Ronald Plasterk

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Ronald Plasterk

Ronald Hans Anton Plasterk (* 12. April 1957 in Den Haag) ist seit dem 5. November 2012 der niederländische Minister für Inneres und Überseegebiete im Kabinett Rutte II. Vom 22. Februar 2007 bis zum 23. Februar 2010 war er der niederländische Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft. Plasterk ist Mitglieder der Partij van de Arbeid (PvdA), ist Biologe und schrieb verschiedene Kolumnen.

Leben[Bearbeiten]

Nach seinem Abitur studierte Ronald Plasterk zunächst an der Universität Amsterdam Wirtschaftswissenschaften, wechselte aber nach dem Vordiplom zum Biologiestudium an die Universität Leiden. In dieser Fachrichtung legte er 1981 sein Examen ab und promovierte anschließend in Leiden mit seiner Arbeit „Inversion of the G segment of bacteriophage Mu, analysis of a genetic switch“ in Mathematik und Naturwissenschaften. Anschließend besuchte er am California Institute of Technology sowie am MRC Laboratory of Molecular Biology ein Postgraduiertenkolleg. Ab dem 11. Oktober 1982 war Ronald Plasterk für zwei Jahre, bis zum 1. September 1984, als Mitglieder der PvdA Stadtrat in Leiden.

Ab 1987 bis zum Jahr 2000 war er am Antoni-van-Leeuwenhoek-Krankenhaus Gruppenleiter des niederländischen Krebsforschungsinstituts. Zugleich war er zunächst ab 1993 bis 1997 Stiftungsprofessor für Molekularbiologie an der Freien Universität Amsterdam und anschließend wurde er zum Professor für Molekulargenetik der Universität Amsterdam berufen.

1995 begann er mit dem Schreiben von Kolumnen für die Zeitschrift Intermediair und ab 1999 für die Tageszeitung de Volkskrant.

Im Jahr 2000 wurde er zum Direktor des Hubrecht-Laboratoriums am Niederländischen Institut für Entwicklungsbiologie (KNAW) in Utrecht ernannt.

Religion[Bearbeiten]

Plasterk wurde römisch-katholisch sozialisiert und besuchte das Gymnasium der Paters van het Heilig Hart van Jezus in den Haag, das heutige Sint Jans-College.

Er wurde jedoch später zum überzeugten Atheisten. Er sagt, mit 13 Jahren zu der Überzeugung gelangt zu sein, dass Gott nicht existiert, dass er jedoch nicht nach einem definitiven Atheismus strebe.[1] 1997 verwendete Plasterk in seiner Kolumne in dem Wochenblatt Intermediair erstmals seinen Begriff des "Ietsismus", von ihm kreierter Neologismus aus niederl. "iets" = "etwas". Damit bezeichnete er den von ihm ausgemachten Glauben derer, die weder klar an den Gott einer Offenbarung glauben, noch vom Glauben abschwören, sondern eben seiner Meinung nach an etwas glauben, eine höhere Macht o.ä. Als er seine Wortschöpfung mehrfach im sozial-politischen TV-Programm Buitenhof erwähnte[2], erlangte der Terminus beim niederländischen Publikum größere Bekanntheit. Zunächst äußerte er sich scharf ablehnend über die von ihm ausgemachte Haltung, sie sei eine armselige und ärgerliche Zeiterscheinung, äußerte sich indes später in einer Kolumne[3] für Buitenhof wesentlich versöhnlicher:

"Der Ietsismus ist ein diffuser Glaube, fast eine Arte Atheismus mit einem Hauch von Nostalgie, intellektuell mager, aber viel sympathischer, als die Idee eines bösen Gottes, der dieses Elend duldet." Ronald Plasterk

Plasterk ist entschiedener Gegner von Kreationismus und Intelligent Design. 2005 bekundete die damalige Bildungsministerin Maria van der Hoeven öffentlich ihr Interesse an Intelligent Design und verkündete auf ihrem persönlichen Weblog, eine Parlamentsdebatte darüber initiieren zu wollen, ob Intelligent Design nicht an Schulen unterrichtet werden könne. Er fuhr sie darauf hin ungewohnt scharf an[4], in den Curricula öffentlich-rechtlicher Schulen dürften keinerlei Inhalte Raum greifen, die nicht hinreichend wissenschaftlich belegt seien.

Zeitens des Kabinetts Balkenende IV sagte er, keinerlei Probleme damit zu haben, mit christlich orientierten Ministerkollegen zusammenzuarbeiten.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ronald Plasterk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Er is geen verband tussen altruïsme en God" - Interview mit Plasterk im De Groene Amsterdammer, 22. Dezember 2001, (niederl.).
  2. Ronald Plasterk: ietsisme, Genootschap Onze Taal, 14. Februar 2007, (niederl.).
  3. Ronald Plasterk: Column: Kerk en Staat, VPRO, 8. Mai 2005, (niederl.)
  4. Ronald Plasterk / Uitvinder ’ietsisme’ op Onderwijs, Trouw, 14. Februar 2007, (niederl.)
  5. Met de Bijbel bruggen slaan naar het CDA, De Pers, 8. Dezember 2008 (niederl.)