Thallwitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thallwitz
Thallwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thallwitz hervorgehoben
51.43361111111112.680833333333110Koordinaten: 51° 26′ N, 12° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Leipzig
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 53 km²
Einwohner: 3625 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04808
Vorwahlen: 03425, 034263 (Röcknitz)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: L, BNA, GHA, GRM, MTL, WUR
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 380
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfplatz 5
04808 Thallwitz
Webpräsenz: www.gemeinde-thallwitz.de
Bürgermeister: Kurt Schwuchow (CDU)
Lage der Gemeinde Thallwitz im Landkreis Leipzig
Sachsen-Anhalt Thüringen Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen Leipzig Bennewitz Böhlen (Sachsen) Borna Borsdorf Brandis Colditz Frohburg Grimma Groitzsch Großpösna Kitzscher Kohren-Sahlis Lossatal Machern Markkleeberg Markranstädt Neukieritzsch Neukieritzsch Thallwitz Trebsen/Mulde Bad Lausick Otterwisch Geithain Narsdorf Belgershain Naunhof Parthenstein Elstertrebnitz Pegau Pegau Regis-Breitingen Espenhain Wurzen Zwenkau RöthaKarte
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Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a FWV-TN e. V.
d FWV-Böhlitz

Thallwitz ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Norden des Landkreises Leipzig in Sachsen. Der Gemeindesitz befindet sich in Thallwitz.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zwischen Wurzen (8 km) und Eilenburg (ca. 6 km), inmitten der Auenlandschaft der Mulde und den östlich gelegenen Hohburger Bergen im Tauchaer Endmoränenhügelland am Rand der Leipziger Tieflandsbucht.

Nördlich des Gemeindegebietes verläuft die B 87, südlich die B 6.

Die Bahnstrecke Eilenburg–Wurzen verläuft durch Thallwitz; der Personenverkehr wurde jedoch bereits 1978 eingestellt. Nächstgelegener Personenbahnhof ist nun Eilenburg Ost an der Bahnstrecke Halle–Cottbus, etwa vier Kilometer nördlich von Thallwitz gelegen. Werktags erschließen mehrere Buslinien der Personenverkehrsgesellschaft Muldental alle zu Thallwitz gehörenden Ortschaften und bieten Verbindungen in die Städte Eilenburg und Wurzen. Es gilt der Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes.

Westlich der Gemeinde fließt die Mulde, in welche im Gemeindegebiet die Lossa mündet.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zur Verbandsgemeinde gehören neben Thallwitz noch die Ortsteile:

  • Lossa
  • Nischwitz
  • Kollau
  • Wasewitz
  • Canitz
  • Röcknitz mit Treben und Zwochau
  • Böhlitz
  • Zwochau

Geschichte[Bearbeiten]

Thallwitz[Bearbeiten]

Am 31. Juli 1253 wurde Thallwitz zum ersten Mal in einer Urkunde des Markgrafen von Meißen, Heinrich dem Erlauchten, als Talvitz erwähnt. Möglicherweise ist Thallwitz aber älter und entstand als slawische Ansiedlung bereits viel früher. Spätestens 1266 ist Henricus de Scof Herr auf Thallwitz und nennt sich fortan Henricus de Talwiz.[3] Im 16. Jahrhundert erbauten die Herren von Canitz das Thallwitzer Schloss im damals üblichen Renaissancestil und benannten sich entsprechend der 1575 erwähnten Schreibweise von Canitz und Dallwitz. 1791 findet man erstmals die heutige Schreibweise.

Ab 1554 gehörte der Ort zum Amt Wurzen, ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Grimma. Zur Landgemeinde Thallwitz gehörte das ehemalige Gut Dennstädt. Nach der DDR-Kreisreform 1952 kam das ca. 1000 Einwohner zählende Thallwitz zum Kreis Wurzen im Bezirk Leipzig. Eingemeindet wurden 1957 Kollau, 1973 Canitz und Lossa sowie 1993 Nischwitz. Von 1994 bis 2008 war Thallwitz Teil des Muldentalkreises. Am 1. April 1996 vereinigte sich Thallwitz mit der Gemeinde Röcknitz-Böhlitz.[4]

Böhlitz[Bearbeiten]

Bereits am 6. Juni 1222 wurde das Dorf Böhlitz als Herrengut urkundlich zum ersten Mal erwähnt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gelände der Kommunalen Wasserwerke Leipzig in Canitz
Fußgängerbrücke über die Mulde bei Canitz
  • Schloss und Park Thallwitz
Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert erbaut und wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den Fürsten von Reuß jüngere Linie zu einem Jagdschloss umgestaltet. Das Schloss war ab 1943 eine Klinik für plastische Chirurgie. 1994 wurde die Klinik aus Kostengründen geschlossen. Eine Büste vor dem Schloss erinnert an den Gründer Wolfgang Rosenthal. Seit 2008 befindet sich das Schloss wieder im Besitz des Hauses Reuß.
  • Schloss und Park Nischwitz
Das Schloss stammt aus dem ersten Hälfte der 18. Jahrhunderts und wurde wenig später im Stil des Spätbarock umgebaut. Der Park wurde wie das Schloss ursprünglich im Rokokostil angelegt und Mitte des 19. Jahrhunderts in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet.
  • Sägemühle Thallwitz
Die Mühle wird im Jahr 1790 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist voll funktionsfähig und wird über ein oberschlächtiges Wasserrad angetrieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Wolfgang Rosenthal (1882–1971)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die mit Thallwitz in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Christian Siegmund von Holtzendorff (1630–1683), kursächsischer Kammerherr und Amtshauptmann des Amtes Eilenburg, starb hier
  • Christian Benjamin Schmidt (1783–1838), Theologe, Pädagoge und erster Vorsteher der Königlichen Gewerbschule Chemnitz, geboren in Thallwitz
  • Richard von Könneritz (1828–1910), Politiker, Diplomat und Rittergutsbesitzer auf Lossa, Präsident der I. Kammer des Sächsischen Landtags
  • Wolfgang Rosenthal (1882–1971), Kieferchirurg, eröffnete 1943 eine Fachklinik im Schloss Thallwitz zur Behandlung von Spaltpatienten und leitete diese bis 1962
  • Cornelius Gurlitt (1850–1938), Architekt und Kunsthistoriker, geboren im heutigen Thallwitzer Ortsteil Nischwitz

Literatur[Bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Thallwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 244.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thallwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14729380
  3. Digitales Historisches Ortsverzeichnis von Sachsen
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. Homepage des Vereins "Park Canitz"