SOKO 5113

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Seriendaten
Originaltitel SOKO 5113
SOKO 5113.jpg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1978
Produktions-
unternehmen
UFA Fiction
Länge
  • Staffel 1–3: 25 Minuten
  • seit Staffel 4: ca. 43 Minuten
Episoden 524 in 39+ Staffeln
Genre Krimi
Idee Dieter Schenk
Musik Arpad Bondy
Erstausstrahlung 2. Januar 1978 auf ZDF
Besetzung
Episodenliste

SOKO 5113 ist eine deutsche Kriminalserie. Sie ist die erste von mehreren Kriminalserien, die ein SOKO im Titel tragen. SOKO 5113 spielt in München und startete am 2. Januar 1978 im ZDF. Mit der Produktion wurde schon im Herbst 1976 begonnen. Die Ausstrahlung der 38. Staffel endete mit der Jubiläumsfolge 500 Das Alibi am 25. März 2013, in der der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude als Gastdarsteller in einem Cameo-Auftritt eine Rede hält.[1]

Die Zahl 5113 im Serientitel bezieht sich auf die Telefondurchwahl des Chefs der SOKO.

Konzept[Bearbeiten]

altes Logo

Die Serie basiert auf Erinnerungen von Kriminaldirektor Dieter Schenk, die dieser 1975 niederlegte. Das Manuskript wurde auch als Roman mit dem Titel „Der Durchläufer“ (Frankfurt 1978) veröffentlicht. Schenk war Leiter der Kriminalpolizei Gießen und später beim Bundeskriminalamt tätig. In seiner Zeit beim hessischen Landeskriminalamt hatte Schenk die Durchwahlnummer 5113.

Schenk schrieb bis 1986 auch Episodendrehbücher und blieb der Serie danach als Berater erhalten. Schenk hob hervor, dass seine Ermittler keine unfehlbaren Alleingänger seien, sondern teamfähige, normale Menschen, und legte großen Wert auf eine realistische Darstellung der Polizeiarbeit und kriminaltaktische Richtigkeit, aber nicht darauf, dass es in der Realität keine dauerhaft amtierenden Sonderkommissionen gibt, sondern diese immer nur für besondere Fälle zusammengestellt werden.

Das Grundkonzept der Serie besteht seit 1978 darin, die kriminalpolizeiliche Arbeit möglichst realitätsnah zu zeigen, ohne mit den in anderen Krimiserien üblichen Übertreibungen und Überzeichnungen zu arbeiten. Die Zusammenarbeit im Team steht im Vordergrund, auch das Privatleben der Charaktere wird in die Handlung integriert. Ursprünglich war die SOKO 5113 ausschließlich für die Bearbeitung von Delikten aus dem Bereich der organisierten Rauschgiftkriminalität zuständig, dabei wurde schon früh die Zusammenarbeit mit anderen europäischen Polizeibehörden (z. B. Italien und Niederlande) thematisiert. Mehrere Folgen spielten vollständig im Ausland. Inzwischen klärt die SOKO aber zum überwiegenden Teil Kapitalverbrechen auf, die keinen Bezug mehr zur Drogen- oder organisierten Kriminalität haben.

Besetzung[Bearbeiten]

Erster Leiter der SOKO bis zur einschließlich 12. Staffel war Kriminalhauptkommissar Karl Göttmann (Werner Kreindl). Nach Kreindls Tod 1992 (mit dem in der Serie der Tod seiner Rolle einherging) folgte ihm Kriminalhauptkommissar Horst Schickl (Wilfried Klaus), der als Kriminaloberkommissar ebenfalls seit der ersten Folge Teil der SOKO war. Nach dessen Abschied von der SOKO in einem 90-minütigen Fernsehfilm am 23. März 2008 wurde Kriminalhauptkommissar Arthur Bauer (Gerd Silberbauer) sein Nachfolger. Er war bereits 2006 in der Folge Tod nach Dienstschluss als Tatverdächtiger zu sehen.

