Rudolf Lutz

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Rudolf Lutz (* 1951) ist ein Schweizer Organist, Cembalist, Dirigent, Musikpädagoge und Komponist.

Biografie[Bearbeiten]

Rudolf Lutz erhielt seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Winterthur und in Zürich sowie an der Musikakademie Wien. Er studierte Orgel bei Jean-Claude Zehnder und Anton Heiller, Klavier bei Christoph Lieske und Dirigieren bei Karl Oesterreicher.

Lutz war von 1973 bis 2013 Organist der evangelischen Kirche St. Laurenzen in St. Gallen. Zwischen 1993 und 2002 leitete er den Kammerchor Vocales Basilienses und von 1986 bis 2008 den Bach-Chor St. Gallen. Ab 1986 war er Leiter des St. Galler Kammerensembles.

Rudolf Lutz unterrichtet Improvisation für Tasteninstrumente an der Schola Cantorum Basiliensis und Generalbass an der Hochschule für Musik Basel.[1] 2006 wurde er zum künstlerischen Leiter der J. S. Bach-Stiftung berufen. Im Hinblick auf die Gesamtaufführung von Bachs Vokalwerk hat er in deren Rahmen das Instrumental- und Vokalensemble Schola Seconda Pratica gegründet, welches seit 2011 unter dem Namen Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung auftritt.

Als Experte für historische Improvisationspraxis hält Rudolf Lutz Seminare, gibt Konzerte und realisiert Aufnahmen für verschiedene CD-Labels sowie für Radio DRS und den Südwestrundfunk.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2006: Kulturpreis des Kantons St. Gallen [2]

Kompositionen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • An English Christmas. (Englische Weihnachts-Musik.) Für Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bass, Chor, Orgel, Harfe und Streicher. 2002. [3]
  • Christmas at Ashmeadow. Porträt englischer und deutscher Weihnachtslieder. Für Violine und Klavier. 1996. [4]
  • Der Lockruf Gottes. Gottesdienstliche Musik zum 500-Jahr-Jubiläum von Heinrich Bullinger. Für Tenor-Solo, gemischten Chor und Orgel. Uraufgeführt im Grossmünster Zürich 2004.[5]
  • Gott gebe mir Gelassenheit. Für vierstimmig gemischten Chor a cappella. MB1991.10, Müller & Schade, Bern.
  • When Israel was in Egypt's Land. Für Alt-Solo und vierstimmig gemischten Chor a cappella. CH1999, Müller & Schade, Bern.
  • „Nun jubelt all und singt“. Ansbach-Kantate. Libretto von Karl Graf. Uraufgeführt mit dem Ensemble Singer Pur unter der Leitung des Komponisten anlässlich der Bachwoche Ansbach 2011.[6]

Diskografie[Bearbeiten]

Rudolf Lutz als Interpret und Improvisator[Bearbeiten]

  • Harpsichord vs. Piano. Rudolf Lutz, Cembalo und Larry Porter, Klavier. München 1990.[7]
  • Heinrich Kaminski: Sämtliche Orgelwerke. Rudolf Lutz an der grossen Orgel der Stadtkirche Winterthur. Christophorus CHR 71115, Heidelberg 1992.
  • In Dulci JubiloFestive and Christmas Music. Traditionals; Purcell, Bach, Guilmant und andere. Paul Plunkett, Trompete und Rudolf Lutz, Orgel. Guild GMCD 7103, Ramsen 1994.
  • Salut d’Amour. Musik von Raff, Dvořák, Sibelius, Kreisler, Lutz und anderen. Andrzej Kowalski, Violine und Rudolf Lutz, Klavier. Guild GMCD 7125, Ramsen 1996.
  • «Elias» – Biblische Sonate und «Le P’tit quinquin» im Stil von Bach, Mozart, Schumann, Verdi, Piazolla, Scott Joplin und Appenzeller Volksmusik. Improvisationen. In: Live in Béthune. Aus Konzerten an der Felsberg-Orgel in der Église Saint-Vaast Béthune, Saisons 2001 und 2002.[8]
  • Festliche Trompeten- und Orgelklänge zu St. Laurenzen. Werke von Viviani, Albinoni, Händel, Bach, Stanley und Mozart. Immanuel Richter, Trompete und Rudolf Lutz, Orgel. Gallus Media M511.10, St. Gallen 2005.
  • Die Kunst der Orgelimprovisation – Die vier Jahreszeiten. Rudolf Lutz an der Chororgel im Kloster Engelberg. Organ Promotion OP 4007, Sulz am Neckar 2007.[9]
  • Hiob und Faust – eine Begegnung. Orgel-Improvisationen und Einführung. Rudolf Lutz, Orgel; Michael Dömer und Hartmut Spieker, Sprecher. CD im Buch: Hartmut Spieker (Herausgeber): Hiob – Auseinandersetzungen mit einer biblischen Gestalt. Theologischer Verlag, Zürich 2008, ISBN 978-3-290-17477-4.
  • Präludium und Fuge c-moll. An der Orgel der Klosterkirche Engelberg. In: Orgel-Improvisationen. Über Johann Sebastian Bachs Toccata und Fuge d-Moll. Organ Promotion OP 8004, Horb am Neckar 2009.[10]
  • Leipziger Orgeln um Felix Mendelssohn. Werke von Bach, Mendelssohn, Schumann, Gade; Transkriptionen und Improvisationen. Rudolf Lutz und Martin Schmeding, Orgel. Genuin, GEN89152, Leipzig 2009.[11]
  • Glauben bewegt und verbindet – eine musikalische Missionsreise. Rudolf Lutz an der Hauptorgel zu St. Laurenzen St. Gallen. CD. Mission 21, Basel 2008.[12][13]
  • Zwiegespräche – Dialogues. Werke von Bach, Mozart, Fauré, Debussy, Langlais, Rudolf Lutz und anderen. Eva Amsler, Flöte, und Rudolf Lutz, Orgel. Ambitus 96815, Utting am Ammersee 1999.[14]
  • Les trésors de Bellelay. Rudolf Lutz spielt und improvisiert an der Hauptorgel der ehemaligen Abteikirche Bellelay. Werke von Johann Pachelbel, Gaël Liardon und Rudolf Lutz. Orgelbau Kuhn, 2011.
  • Lorenz Christoph Mizler: Lieder und Oden. Sibylla Rubens (Sopran), Klaus Mertens (Bass), Maya Amrein (Violoncello), Rudolf Lutz (Cembalo). cpo, 2013.
  • Johann Sebastian Bach: Das Vokalwerk. Die monatlich stattfindenden Aufführungen werden, inklusive Werkeinführung und Reflexion, jeweils auf DVD dokumentiert. J. S. Bach-Stiftung / Gallus Media, St. Gallen, 2007 ff.
  • J. S. Bach: Matthäus-Passion, BWV 244. Charles Daniels (Evangelist), Peter Harvey (Jesus), Joanne Lunn (Sopran), Margot Oitzinger (Alt), Charles Daniels (Tenor), Wolf Matthias Friedrich (Bass). Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung. Rudolf Lutz (Leitung). J. S. Bach-Stiftung, St. Gallen 2014; Co-Produktion mit Radio SRF 2 Kultur.

