Schaffgotsch (Adelsgeschlecht)

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Das Stammwappen derer
von Schaffgotsch

Die Grafen Schaffgotsch sind ein altes schlesisches Adelsgeschlecht mit einer erloschenen Linie in Böhmen, welches ursprünglich mit dem Namen Scof aus Franken kam. Sie zählten zu den größten Grundbesitzern des Landes und brachten Generäle, Bischöfe und Unternehmer hervor.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schaffgotsch sind, wie die Dallwitz, ein Zweig des uradeligen fränkischen und tirolischen Geschlechts Scof (Schaf), in alten lateinischen Urkunden Ovis (lat. für Schaf). Ob die Ovis und die älteren Ovinius desselben Stammes sind, wie von mehreren Autoren behauptet, kann heute allerdings nicht durch Quellen belegt werden.[1]

Ende des 12. Jahrhunderts gehen Teile der Familie mit der Heiligen Hedwig, Tochter des Herzogs Berthold von Meran, im Zuge der Deutschen Ostsiedlung nach Schlesien, wo in den folgenden Jahrzehnten über 100 Städte nach deutschem Recht sowie Kirchen und Hospitäler entstehen.[2]

Die Familie, die erstmals 1174 mit Hugo dictus Scof, Domherr und Sacristan zu Würzburg, in Franken urkundlich aufscheint,[3], lässt sich seit 1242 im Riesengebirge nachweisen, als Herzog Heinrich II. den Sibotho de nobili familia ovium (lat.: "Siegboth aus der edlen Familie der Schafe") mit der Burg Kemnitz bei Hirschberg belehnte.

1360 wurde Gotsche Schoff mit der Burg Kynast im Riesengebirge belehnt, die mit der zugehörigen Herrschaft sowie Burg und Herrschaft Greiffenstein/Greiffenberg im Isergebirge bis 1945 den Kern des Familienbesitzes bildete. Aus der Familientradition, dass der erste Sohn den Vornamen Gotsche (Gotthard) erhielt, entstand die Linie der Gotsche Schof. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus der Name Schaffgotsch.

Nachdem Adam Schaffgotsch die Herrschaft Trachenberg erwarb, wurden er und seine Vettern 1592 unter Bestätigung ihres alten Herrenstandes als Freiherrn zu Trachenberg in den erblichen Freiherrenstand erhoben. 1627 verlieh Kaiser Ferdinand II. der Familie den Titel Semperfrei (Ritterbürtige) mit allen Rechten der schlesischen Fürsten.

Als wehrhafte mittelalterliche Ritterburgen nicht mehr der bevorzugte Wohnsitz adliger Grundherren waren, wurde zunächst Hermsdorf unterm Kynast und schließlich das Schloss Warmbrunn in Bad Warmbrunn bei Hirschberg neuer Stammsitz der Familie. Dort befand sich auch bis 1945 die Reichsgräflich Schaffgothsch'sche Majoratsbibliothek - eine der bedeutendsten Bibliotheken von Schlesien überhaupt. Der Domänenbesitz im Riesengebirge wurde von Schreiberhau aus verwaltet. Bis 1945 befand sich der gesamte schlesische Teil des Riesengebirges wie auch des Isergebirges (ohne den zur Oberlausitz gehörigen Anteil) in ihrem Besitz. 1708 erfolgte die Erhebung in den Reichsgrafenstand, seit 1825 wurde Warmbrunn-Kynast als Freie Standesherrschaft geführt. 1744 wurde Graf Philipp Gotthard Schaffgotsch in den preußischen Fürstenstand erhoben.

Die Familie war als Besitzer der Schaffgotsch'schen Grubenverwaltung auch einer der großen Bergbauunternehmer in Oberschlesien. Dabei handelte es sich um das vormalige Bergbauimperium von Karl Godulla, dessen Erbe durch die Heirat seiner Adoptivtochter und Alleinerbin Johanna Gryzik (1842–1910) mit Hans-Ulrich Graf von Schaffgotsch (1831–1915) in den Besitz eines Familienzweiges der Schaffgotsch überging.

Die Linie der Reichsgrafen Schaffgotsch genannt Semperfrei von und zu Kynast und Greiffenstein, Freiherren zu Trachenberg auf Warmbrunn besteht heute noch.

Tradition der Familie ist es, dass die männlichen Mitglieder der Familie den Namen Gotthard, die weiblichen den Namen Hedwig erhalten. Im oberschlesischen Familienzweig trägt der Erstgeborene häufig den Namen Hans Ulrich.

Wappen der Grafen Schaffgotsch, genannt Semperfrei von und zu Kynast und Greiffenstein, Freiherren zu Trachenberg

Wappen[Bearbeiten]

(Blasonierung aus GHdA) Das Stammwappen ist acht mal von Silber und Rot gespalten. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein rechtshin schreitendes silbernes Lamm mit rotem Halsband und goldenem Glöcklein vor einem natürlichen Laubbaum.

Bedeutende Familienmitglieder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leopold von Zedlitz-Neukirch (Hrsg.): Neues preussisches Adelslexicon. Verlag Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 154
  2. Der Göttinger Arbeitskreis (Hrsg.): Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau. Band IV, Holzner-Verlag, Würzburg 1959, S. 104
  3. Otto Dobenecker: Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae, Bd. 2, Jena 1900, S. 93

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schaffgotsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien