Do the Right Thing

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Filmdaten
Deutscher Titel Do the Right Thing
Originaltitel Do the Right Thing
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1989
Länge 120 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Spike Lee
Drehbuch Spike Lee
Produktion 40 Acres and a Mule Filmworks, Spike Lee
Musik David Hinds, Bill Lee
Kamera Ernest R. Dickerson
Schnitt Barry Alexander Brown
Besetzung

Do the Right Thing ist ein Spielfilm des US-amerikanischen Regisseurs Spike Lee aus dem Jahr 1989. Die Tragikomödie, produziert von Lee, der auch das Drehbuch schrieb und eine der Hauptrollen übernahm, feierte ihre Premiere im Mai 1989 auf den Filmfestspielen von Cannes. Der US-Kinostart folgte am 30. Juni 1989, in den westdeutschen Kinos war der Film ab dem 13. Juli 1989 zu sehen.[1]. Der Film wird von Kritikern als zum New Black Cinema gehörend angesehen[2].

Handlung[Bearbeiten]

Ein heißer Tag in Brooklyn: Der Italoamerikaner Sal betreibt seit 20 Jahren eine Pizzeria in der Stuyvesant Avenue. Mit dem gutmütigen, stets vermittelnden Mittvierziger arbeiten seine beiden Söhne Pino und Vito. In dem heruntergekommenen Viertel leben fast ausschließlich Schwarze, viele sind arbeitslos. Einige hängen den ganzen Tag herum, halten sich an Bierdosen fest und hegen Neid gegen erfolgreichere Leute in der Nachbarschaft wie einen koreanischen Ladenbesitzer. Sal ist stolz, dass man ihn in der Umgebung akzeptiert. Konflikte mit seinem lustlosen schwarzen Austräger Mookie werden schnell beigelegt, obwohl Sals Sohn Pino seiner Unzufriedenheit gelegentlich mit rassistischen Parolen Luft macht. Pino will den Vater überreden, aus dem Schwarzenviertel wegzuziehen. Bruderzwist gibt es, weil Vito gut mit Mookie auskommt, der seit einer Woche nicht bei seiner Freundin und dem kleinen Sohn war. Sal ist stolz auf seine italo-amerikanische Herkunft und präsentiert in der Pizzeria eine „Wall of Fame“, die aus Portraits italo-amerikanischer Stars besteht. Dem schwarzen Aktivisten Buggin Out missfällt die Galerie und er kritisiert, dass Sal keine Schwarzen mit aufgenommen hat. Er droht damit, einen Boykott von Sals Geschäft zu initiieren. Irritiert verweist der Pizzeria-Besitzer den jungen Arbeitslosen aus seinem Geschäft und belegt ihn mit einem Hausverbot.

Buggin Out tut sich mit dem Musikliebhaber Radio Raheem zusammen. Am späten Abend ist Sal mit dem Tagesgeschäft hochzufrieden; er will den Laden in "Sal & Sons" umbenennen und so Pino zum Bleiben bewegen. Doch da tauchen Buggin Out und Radio Raheem mit seinem voll aufgedrehten Ghettoblaster in Sals Pizzeria auf. Mit maximaler Lautstärke dröhnt „Hip Hop-Musik“ („Fight The Power" von Public Enemy). Verärgert über diese Belästigung zerstört Sal das Gerät mit einem Baseballschläger. Schnell artet die Auseinandersetzung in eine Schlägerei aus, an der sich auch zuvor neutrale Bewohner des Viertels beteiligen. Die Polizei greift ein, der sich heftig wehrende Radio Raheem wird von einem Cop im Schwitzkasten mit dem Schlagstock zu Tode gewürgt. Die schwarzen Bewohner des Viertels reagieren aufgebracht auf dieses tragische Ereignis. Sals Pizzeria wird zerstört, geplündert und angezündet. Die Straßenschlacht droht auf weitere Geschäfte überzugreifen, kann aber durch Feuerwehr und Polizei eingedämmt werden. Einen Tag später steht Sal fassungslos vor den Trümmern seiner zerstörten „Famous Pizzeria“. Ein stotternder Bettler, der auf der Straße Fotos von Helden der Bürgerrechtsbewegung verkauft, hatte in der Nacht das erste Streichholz angezündet. Er kann nun endlich ein schwarzes Bild an die zerstörte Ruhmeswand des italienischen Ladens hängen, das den Händedruck zwischen Martin Luther King und Malcolm X zeigt. Mookie fordert von Sal den ausstehenden Lohn. Beider Wege trennen sich, nachdem der Junge seine Dollars bekommen hat.

