Aschheim

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Aschheim in Bayern. Für weitere Bedeutungen siehe Aschheim (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aschheim
Aschheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aschheim hervorgehoben
48.17333333333311.717777777778512Koordinaten: 48° 10′ N, 11° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 512 m ü. NN
Fläche: 28,04 km²
Einwohner:

7.665 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je km²
Postleitzahl: 85609
Vorwahl: 089
Kfz-Kennzeichen: M
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 112
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ismaninger Straße 8
85609 Aschheim
Webpräsenz: www.aschheim.de
Bürgermeister: Helmut J. Englmann (CSU)
Lage der Gemeinde Aschheim im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Hofoldinger Forst Höhenkirchener Forst Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching UnterschleißheimKarte
Über dieses Bild

Aschheim ist eine Gemeinde im Landkreis München, Regierungsbezirk Oberbayern. Sie liegt nordöstlich von München direkt am Autobahnring A 99. Im Dialekt wird Aschheim als Oschham [ˈoːʃhaːm] ausgesprochen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Aschheim sind zwei amtlich benannte Gemeindeteile ausgewiesen.

  • Aschheim
  • Dornach

[Bearbeiten] Geschichte

Die Ortsbezeichnung Aschheim geht vermutlich auf das Wort ascaim zurück, lateinisch für „Heim bei den Eschen“. Eine erste Besiedelung der heutigen Ortsflur erfolgte am Ende der Jungsteinzeit. Grabfunde der Schnurkeramischen- (2800-2300 v. Chr.) und der Glockenbecherkultur (2600-2300 v. Chr.), die beim Bau der Umgehungsstraße im Jahr 2008 zu Tage kamen, belegen diese erste Siedelphase eindrücklich. Hausbefunde, Gruben und Brunnen aus der Bronzezeit fanden sich vor allem im südöstlichen Gemeindegebiet. Hervorzuheben ist dabei ein 7,5 m tiefer Brunnen aus der frühen Bronzezeit, in dessen unterem Meter sich die mehrphasige Holzkonstruktion des Brunnenkastens sehr gut erhalten hatte (heute ausgestellt in der Geschichtlich-heimatkundlichen Sammlung in Aschheim).

Auch in den folgenden Epochen finden sich Spuren ländlicher Kleinsiedlungen und Gehöfte in Aschheim. In Dornach ließen sich - nach heutigem Kenntnisstand - das erste Mal Menschen in der keltischen La-Tène-Zeit nieder. Hier befanden sich eine offene Siedlung und mehrere kleinere Nekropolen. Aus der Siedlung stammt unter anderem eine bronzene Statuette der Göttin Athene/Minerva (ca. 100 v. Chr.).

Die verkehrsgünstige Lage nahe der römischen Verbindungsstraße von Augsburg nach Wels/Oberösterreich führte bereits ab dem 1. Jh. n. Chr. zur Ansiedlung mehrerer Landgüter - so genannter villae rusticae (villa rustica)- in Aschheim. Südlich des Ortes, nahe der heutigen Straße nach Feldkirchen, konnten in den Jahren 2000 und 2005 das in kombinierter Stein und Holzbauweise ausgeführte Haupthaus eines solchen Landgutes freigelegt werden, zu dessen Wohnkomfort auch ein kleines Badezimmer mit steinernen Badewannen gehörte. Dieser Komplex liegt heute wieder geschützt unter der Erde, kann aber mithilfe eines Durchblickpanoramas in seiner rekonstruierten Form in der Landschaft gesehen werden.

Seit dem frühen Mittelalter reißt die Besiedelung des Ortes nicht mehr ab. Für die Zeit zwischen 480/90 bis an das Ende des 7. Jahrhunderts fand sich im heutigen Ortsbereich ein großes Gräberfeld, das in den Jahren 1997/98 ausgegraben wurde. Zahlreiche Fundstücke geben Auskunft über das Leben und Sterben dieser Zeit. Gegen Ende des 6. Jahrhunderts scheint sich eine Familie von den übrigen zu separieren und an einem anderen Ort zu bestatten, auf dem sie um 600 eine sehr frühe Holzkirche errichten lässt. Diese Kirche diente später als Begräbnisort des Heiligen St.Emmeram und steht am Anfang von insgesamt sieben Kirchenbauphasen.

