Thallwitz
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Leipzig | |
| Höhe: | 110 m ü. NN | |
| Fläche: | 53 km² | |
| Einwohner: |
3.671 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 69 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04808 | |
| Vorwahlen: | 03425, 034263 (Röcknitz) | |
| Kfz-Kennzeichen: | L | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 29 380 | |
| Gemeindegliederung: | 9 Ortschaften | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Dorfplatz 5 04808 Thallwitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Kurt Schwuchow (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Thallwitz im Landkreis Leipzig | ||
Thallwitz ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Norden des Landkreises Leipzig im Direktionsbezirk Leipzig in Sachsen. Der Gemeindesitz befindet sich in Thallwitz.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie und Verkehr
Die Gemeinde liegt zwischen Wurzen (8 km) und Eilenburg (ca. 6 km), inmitten der Auenlandschaft der Mulde und den östlich gelegenen Hohburger Bergen im Tauchaer Endmoränenhügelland am Rand der Leipziger Tieflandsbucht.
Nördlich des Gemeindegebietes verläuft die B 87, südlich die B 6.
Die Bahnstrecke Eilenburg–Wurzen verläuft durch Thallwitz; der Personenverkehr wurde jedoch bereits 1978 eingestellt. Nächstgelegener Personenbahnhof ist nun Eilenburg Ost an der Bahnstrecke Halle–Cottbus, etwa vier Kilometer nördlich von Thallwitz gelegen. Werktags erschließen mehrere Buslinien der Personenverkehrsgesellschaft Muldental alle zu Thallwitz gehörenden Ortschaften und bieten Verbindungen in die Städte Eilenburg und Wurzen. Es gilt der Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes.
Westlich der Gemeinde fließt die Mulde, in welche im Gemeindegebiet die Lossa mündet.
[Bearbeiten] Ortsgliederung
Zur Verbandsgemeinde gehören neben Thallwitz noch die Ortsteile:
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Thallwitz
Am 31. Juli 1253 wurde Thallwitz zum ersten Mal in einer Urkunde des Markgrafen von Meißen, Heinrich dem Erlauchten, als Talvitz erwähnt. Möglicherweise ist Thallwitz aber älter und entstand als slawische Ansiedlung bereits viel früher. Spätestens 1266 ist Henricus de Scof Herr auf Thallwitz und nennt sich fortan Henricus de Talwiz.[2] Im 16. Jahrhundert erbauten die Herren von Canitz das Thallwitzer Schloss im damals üblichen Renaissancestil und benennen sich entsprechend der 1575 erwähnten Schreibweise von Canitz und Dallwitz. 1791 findet man erstmals die heutige Schreibweise.
Ab 1554 gehört der Ort zum Amt Wurzen, ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Grimma. Zur Landgemeinde Thallwitz gehört das ehemalige Gut Dennstädt. Nach der DDR-Kreisreform 1952 kommt das ca. 1000 Einwohner zählende Thallwitz zum Kreis Wurzen im Bezirk Leipzig. Eingemeindet wurde 1957 Kollau, 1973 Canitz u. Lossa sowie 1993 Nischwitz. Von 1994 bis 2008 war Thallwitz Teil des Muldentalkreises. Am 1. April 1996 vereinigte sich Thallwitz mit der Gemeinde Röcknitz-Böhlitz.[3]
[Bearbeiten] Böhlitz
Bereits am 6. Juni 1222 wurde das Dorf Böhlitz als Herrengut urkundlich zum ersten Mal erwähnt.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Schloss und Park Thallwitz
- Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut und wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den Fürsten von Reuß jüngere Linie zu einem Jagdschloss umgestaltet. Das Schloss war ab 1943 eine Klinik für plastische Chirurgie. 1994 wurde die Klinik aus Kostengründen geschlossen. Eine Büste vor dem Schloss erinnert an den Gründer Wolfgang Rosenthal.
- Schloss und Park Nischwitz
- Das Schloss stammt aus dem ersten Hälfte der 18. Jahrhunderts und wurde wenig später im Stil des Spätbarock umgebaut. Der Park wurde wie das Schloss ursprünglich im Rokokostil angelegt und Mitte des 19. Jahrhunderts in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet.
- Sägemühle Thallwitz
- Die Mühle wird im Jahr 1790 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist voll funktionsfähig und wird über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben.
- Park Canitz[4]
- Herrenhaus im Rittergut Röcknitz
- Kirchen in Thallwitz, Wasewitz, Röcknitz, Böhlitz und Nischwitz
- Auenlandschaft an der Mulde mit Mulderadweg
- Hohburger Berge
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger von Thallwitz
- Manfred Kleinod
- Wolfgang Rosenthal (1882 - 1971)
[Bearbeiten] Personen, die mit Thallwitz in Verbindung stehen
- Christian Benjamin Schmidt (1783–1838), deutscher Theologe, Pädagoge und erster Vorsteher der Königlichen Gewerbschule Chemnitz, der Vorgängereinrichtung der Technischen Universität Chemnitz, geboren in Thallwitz
- Richard von Könneritz (1828–1910), deutscher Politiker, Diplomat und Rittergutsbesitzer auf Lossa, Präsident der I. Kammer des Sächsischen Landtags
- Wolfgang Rosenthal (1882–1971), deutscher Kieferchirurg, eröffnete 1943 eine Fachklinik im Schloss Thallwitz zur Behandlung von Spaltpatienten und leitete diese bis 1962.
- Cornelius Gurlitt (1850–1938), deutscher Architekt und Kunsthistoriker, geboren im heutigen Thallwitzer Ortsteil Nischwitz
[Bearbeiten] Literatur
- Cornelius Gurlitt: Thallwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 244.
[Bearbeiten] Siehe auch
- Karl Ernst Wilhelm Freiherr von Canitz und Dallwitz (1787–1850), preußischer General und Staatsmann (mit Namensbezug zu Thallwitz)
[Bearbeiten] Weblinks
- Zur Geschichte des Rittergutes Röcknitz
- Thallwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
- ↑ Homepage des Vereins "Park Canitz"
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