Rudolf Lutz als Komponist[Bearbeiten]

  • Chaconne. Bach; Transkriptionen von Brahms, Busoni und Lutz. Amandine Beyer, Violine und Edna Stern, Klavier. Zig Zag Territories ZZT050601, Paris 2005.

Buch-Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Wege zur Annäherung an den Bedeutungsgehalt einer Kantate von J. S. Bach – Improvisatorisch-kompositorische Ansätze. In: Improvisatorische Praxis vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert. Basler Jahrbuch für historische Aufführungspraxis, Band 38. Amadeus, Winterthur 2007, ISBN 3-905786-07-9. Seite 185–215.[15]

Herausgeberschaft (Musikalien)[Bearbeiten]

  • Gaël Liardon (* 1973): Chorals pour Orgue – Choralbearbeitungen für Orgel. CD 3091, Edition Cantate Domino, Fleurier 2006.[16][17]
  • Remigio Nussio (1919–2000): Musica per organo I – Pezzi sacri. (Orgelmusik I – Geistliche Stücke.) Müller & Schade, Bern, ISMN M-50023-389-3.
  • Remigio Nussio: Musica per organo II – Momenti della vita. (Orgelmusik II – Momente des Lebens.). Müller & Schade, Bern, ISMN M-50023-120-2.

Film[Bearbeiten]

  • Judith Hardegger: Mit Bach von Leipzig nach Trogen. Unterwegs mit Rudolf Lutz. TV-Dokumentation. Sternstunde Religion von SF DRS, am 18. Dezember 2011.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Lutz im Porträt der Schola Cantorum Basiliensis. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  2. Kulturpreis für drei (auch) kirchlich engagierte Musiker. (PDF-Datei, 0.8 MB.) In: Doppelpunkt. Informationsblatt für die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen. Dezember 2006, Seite 6. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  3. Werkbeschrieb und Text. (PDF-Datei, 0.7 MB.) Aus dem CD-Booklet des Konzertmitschnitts. Beim Bach-Chor St.Gallen. Abgerufen am 29. Januar 2011.
  4. Werkbeschreibung bei Guildmusic. Abgerufen am 29. Januar 2011. (Englisch)
  5. Kongressprogramm Heinrich Bullinger: Leben – Denken – Wirkung. Zürich, 25. bis 29. August 2004. Abgerufen am 29. Januar 2011.
  6. Sabine Kreimendahl: Liebevolle Huldigung. Rezension (PDF; 909 kB) in der Fränkischen Landeszeitung Nr. 178 vom 4. August 2011, auf der Website der Bachstiftung abgerufen am 29. Dezember 2011.
  7. Beschreibung mit Hörproben bei eastwestmusic.net. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  8. CD-Cover bei Orgues en Béthunois. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  9. CD-Programm (Cover-Rückseite) bei Orgelbau Kuhn. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  10. Vorwort im Booklettext (PDF-Datei, 60 KB.) Abgerufen am 28. Januar 2011.
  11. Beschreibung, Kritiken und Hörproben beim Label Genuin. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  12. Beschreibung am 11. Dezember 2008 bei OeME – Oekumene, Mission und Entwicklung der Reformierten Kirchen der Schweiz, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  13. CD-Cover (Rückseite) auf der Website von Orgelbau Kuhn, abgerufen am 19. Dezember 2011.
  14. Titelseite des Booklets bei der Ambitus-Musikproduktion. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  15. Detaillierter Inhaltsbeschrieb durch die Schola Cantorum Basiliensis. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  16. Inhaltsangabe und Notenbeispiel bei der Edition Schola Cantorum. Abgerufen am 29. Januar 2011.
  17. Vorwort von Rudolf Lutz. Auf der Website des Komponisten. Abgerufen am 29. Januar 2011.

Weblinks[Bearbeiten]