Im Jahr 756/757 fand in Aschheim die erste bayerische Landessynode statt, bei der 15 Beschlüsse über geistige und weltliche Belange getroffen wurden, die in Form eines Protokolls in der Bibliothek des Domstiftes Freising überliefert wurden. Dieses Protokoll enthält gleichzeitig die erste schriftliche Überlieferung des Ortsnamens. Kurz darauf findet Aschheim in der Vita des St. Emmeram Erwähnung, die um 770 vom Freisinger Bischof Arbeo verfasst wurde und sich auf Ereignisse am Ende des 7. Jhs. bezieht.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 wurden Aschheim und Dornach selbständige politische Gemeinden. 1978 wurde Dornach im Zuge der Gemeindegebietsreform der Nachbargemeinde Aschheim angegliedert. 2006 fanden die 1250-Jahr-Feier von Aschheim und die 1150-Jahr-Feier von Dornach statt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

[Bearbeiten] Bürgermeister

Der 1. Bürgermeister ist Helmut J. Englmann (CSU).

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Gemeinde Aschheim stammt aus dem Jahre 1956 und wurde anlässlich der 1200-Jahr-Feier der ersten Landessynode und des bayerischen Landtags in Aschheim dem Bürgermeister Franz Ruthus überreicht. Das Wappen enthält einen stilisierten Baum mit zwei Eschenzweigen, die eine Versinnbildlichung des Ortsnamens darstellen, der von „Esche“ abgeleitet ist. Der silberne Hintergrund und die blauen Blätter weisen auf die enge und seit frühester Zeit bestehende Verbindung der Siedlung mit dem bayerischen Herzogtum hin.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Aschheim

[Bearbeiten] Museen

Die Geschichtlich-heimatkundliche Sammlung zeigt die vor- und frühgeschichtliche Entwicklung des Gemeindegebietes von Aschheim und Dornach, sowie deren mittelalterliche und neuzeitliche Geschichte bis heute. Im Vordergrund stehen die zahlreichen archäologischen Funde von der Jungsteinzeit (ab ca. 2800/2600 v. Chr.) bis ins Frühmittelalter (5.-8. Jahrhundert n. Chr.). Schwerpunkte sind dabei die Hinterlassenschaften der keltischen Zeit (450-15 v. Chr.) – aus der auch das Glanzstück der Sammlung, die Athene von Dornach, stammt – und die Funde aus den Reihengräberfeldern des frühen Mittelalters.

Kirchen- und Vereinsgeschichte wie auch die gemeindliche Entwicklung von Aschheim und Dornach werden anhand von Modellen, Dokumenten und Fotos nahe gebracht. Die Sammlung befindet sich in den lichten Kellerräumen des Kulturellen Gebäudes von Aschheim und kann unter der Woche durch den Zugang über die Bücherei besucht werden, jeden 3. Sonntag durch ihren Eingang im Untergeschoss.

[Bearbeiten] Bauwerke

Kulturelles Gebäude mit Theatersaal, Münchner Straße 8, 85609 Aschheim

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Über den Autobahnring A 99 und die A 94 ist der Mittlere Ring in München innerhalb von ca. 15 Minuten, die City innerhalb von 25 Minuten zu erreichen. Über Buslinien sind die U-Bahnlinie 2 sowie die S-Bahnen der Linie S 2 schnell zu erreichen.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Literatur

  • Aschheim - 1250 Jahrfeier der ersten bayerischen Landessynode unter Herzog Tassilo III 756.
  • Dornach - 1150 Jahrfeier der ersten schriftlichen Erwähnung 856 (Aschheim 2006)

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Aschheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
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