Ruth Kraft

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Ruth Kraft auf dem 7. Schriftstellerkongress, Berlin 1973

Ruth Kraft (Pseudonym für Ruth Bussenius, * 3. Februar 1920 in Schildau) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten]

Ruth Kraft wurde als Tochter eines Kaufmanns in der preußischen Provinz Sachsen (heute Freistaat Sachsen) geboren. Bereits ihre Großeltern, später dann ihre Eltern führten einen Eisen- und Kolonialwarenladen. Der Großvater war Mitbegründer der Sparkasse in Schildau[1]. Nach dem Besuch eines Lyzeums absolvierte sie eine kaufmännische Lehre und arbeitete anschließend als Buchhalterin. Im Jahr 1938 trat sie der NSDAP bei.[2] Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie als technische Rechnerin in der Aerodynamischen Abteilung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde.

Nach Kriegsende war Kraft Mitarbeiterin des Jugendfunks beim Sender Leipzig des Mitteldeutschen Rundfunks und begann mit dem Schreiben von Kinderbüchern. 1946 wurde sie Mitglied der Liberaldemokratischen Partei der Sowjetzone; ab 1963 gehörte sie dem Zentralvorstand dieser Partei an. Ab 1974 war sie Mitglied des DDR-Friedensrates. Sie lebt heute in Berlin.

Krafts Werk umfasst Romane, Bilder- (z. B. illustriert von Fritz Baumgarten), Kinder- und Jugendbücher, Drehbücher und Hörspiele. In ihrem Roman „Insel ohne Leuchtfeuer“ verarbeitete sie ihre Erfahrungen aus der Peenemünder Zeit; seit den Siebzigerjahren schrieb sie vorwiegend über Gegenwartsthemen.

Kraft war Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR und gehörte dessen Vorstand an. Sie erhielt u.a. folgende Auszeichnungen: 1967 den Theodor-Fontane-Preis des Bezirkes Potsdam, 1969 den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze, 1974 den Vaterländischen Verdienstorden in Silber sowie 1985 den Literaturpreis des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands und den Orden Stern der Völkerfreundschaft in Silber.

Kraft ist Ehrenbürgerin der ehemaligen Stadt Schildau.

Werke[Bearbeiten]

  • Rüben, Säfte und Kristalle, Halle (Saale) 1950
  • Lutz und Frosch und wie sie alle heißen, Berlin 1952
  • Das Schildbürgerbuch von 1598, Rostock 1953
  • Allerlei Tiere, Leipzig 1954 (zusammen mit Fritz Baumgarten)
  • Janni vor dem Mikrofon, Berlin 1954
  • Tiere aus Wald und Feld, Leipzig 1954 (zusammen mit Fritz Baumgarten)
  • Tipps und Tapps, Leipzig 1956 (zusammen mit Fritz Baumgarten)
  • Meine Tierlieblinge, Leipzig 1957 (zusammen mit Fritz Baumgarten)
  • Flick und Flock, Leipzig 1958 (zusammen mit Fritz Baumgarten)
  • Tiere der Heimat, Leipzig 1958 (zusammen mit Fritz Baumgarten)
  • Insel ohne Leuchtfeuer, Berlin 1959
  • Usch und Thomas an der See, Leipzig 1960 (zusammen mit Albrecht Ehnert)
  • Usch und Thomas im Ferienlager, Leipzig 1961 (zusammen mit Albrecht Ehnert)
  • Am Teich und auf der Wiese, Leipzig 1963 (zusammen mit Renate Zürner)
  • Usch und Thomas im Spielzeugland, Leipzig 1963 (zusammen mit Albrecht Ehnert)
  • Im Stall und auf der Weide, Leipzig 1964 (zusammen mit Renate Zürner)
  • Menschen im Gegenwind, Berlin 1965
  • Gestundete Liebe, Berlin 1970
  • Träume im Gepäck, Berlin 1972
  • Solo für Martina, Berlin 1978
  • Unruhiger Sommer, Berlin 1979
  • Die Kunst, Damen zu empfangen, Berlin 1983
  • Aufbruch zur Quelle, Berlin 1995 (zusammen mit Marianne Motz)
  • Leben – von der Pike auf, Berlin 2000

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Schnick-schnack-Dudelsack, Leipzig 1954

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Winand von Petersdorff: Inflation und andere Schocke : Ruth Kraft-Bussenius ist 91 Jahre alt. In ihrem langen Leben hat sie sechs Währungen mitgemacht. So jemanden kann die Euro-Krise nicht mehr schrecken, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 25. Dezember 2011, Seite 34-35
  2. Harry Waibel: Diener vieler Herren : Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Lang, Frankfurt am Main 2011 ISBN 978-3-631-63542-1 S. 181f