Aktuell[Bearbeiten]

Schauspieler Rollenname Dienstgrad Folgen Staffeln Zeitraum
Michel Guillaume Theo Renner Kriminaloberkommissar
(früher: Kriminalmeister; später Kriminalkommissar)
131– 13– 1993–
Bianca Hein Katharina Hahn Kriminaloberkommissarin (früher: Kriminalkommissarin) 354– 32– 2006–
Gerd Silberbauer Arthur Bauer Kriminalhauptkommissar 391– 34– 2008–
Joscha Kiefer Dominik Morgenstern Kriminalkommissar 435– 36– 2010–
Christofer von Beau Franz Ainfachnur Kriminaloberkommissar (Aushilfskommissar)
(früher: Kriminalkommissar)
275– (wiederkehrend) 25– 2002–

Ehemalig[Bearbeiten]

Schauspieler Rollenname Dienstgrad Folgen Staffeln Zeitraum Ausstiegsgrund
Werner Kreindl Karl Göttmann † Kriminalhauptkommissar 1–123
126
1–12
12
1978–1992
1992
von KM Less mit Arsen vergiftet
Wilfried Klaus Horst Schickl Kriminalhauptkommissar
(früher: Kriminaloberkommissar)
1–390
409
1–33
34
1978–2008
2009
geht undercover in den Ruhestand
Hans Dieter Trayer Heinz Flock Kriminalhauptmeister 1–9 1–2 1978–1978 beendet seinen Dienst
Ingrid Fröhlich Renate Burger Kriminalkommissarin 1–19 1–3 1978 unbekannt
Diether Krebs Diether Herle Kriminalhauptmeister
(früher: Kriminalobermeister)
1–59 1–7 1978–1986 setzt sich mit einem Drogengeldfund in die Schweiz ab
Bernd Herzsprung Fred Less Kriminalobermeister
(früher: Kriminalmeister)
1–114
390
1–12
33
1978–1992
2008
wechselt nach Beförderung in eine andere Abteilung; in Folge 390 als Maulwurf entlarvt
Tilo Prückner Neubert Kriminalhauptmeister 10–19 2–3 1978 unbekannt
Hartmut Becker Rechlin Kriminaloberkommissar 9–19 2–3 1978 unbekannt
Giovanni Früh „Django“ Nussbaumer Kriminalhauptmeister 20–32 4 1980–1981 Dienstunfähigkeit
Ingeborg Schöner Anna Herbst Kriminalkommissarin 20–41
42–390 (wiederkehrend)
4–5
6–33
1980–1983
1984–2008
lässt sich nach dem Tod Blaschkes in das Vermisstendezernat versetzen
Peter Seum „Wolle“ Blaschke † Kriminalhauptmeister 33–41 5 1983–1984 wird im Einsatz erschossen
Benita Rinne Katrin Rieger Kriminalmeisterin 42–47 6 1984 verlässt auf eigenen Wunsch die SOKO und lässt sich auf eine andere Dienststelle versetzen
Sabine Kaack Bärbel Mattner Kriminalmeisterin 48–68 7–8 1984–1987 unbekannt
Verena Mayr Mascha Brandner Kriminalmeisterin 69–74 8 1988 unbekannt
Heinz Baumann Jürgen Sudmann Kriminalhauptkommissar 61–130
139–390 (wiederkehrend)
1987–1993
1994–2008
8–13
13–33
heiratet und geht in den Ruhestand; hilft in Folge 390 seinen ehemaligen Kollegen KM Less zu überführen
Olivia Pascal Lizzy Berger † Kriminalkommissarin 75–156
390
9–15
33
1988–1997
2008
bekommt ein Kind und geht in Mutterschutz; taucht in Folge 390 nochmal auf, wird erschossen, als sie eine Zeugin schützen will
Hartmut Schreier Manfred „Manne“ Brand † Kriminalkommissar 115–429 12–35 1992–2010 wird von KR Lorenz erschossen
Jutta Schmuttermaier Ricarda Larenzi Kriminalkommissarin 156–163 15 1997 unbekannt
Cay Helmich Maja Cramer † Kriminalmeisterin 164–235 16–20 1998–2000 stirbt, nachdem sie angeschossen wurde, um Schickl zu retten
Christine Döring Susanne von Hagenberg Kriminaloberkommissarin 236–353
390
2000–2006
2008
21–32
33
wechselt zu Europol; hilft in Folge 390 ihren ehemaligen Kollegen

Weitere Darsteller sind/waren:

Zeitleiste der Charaktere[Bearbeiten]

Staffel 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39
Karl Göttmann †
Horst Schickl
Heinz Flock
Reante Burger
Rechlin
Neubert
Anna Herbst
Django Nussbaumer
Wolle Blaschke †
Katrin Rieger
Bärbel Mattner
Jürgen Sudmann
Mascha Brander
Lizzy Berger †
Manfred Brand †
Theo Renner
Ricarda Larenzi
Maja Cramer †
Susanne von Hagenberg
Franz Ainfachnur
Katharina Hahn
Arthur Bauer
Dominik Morgenstern
Legende (Farbbedeutung)
Hauptdarsteller Nebendarsteller

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • KOM Herle beendet seine Arbeit bei der SOKO mit einem millionenschweren Beutefund, den er unterschlägt.
  • KD Stanelle arbeitet für die Mafia und genießt seinen Ruhestand am Mittelmeer. Als Schickl ihn dort besucht, versucht Stanelle, ihn anzuwerben, aber Schickl bleibt standhaft.
  • KHM Blaschke wird bei einem verdeckten Einsatz von einem Zivilfahnder, der nicht weiß, dass es sich bei Blaschke um einen Polizeibeamten handelt, erschossen.
  • KK Maja Cramer wird erschossen, als sie versucht, Horst Schickl zu schützen.
  • KOK Susanne von Hagenberg wechselt zu Europol.
  • Rechtsmediziner Dr. Fröhlich gibt sich in der Folge Die Abrechnung (Staffel 22, 2002) selbst ein Alibi, um seinen Mord an einem flüchtigen Sträfling, über den er ein Gutachten verfasste, zu vertuschen, und wird verhaftet.
  • KHK Göttmann stirbt 1992 angeblich an einem Herzinfarkt (der Schauspieler Werner Kreindl war ebenfalls den Folgen eines Herzinfarktes erlegen). Im Film „SOKO 5113 – Die Akte Göttmann“ (Staffel 33, 2008) stellt sich fünfzehn Jahre später heraus, dass er in Wirklichkeit von KM Fred Less mit Arsen(III)-oxid (sog. Arsenik) vergiftet wurde.
  • KK a.D. Lizzy Berger wird im Film „Die Akte Göttmann“ bei dem Versuch, eine Zeugin zu retten, erschossen.
  • KM Fred Less war als Durchläufer (DL) vorgesehen und wechselt in eine andere Abteilung. Im Film „Die Akte Göttmann“ stellt sich heraus, dass er als langjähriger Maulwurf der Balkan-Mafia tätig war und Göttmann vergiftet hat.
  • KHK Horst Schickl wird im Film „Die Akte Göttmann“ zum Schein erschossen. Tatsächlich geht er aber in den Ruhestand und lebt unter neuem Namen mit seiner Frau und dem beinahe im Altersheim versauerten Sudmann in Italien.
  • Der Schauspieler Wilfried Klaus wurde 2003 von der Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft zum Ehrenkommissar ernannt.
  • Wilfried Klaus war von Hans W. Geißendörfer für die Rolle des Vater Beimer in der WDR-Serie Lindenstraße vorgesehen. Entsprechende Gespräche mit Geißendörfer waren 1984 bereits weit fortgeschritten gewesen. Doch Klaus gab dem Drängen der SOKO-Kollegen nach, die damit drohten, im Falle seines Ausstiegs auch aufzuhören.
  • Der Schauspieler Wilfried Klaus erreichte mit einer Dauer von 30 Jahren eine der längsten Zeiten, die weltweit ein Schauspieler bisher in ein und derselben Rolle gespielt hat. Michael Ande spielt die Rolle des Gerd Heymann in der Serie Der Alte bereits seit 1977.
  • Manne Brand wird in der vorletzten Folge der 35. Staffel von seinem Vorgesetzten, Kriminalrat Jan Otto Lorenz, erschossen, der für die Mafia gearbeitet hat, um seinem Sohn ein neues Herz zu besorgen. Der Schauspieler Hartmut Schreier war zum Ende der 35. Staffel nach 18 Jahren unfreiwillig als Hauptdarsteller ausgeschieden, da das ZDF und die Produktionsfirma Ufa seinen Vertrag nicht verlängerten.
  • Beim Einstieg des neuen Kriminalkommissars Dominik Morgenstern werden die beiden Kriminalkommissare Katarina Hahn und Theo Renner sowie der Aushilfskommissar Franz Ainfachnur zu Kriminaloberkommissaren befördert.
  • Der Vorspann der Serie spielte bis Staffel 36 teilweise auf der Hackerbrücke in München.
  • KOK Theo Renner wird in der Folge Amok (35. Staffel) von einem Mörder angeschossen. Der Zuschauer blieb von da an im Unklaren, ob Renner überlebt oder nicht.

