Ron Williams

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ron Williams (2004)

Ron Williams (eigentlich Ronald Lee Williams-Clarke, * 2. Februar 1942 in Oakland, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Synchronsprecher, Sänger und Moderator.

Wirken[Bearbeiten]

Williams besuchte bis 1960 die Oakland Technical High School. Er wurde als Militär-Polizist im Bundesstaat Georgia ausgebildet. Er diente als einziger Afro-Amerikaner in seiner Einheit. 1961 kam er als GI nach Stuttgart und wurde zum ersten afro-amerikanischen Nachrichtensprecher beim Soldatensender American Forces Network. Außerdem schrieb er für die US-Zeitungen Stars & Stripes, sowie für The Overseas Weekly.

Schon während seiner US-Army-Zeit hatte er Auftritte als Sänger (Solist beim Horst-Jankowski-Jazz-Chor, Solist mit der Süddeutsche-Rundfunk-Big-Band) und nach seiner Entlassung als Mitglied des Ensembles vom Renitenz-Theater Stuttgart. 1965 war er faktisch der erste US-amerikanische politische Kabarettist Deutschlands. Durch Gastspiele und Radio- und TV-Auftritte wurde er einem immer größeren Publikum bekannt. Er war in der Rolle des „Hud” (Song: „Ich bin ein Farbiger”) Mitglied im ersten Ensemble des legendären Musicals Hair (1968-69). In den 1970er Jahren übernahm Williams die Regie von Hair und tourte damit durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Als Mitglied der San Quentin Workshop Theater Group aus San Francisco trat er 1973–75 in England, Schottland und Deutschland in den Bühnenstücken „The Cage” und „The Wall is Mama” auf. 1975 wurde er von London's Black Theater of Brixton für die Hauptrolle im preisgekrönten Theaterstück Ceremonies in Dark Old Men engagiert und tourte damit in England und Wales. 1976 kam er aus London nach Deutschland zurück und begann in München eine One-Man-Show-Reihe namens Happy Birthday America. Es folgten D-Mark, D-Mark über alles, Frontbetreuung, Countdown, Geh zum Teufel! mit Gastspielen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Von 1985 bis 1993 war er Moderator des TV-Musikmagazins Musik-Szene. Er wurde auch als Moderator für das Deutsche-Welle-TV Focus on Europe engagiert. Eine eigene Samstagnachtsendung (Ron-Abend) bekam er in 1986 im WDR/ARD, in der er als Kabarettist und Moderator auftrat.

Williams hatte über 500 TV-Gastauftritte und man sah ihn in mehr als 300 eigenen Sendungen im deutschsprachigen Raum.

Einem jüngeren Publikum ist Williams vor allem als Moderator der ARD-Serie Spaß am Dienstag - mit Zini bekannt. Überdies lieh er als Synchronsprecher seine Stimme dem Bösewicht „Oogie Boogie” in Nightmare Before Christmas; in Arielle, die Meerjungfrau und Arielle, die Meerjungfrau 2 – Sehnsucht nach dem Meer sprach er „Sebastian, die Krabbe”. Bei den Luisenburg-Festspielen 2011/12 in Wunsiedel moderierte und spielte er als Stargast mehrere Rollen im Musical The Blues Brothers. Seit 2002 spielt er Titel-Rollen in Bühnenproduktionen der Kempf Theater-Gastspiele (2005: „I Have a Dream - Die Martin Luther King Story”, 2005–2009 „Die Ray Charles Show”, 2009–2012 „Endlich Frei! - Die Nelson Mandela Story” und 2012–2015 „Die Harry Belafonte Story”).

Familie[Bearbeiten]

Seine Tochter Ariane Roth aus der Beziehung mit der Schauspielerin Birgit Zamulo ist Stimmpädagogin, Komponistin, Musikerin und Sängerin. Sein Sohn Julian Taylor ist Song-Writer, Musiker und Sänger. Julian stammt aus der Ehe mit der Konzertpianistin Barbara Wunderlich.[1][2] Seine aktuelle Lebensgefährtin ist Gloria Opida.[3]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

2002 übernahm Ron Williams die Schirmherrschaft der Kinder-Kultur-Karavane; 2006 wurde er Schirmherr für die Stiftung Leben ohne Rassismus in Nordrhein-Westfalen; 2008 übernahm Ron Williams die Patenschaft für das Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal (Pfalz) im Projekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Gemeinsam mit anderen bayerischen Musikern, Kabarettisten und Autoren engagiert sich Williams seit 2007 im Rahmen der Pflege-Kampagne ganz jung. ganz alt. ganz ohr.[4] Am 12. Juli 2013 Übernahme er die Patenschaft für das Augustinus Gymnasium in Weiden, Bayern im Projekt „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage”.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2004: Bundesverdienstkreuz am Bande

TV/Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Erfolgssongs aus: Die Nelson Mandela Story – Endlich frei (2009)
  • Ron Williams & Jörg Seidel Band: Jazzin' up the Soul (2008)
  • Ron Williams & The Bluesnight Band: Gotta Do The Right Thing (2005)
  • All you need is a friend (1993)
  • Hair 1993 Ron Williams, Nina Hagen, Udo Lindenberg und Uwe Ochsenknecht (1993)
  • Denn es ist Weihnachtszeit: Mary's Boychild (Musical-Stars singen Weihnachtslieder) (1996, Polydor)
  • Juke & The Blue Joint meets Ron Williams (1997 - Akustische Musik)
  • Ron und Julian Williams: Together bewegen wir die Welt (1998 – Polymedia)
  • Ron Williams feat. The Union Open your Heart (2000)
  • Ron Williams & Ariane Roth: Solange wir uns spüren (2001 – Whoopee Records)
  • Martin Luther King – King of Love, CD / LP (2007 - Sony/BMG)
  • Ron Williams & Stephan Wald: Helmut: Du, Du, Du. Ronnie: Yes, I Agree. (1985 - CBS)
  • Ron Williams: Soul Down (Soul-Medley) (Single, 1983)
  • King Kong (Is Alive And Well) (Single, als Ronnie Lee Williams, 1970er)
  • Judy Cheeks Please Give Me This Night[5] (US titel: Mellow Lovin') (Co-Songwriter) (Album, 1978 - Ariola)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ron Williams – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Edith von Welser-Ude feiert 70. Geburtstag – „Jetzt geht es mir nur unglaublich gut!”, merkur-online, 14. Januar 2009.
  2. Julian Taylor live in der Cube Lounge im Lehel, Schlemmerregion München, 2009.
  3. So urteilen die Zuschauer über das Premierenstück. In: Hamburger Abendblatt. 30. September 2002.
  4. Pflege-Kampagne „ganz jung. ganz alt. ganz ohr”, pflegen-online.de, 10. Oktober 2007.
  5. discogs.com: Judy Cheeks Please Give Me This Night