Ryn

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ryn (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ryn
Wappen von Ryn
Ryn (Polen)
Ryn
Ryn
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Giżycko
Fläche: 4,09 km²
Geographische Lage: 53° 56′ N, 21° 33′ O53.93333333333321.55Koordinaten: 53° 56′ 0″ N, 21° 33′ 0″ O
Einwohner: 2925
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 11-520
Telefonvorwahl: (+48) 87
Wirtschaft und Verkehr
Straße: OlsztynWęgorzewo
Nächster int. Flughafen: Flughafen Szczytno
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 211,21 km²
Einwohner: 5885
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2806083
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Józef Karpiński
Adresse: ul. Świerczewskiego 2
11-520 Ryn
Webpräsenz: www.miastoryn.pl

Ryn [rɨn] (deutsch Rhein) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren im ehemaligen Ostpreußen mit etwa 3.000 Einwohnern.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ryn liegt 19 Kilometer südwestlich von Giżycko (Lötzen) auf einer Landenge zwischen dem Ollofsee (Jezioro Ołów) und dem Rheiner See (Jezioro Ryńskie) in Masuren. Ryn gehört zum Powiat Giżycki.

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Ryn: Deutlich sind noch die Strukturen des 14. Jahrhunderts am später stark veränderten Bau abzulesen.

Im Jahre 1377 ließ der Hochmeister des Deutschen Ordens, Winrich von Kniprode, an der Stelle einer früheren prußischen Wallanlage eine feste Burg zur Ryne (1339 Renus von baltisch renis – Wasserrinne) errichten, die zur Kommende Balga gehörte. Vermutlich entstand zusammen mit der Ordensburg auch eine Siedlung, die jedoch erst 1405 urkundlich erwähnt wird.

1393 wurde die Kommende Ryne, später Hochdeutsch Rhein, errichtet, die nach 1468 nicht mehr nachweisbar ist. Bekanntester Komtur von Rhein war Rudolf von Tippelskirch, der sich auch bei der Kolonisation Ostpreußens verdient gemacht hatte.

Nach der Säkularisation des Ordensstaates zum Herzogtum Preußen im Jahre 1525 war in Rhein bis 1775 ein Amtshauptmann ansässig.

Beim Tatareneinfall in Ostpreußen wurde der Ort am 7. Februar 1657 geplündert, niedergebrannt, und zahlreiche Bewohner wurden verschleppt. Von 1709 bis 1711 wurde Rhein von Großen Pest heimgesucht.

Trotz dieser Rückschläge verlieh Friedrich Wilhelm I. dem Ort im Jahre 1723 das Stadtrecht. Ausschlaggebend dafür war die Funktion Rheins als Verwaltungszentrum für einen größeren ländlichen Raum.

Während der Napoleonischen Kriege fanden in Rhein Einquartierungen statt.

Im 19. und 20. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung der Stadt. Erst 1902 erhielt Rhein eine Eisenbahnverbindung, jedoch nur über eine von den Rastenburger Kleinbahnen betriebene schmalspurige Nebenstrecke.

Von 1818 bis 1945 gehörte Rhein dem Landkreis Lötzen an.

Unterhalb des Ordensschlosses verbindet im Stadtzentrum ein unterirdischer Kanal den Matussekteich, eine versandete Bucht des Ollofsees, mit dem Mühlenteich der früheren Ordenshausmühle und dem Rheiner See.

Einwohnerentwicklung
1782: 1000
1885: 2285
1925: 2084
1939: 2274

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Ryn (gmina miejsko-wiejska) besteht aus folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Bachorza Wiesenthal Ławki Lawken
1938–1945 Lauken
Ryńskie Pole Rheinsfelde
Canki Waldhof Ławki-Kolonia Gut Lawken
1938–1945 Domäne Lauken
Siejkowo Justusberg
Głąbowo Glombowen
1938–1945 Leithof
Mioduńskie Miodunsken
1929–1945 Immenhagen
Skop Skoppen
1938–1945 Reichenstein
Grzybowo Grzybowen
1929–1945 Birkensee
Mleczkowo Reichenhof Skorupki Skorupken
1927–1945 Schalensee
Hermanowa Wola Hermanawolla
1929–1945 Hermannshorst
Monetki Sophienthal Słabowo Slabowen
1928–1945 Langenwiese
Jeziorko Jesziorken
1928–1945 Preußenburg
Mrówki Mrowken
1929–1945 Neuforst
Stara Rudówka Alt Rudowken
1939–1945 Hammerbruch
Knis Gneist Orło Orlen
1938–1945 Arlen
Sterławki Wielkie Groß Stürlack
Knis-Podewsie Gneisthöhe Prażmowo Salpia Szymonka Schimonken
1938–1945 Schmidtsdorf
Kozin Koszinnen
1928–1945 Rodenau
Rybical Rübenzahl Tros Trossen
Kronowo Kronau Ryn Rhein Wejdyki Weydicken
1938–1945 Weidicken
Krzyżany Krzysahnen
1927–1945 Steinwalde
Ryński Dwór Rheinshof Zielony Lasek Grünwalde

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf grünem Boden ein ruhender, schwarzer Hirsch vor einem grünen Laubbaum.“[2]

Dies Abzeichen der alten Komturei Reyn wurde der Stadt von König Wilhelm I. am 7. Februar 1880 verliehen.[3]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Seit 2006 bestehen partnerschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Amt Neuhaus in Niedersachsen, Deutschland.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ryn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ryn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Deutsches Städtebuch - Handbuch städtischer Geschichte von Prof. Dr. Erich Keyser, Herausgegeben 1939 vom W. Kohlhammer Verlag Stuttgart Band I Nordostdeutschland Seite 99/100
  3. Deutsche Ortswappen von Prof. Otto Hupp, Herausgegeben 1925 von der Kaffee-Handels-Aktiengesellschaft Bremen