Hintergrund[Bearbeiten]

Spike Lee bezeichnete diesen Film als Apartheidsfilm über die USA und als Beitrag im Wahlkampf zwischen dem langjährigen Bürgermeister von New York City Edward I. Koch und dem afro-amerikanischen Kandidaten David Dinkins[3], der sich in den Vorwahlen schließlich gegen Koch durchsetzte und bei den Wahlen letztlich auch gegen Rudolph Giuliani gewann. „Dass die schönen Worte vom freien Amerika, das Platz für jede Hautfarbe hat, nie mehr als verlogene Phrasen waren, müsste jedem klar sein. Am Ende meines Films reichen sich die Leute nicht die Hände, um diesen We are the World-Mist zu singen.“, so Lee.[4] „Ich möchte, dass der Zuschauer am Ende des Films ein Gefühl des Horrors hat. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir über diese Probleme reden und uns ihnen stellen müssen. Wenn das nicht geschieht, wird es nur schlimmer.“[5] Die Musik zum Film steuerten David Hinds und Bill Lee, Spikes Vater, bei.

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein furios inszenierter Film, der sich zu einer beklemmenden Studie der Gewalt entwickelt und dabei verstört und aufstört. Sehenswert.“

Lexikon des internationalen Films

„1989 machte Spike Lee alles richtig. Do The Right Thing besitzt die treibende Dynamik eines „Public Enemy“-Tracks, ist aufregend und abwechslungsreich wie ein brütend heißer Sommertag und vielleicht der intelligenteste, ehrlichste und stylischste Film zum Thema Rassismus, der bisher gedreht wurde.“

filmzentrale.com: Rassismus ist...

Seeing the film again today, I was reminded of what a stylistic achievement it is. Spike Lee was 32 when he made it, assured, confident, in the full joy of his power. He takes this story, which sounds like grim social realism, and tells it with music, humor, color and exuberant invention. A lot of it is just plain fun. [...]
None of these people is perfect. But Lee makes it possible for us to understand their feelings; his empathy is crucial to the film, because if you can't try to understand how the other person feels, you're a captive inside the box of yourself. Thoughtless people have accused Lee over the years of being an angry filmmaker. He has much to be angry about, but I don't find it in his work. The wonder of
Do the Right Thing is that he is so fair.

„"Wenn ich den Film heute wieder sehe, erinnert er mich daran, was für eine stilistische Errungenschaft er darstellt. Spike Lee war 32, als er ihn drehte, sicher, selbstsicher, seine Freiheit voll ausschöpfend. Er nimmt diese Geschichte, die wie düstere sozialen Realismus klingt, und erzählt sie mit Musik, Humor, Farbe und üppigen Erfindungen. Ein großer Teil davon ist einfach nur Spaß. [...] Keiner dieser Menschen ist perfekt. Aber Lee macht es uns möglich, ihre Gefühle zu verstehen; sein Einfühlungsvermögen ist entscheidend für den Film, denn wenn Sie nicht versuchen, zu verstehen, wie die andere Person fühlt, bist du ein Gefangener in deinem eigenen Käfig. Gedankenlose Menschen haben Lee im Laufe der Jahre vorgeworfen, ein wütender Filmemacher zu sein, aber ich finde das nicht in seiner Arbeit. Das Wunder von Do the Right Thing ist, dass er so fair ist. "“

Roger Ebert: Do the Right Thing (1989), Chicago Sun-Times, 27. Mai 2001

Reclams Filmführer befand, dass der Film wie eine „ironische Komödie“ beginne und sich zu einer „überzeugenden Studie über die Entstehung von Gewalt“ entwickle. Spike Lee sei ein „exakter Beobachter, der Wirklichkeit so auf die Leinwand bringt, dass der Zuschauer Ursachen, Hintergründe und Zusammenhänge wie beiläufig selbst erkennt.“[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Release dates in der Internet Movie Database (aufgerufen am 23. Mai 2010)
  2. Filmlexikon
  3. vgl. Howard Kurtz: The Polarization of N. Y. Democrats. In: The Washington Post. 10. September 1989, S. A8
  4. vgl. Do the Right Thing. In: Das große TV-Spielfilm-Filmlexikon. CD-ROM. Directmedia Publ., 2006, ISBN 978-3-89853-036-1
  5. a b vgl. Dieter Krusche: Reclams Filmführer. Reclam, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-15-010676-1, S. 205