Filme[Bearbeiten]

Es wurden mehrere 90-minütige Spielfilme gedreht: Im Namen Gottes (1999), Blutopfer (2002), Ein Engel stirbt (2004), Kapstadt sehen und sterben (2005), Das Urteil (2006, ausgestrahlt 2008), Die Akte Göttmann (2008), Vendetta (2010), Schlussapplaus (2011), Pentagon (2012).

Aus Anlass des Jubiläums der Erstausstrahlung wurde ein 130-minütiger Film aus den 6 ersten Serienfolgen, welche eine fortlaufende Handlung bildeten, zusammengeschnitten (2008). Die weiteren 13 Folgen aus dem Jahre 1978 wurden seit Anfang 1980 nicht mehr wiederholt.

Episodenliste[Bearbeiten]

Hauptartikel: Episodenliste

Ableger und Crossover[Bearbeiten]

Ableger[Bearbeiten]

Mit der Serie Solo für Sudmann gab es im Jahr 1997 einen Ableger mit dem Schauspieler Heinz Baumann, der den Kriminalhauptkommissar Jürgen Sudmann spielte. Die Kommissare der SOKO 5133 hatten in dieser Serie mehrere Gastauftritte. Damit bilden die beiden Serien ein Serienuniversum. Ebenfalls in dieses Serienuniversum gehören die SOKO-Ableger SOKO Leipzig (seit 2001), SOKO Kitzbühel (seit 2001, in Deutschland seit 2003), SOKO Köln (seit 2003), SOKO Wismar (seit 2004), SOKO Donau (in Deutschland SOKO Wien; seit 2005), SOKO Rhein-Main (2006–2008, anfangs noch unter dem Titel Die Spezialisten: Kripo Rhein-Main) und SOKO Stuttgart (seit 2009)[2].

Crossover[Bearbeiten]

Hauptartikel: SOKO – Der Prozess

Eine tatsächliche inhaltliche Verbindung zwischen den einzelnen Serien wurde erst durch ein Crossover hergestellt, das ab dem 3. April 2013 produziert wird. Beteiligt waren die Serien SOKO 5113, SOKO Köln, SOKO Leipzig, SOKO Stuttgart und SOKO Wismar. Die Teams klären den Mord an einem Polizisten auf und geraten dabei in ein kriminelles Milieu, in dem ein eigenes Recht und eine eigene Ordnung herrschen. Ausgestrahlt wurde der fünfteilige Fall, dessen Spur sich quer durch Deutschland zieht, von 30. September bis 4. Oktober 2013 werktags auf dem SOKO-Vorabendsendeplatz ab 18:00 Uhr.

Serienuniversum[Bearbeiten]

Im Rahmen der Serie SOKO Leipzig hat es zuvor bereits drei Crossover gegeben: Die Handlung von Folge 93 (Die verschwundene Leiche) wurde in Folge 74 (Die verschwundene Leiche) der Serie Die Rosenheim-Cops fortgesetzt. Katja Woywood tritt in beiden Serien als Tanja Biermann auf. Die Ausstrahlung der beiden Episoden wurde jedoch nicht aufeinander abgestimmt. Folge 155 (Entführung in London) stellt ein Crossover mit der britischen Serie The Bill (1984–2010) dar. Die dort beheimatete Rolle des DCI Jack Meadows stattete den deutschen Kollegen wiederum in Folge 205 (Die schwarze Witwe) einen Besuch ab. Aus der Serie The Bill waren bereits drei Spin-Offs hervorgegangen, die in Deutschland – wie auch The Bill selbst – bisher nicht ausgestrahlt wurden: Burnside (2000), Beech Is Back (2001) und MIT: Murder Investigation Team (2003–2005). Die genannten fünf SOKOs, das Spin-Off Solo für Sudmann, Die Rosenheim-Cops sowie die Serie The Bill und ihre drei Spin-Offs teilen sich damit ein gemeinsames Serienuniversum, dessen Mutterserie SOKO 5113 darstellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.focus.de/kultur/kino_tv/medien-soko-5113-feiert-500-folge_aid_946328.html
  2. Stuttgarter Zeitung: Soko aus der Landeshauptstadt - Stuttgart soll man sehen, nicht hören, 2. März 2009

Weblinks[Bearbeiten]