der technisch fortschrittlichsten Autos der Welt, was ihm den Ruf als bestes Auto der Welt einbrachte. Während des Krieges erfolgte keine Weiterentwicklung und der Rückstand auf andere zeitgenössische Konstruktionen wuchs. Schließlich erfolgte 1925 der Ersatz durch den Rolls-Royce Phantom I. 1906 wurde auch von einem britischen Automobiljournalisten erstmals die Wortschöpfung der Waftability diesem Fahrzeug zugeschrieben. Diese Wortschöpfung von damals prägt die Rolls-Royce-Fahrzeuge bis heute als Alleinstellungsmerkmal.[2]


Modelle vom Typ Silver Ghost hatten unter anderem in folgenden Filmen Auftritte: Lichter der Großstadt (1931), Rebecca (1940), Citizen Kane (1941), Giganten (1956), Lawrence von Arabien (1962), Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten (1965) und Frankenstein Junior (1974).

[Bearbeiten] Das Fahrzeug

Der spezifische Silver Ghost ist das 12. Fahrzeug aus der 40/50-hp-Baureihe, Chassis Nr. 60551, auf dem kürzeren Fahrgestell von 135 Zoll (3441,7 mm). Die Karosserie in Form eines "Semi-Roi des Belges" (offener Tourenwagen ohne vordere Türen und leicht erhöhtem hinterer Sitzbank) lieferte Barker & Co. in London, eine der besten Adressen für Luxuskarosserien. Die Lackierung war silber. Die Lampen und Beschläge waren versilbert (üblicherweise verwendete man Messing). Für das Armaturenbrett verwendete man Aluminium statt Teak-Holz. Die Ledersitze waren grün, die hintere Sitzbank konnte für größere Touren durch eine Gepäckbox ersetzt werden. Außen unter der Windschutzscheibe war eine Plakette angebracht mit der Aufschrift "The Silver Ghost". Der Name sollte einerseits auf die silberne Farbe dieses Fahrzeugs anspielen, andererseits aber auch auf die geringe Geräuschentwicklung. Nicht nur damals war AX-201, wie das Fahrzeug wegen seiner Zulassungsnummer auch genannt wird, eine imponierende Erscheinung - genau das Richtige für den Zweck als Demonstrationsobjekt für Rolls-Royce. Die Firma präsentierte ihn erstmals 1906 auf der Olympia Motor Show in London.

Innerhalb kürzester Zeit stellte der Silver Ghost verschiedene Rekorde auf und konnte seine für die damalige Zeit erstaunlich hohe Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Nach verschiedenen Besitzerwechseln gelangte er schließlich in den Besitz von Bentley. AX-201 ist eines von zwei Rolls-Royce Silver Ghost, die für den Film "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" (s.o.) verwendet wurden. 1989 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung des Fahrzeugs. Mit einem geschätzten Wert von 35 Millionen US-Dollar gilt es heute als das teuerste Auto der Welt.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quelle

Culshaw, David & Horrobin, Peter: The Complete Catalogue of British Cars 1895–1975, Veloce Publishing plc., Dorchester (1997), ISBN 1874105936

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Foto eines Rolls-Royce Alpine Eagle (1914) in Beaulieu
  2. Rolls-Royce Phantom Product Guide (pdf)[1] Abgerufen am 23. April 2011


Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen