Salouf

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Salouf
Wappen von Salouf
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Albulaw
Kreis: Surses
BFS-Nr.: 3538i1f3f4
Postleitzahl: 7462
Koordinaten: 763600 / 16597746.6259.5751258Koordinaten: 46° 37′ 30″ N, 9° 34′ 30″ O; CH1903: 763600 / 165977
Höhe: 1'258 m ü. M.
Fläche: 31.49 km²
Einwohner: 212 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 7 Einw. pro km²
Website: www.salouf.ch
Salouf mit dem Piz Toissa

Salouf mit dem Piz Toissa

Karte
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Salouf (deutsch und bis 1943 offiziell Salux, lokal aufgrund der Diphthongverhärtung als [sa'lɔːkf] ausgesprochen) ist eine politische Gemeinde im Kreis Surses im Bezirk Albula des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz eine silberne (weisse) Lilie begleitet von drei sechsstrahligen silbernen Sternen.

Das Hauptmotiv des Wappens, die Lilie, ist das Wappen des aus Salouf stammenden Benedikt Fontana. Zur Unterscheidung von seinem Wappen wurden die Sterne beigefügt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf einer Terrasse am Ostabhang des Piz Toissa (2657 m) links über dem Talgrund der Julia. Nebst dem Dorf gehören auch die Weiler Pulens (1386 m) und Del (1373 m) zur Kommune. Vom gesamten Gemeindegebiet von über 31 km² sind immerhin 1336 ha landwirtschaftlich nutzbar. Von diesem Areal werden allerdings 1112 ha nur als Maiensässen genutzt. Weitere 885 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt und 883 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge im Westteil der Gemeinde). Der Rest von 37 ha ist Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Die Sprache der Bevölkerung ist Surmeirisch, eine regionale Mundart des Rätoromanischen. Bis um 1980 war die Einwohnerschaft grossmehrheitlich romanischsprachig. 1880 waren es 99,1 %, 1910 91,43 % und 1980 88,54 %. Seither verliert die Sprache an Boden. Allerdings längst nicht so stark wie in vielen Gemeinden der Region. Die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten zeigt untenstehende Tabelle:

Sprachen in Salouf
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 13 8,28 % 24 12,97 % 40 19,51 %
Rätoromanisch 139 88,54 % 152 82,16 % 159 77,56 %
Italienisch 4 2,55 % 4 2,16 % 2 0,98 %
Einwohner 157 100 % 185 100 % 205 100 %

Alleinige Behördensprache ist Rätoromanisch, welches von 86,3 % der Einwohnerschaft verstanden wird.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 213 Bewohnern waren 208 (= 97,65 %) Schweizer Staatsangehörige.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeindepräsident ist Gian Sonder.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Georg (S. Gieri)
Weiler Pulens
Kirche Son Roc im Weiler Del

Das Dorf Salouf ist geprägt von teils wohnturmartigen Walserhäusern aus dem 13. Jahrhundert sowie durch Stil und Dimensionen beeindruckenden Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Bedeutung der Viehzucht ist anhand der vielen über das Dorf verteilten Holz-Ställe ersichtlich. Einzelne Wohnhäuser weisen sorgfältig restaurierte Hausfassaden und Sgraffiti auf. Mitten im Dorf versteckt sich auch das ehemalige Kapuziner-Hospiz (erbaut 1750); der Orden besass in Salouf grossen Einfluss. Das Geburtshaus des Bündner Freiheitshelden Benedikt Fontana, ein stattliches Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, liegt in einer Häuserpartie am Dorfausgang zu Savognin. Sehenswert ist auch das liebevoll restaurierte Backhaus aus dem späten 18. Jahrhundert. Salouf diente ursprünglich wohl als Festungsanlage, rückendeckend zur Talsperre der Burg Riom. Noch heute entdeckt man in den zur Talseite zugekehrten Hausmauern Schiessscharten.

Auf Gemeindegebiet von Salouf liegt Ziteil, das höchstgelegene Gotteshaus Europas. Die Wallfahrtskirche mit Pilgerhaus liegt auf einer Höhe von 2'429 m ü. M.. Der Legende nach gab es im Sommer 1580 zwei Maria-Erscheinungen. Wahrscheinlich schon kurz nach der zweiten Erscheinung wurde in Ziteil eine bescheidene Kapelle gebaut. Das heutige Gotteshaus stammt aus dem Jahr 1848, wurde jedoch im Jahr 1957 vergrössert und 1977 erneut aufgestockt und ist somit in seinem Ursprung weitgehend nicht mehr erhalten.

Die Pfarrkirche St. Georg (S. Gieri) steht am nördlichen Ende von Salouf. Das stattliche Gotteshaus wird von einem mächtigen Campanile beherrscht, der in seinen unteren Partien noch in die romanische Zeit zurückgeht. Vom romanischen Bau, der um 1290 erstmals erwähnt wird, sind neben dem Turm die Umfassungsmauern des Kirchenschiffes erhalten. 1498 wurde der Neubau des Chores vollendet, 1501 erfolgten der Aufbau des Glockengeschosses und die Einwölbung des Schiffes. Der Hochaltar aus der Zeit um 1515 stammt aus der Werkstatt des Jörg Syrlin (1455–1521). 1880 wurde das Schiff um ein Joch verlängert. 1968 wurden durch den Restaurator Erhard Ressel aus Fischingen alte Fragmente einer gotischen Bemalung freigelegt. Die Bildfolge ist wohl gegen Ende des 14. Jahrhunderts entstanden[2]. Merkwürdig ist auch das ehemaliges Kapuzinerhospiz (heute Pfarrhaus)[3].

Die heute noch erhaltene Mühle Mulegn Vigl von 1877 im Weiler Mulegn gilt als eine der am längsten mit Wasserkraft betriebenen Kornmühlen der Schweiz und war bis Mitte der 1990er-Jahre in Betrieb.

In einer Schlucht unterhalb von Salouf auf gut 1100 m, an der Mündung des Bergbaches Balandegn in die Julia, liegt die alte Eisenschmelze am Stein Flecs (Ferreia Istorica). Die Eisenschmelze wurde 1828 durch Martin Versell aus Bludenz erbaut und 1981 durch den Verein „Freunde des Bergbaus“ restauriert. Der Hochofen war in Betrieb bis ca. 1850 und die Schmiede bis ca. 1900.
In der gesamten Talschaft verstreut wurde Erz schon zwischen 1800 und 1300 vor Christus abgebaut, was mutmasslich Grund für die ersten Siedlungen im Tal war. In der Bronze- und Eisenzeit wurden auf der Suche nach kostbarem Erz eifrig Kerben in die Berge gehauen. Neben Eisenerzen fand man auch Kupfer- und Manganerze. Stillgelegte oder eingestürzte Stollen, Abbruchfelder, aber auch Ruinen von alten Eisenschmelzen und Baracken sind heute Zeugen der einstigen Betriebsamkeit.

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden. Chur/Zürich, 2003. ISBN 3-7253-0741-5
  • Gerhard Eckert: Die Schweiz. DuMont Kunst-Reiseführer, Köln 1978, 4. Auflage 1983. S. 217

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Salouf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Katholische Pfarrkirche St. Georg
  3. Ehemaliges Kapuzinerhospiz (heute Pfarrhaus)