Scharten

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Scharten (Begriffsklärung) aufgeführt.
Scharten
Wappen von Scharten
Scharten (Österreich)
Scharten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Eferding
Kfz-Kennzeichen: EF
Fläche: 17,45 km²
Koordinaten: 48° 15′ N, 14° 2′ O48.25277777777814.036111111111397Koordinaten: 48° 15′ 10″ N, 14° 2′ 10″ O
Höhe: 397 m ü. A.
Einwohner: 2.203 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 126 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4612
Vorwahl: 07272
Gemeindekennziffer: 4 05 11
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Scharten 60
4612 Scharten
Website: www.scharten.at
Politik
Bürgermeister: Johann Meyr (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
12 ÖVP, 6 SPÖ, 4 FPÖ, 3 Grüne
Lage der Gemeinde Scharten im Bezirk Eferding
Alkoven Aschach an der Donau Eferding Fraham Haibach ob der Donau Hartkirchen Hinzenbach Prambachkirchen Pupping St. Marienkirchen an der Polsenz Scharten Stroheim OberösterreichLage der Gemeinde Scharten im Bezirk Eferding (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Blick auf Scharten mit Wallfahrtskirche Maria Scharten
Hochaltar der Wallfahrtskirche Maria Scharten (Ausschnitt)
Evangelische Toleranzkirche in Unterscharten, im Hintergrund die katholische Kirche Maria Scharten
Schartner Quelle im Ortsteil Leppersdorf

Scharten ist eine Gemeinde mit 2203 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in Oberösterreich im Bezirk Eferding im Hausruckviertel. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Eferding.

Geografie[Bearbeiten]

Die Ortschaft Scharten liegt auf 397 m Höhe. Der höchste Punkt ist der auf 448 m Seehöhe gelegene „Roithner Kogl“. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7 km, von West nach Ost 5,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 23,9 km². 10,9 % der Fläche sind bewaldet, 75,3 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Aigen (74)
  • Breitenaich (290)
  • Finklham (370)
  • Herrnholz (149)
  • Kronberg (105)
  • Leppersdorf (336)
  • Oberndorf (43)
  • Rexham (180)
  • Roitham (185)
  • Roithen (87)
  • Scharten (332)
  • Vitta (26)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Finklham und Scharten.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört Scharten zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte die Gemeinde zum "Gau Oberdonau". Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.

Wappen[Bearbeiten]

Die offizielle Beschreibung des Gemeindewappens lautet: In Gold über einem roten Dreiberg eine grüne Balkenwaage mit Aufhängehaken und gleichstehenden Schalen. Die Gemeindefarben sind Gold-Grün-Rot.
Die alte Balkenwaage kennzeichnet "die Scharten" als ein durch Lage und Klima besonders begünstigtes Schwerpunktgebiet des Obstbaues; in zweiter Deutung soll sie als Hinweis auf das ausgewogene, gute Zusammenleben der römisch-katholischen und der evangelischen Glaubensgemeinschaft in der Gemeinde verstanden werden. Der Dreiberg in der roten "Kirschenfarbe" betont die Lage des Ortes und dessen hügelige Umgebung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Scharten
  • Wallfahrtskirche Maria Scharten:

Der Kirchenbau wurde 1506 von den Schaunbergern begonnen und nach einer Bauunterbrechung während der Reformationszeit im Jahr 1632 fertiggestellt. Ziel der Wallfahrt ist eine gekrönte Marienstatue („Unsere Liebe Frau von der Scharten“), die das gekrönte Jesuskind trägt. Die Wallfahrtskirche befindet sich in Oberscharten.

  • Evangelische Toleranzkirche:

Aufgrund des Toleranzpatents von 1781 wurde im Jahr 1782 ein hölzernes Bethaus erbaut. Dieses war das erste und älteste Toleranzbethaus in Oberösterreich. Diesem ersten Holzbau folgte 1819 ein gemauertes Bethaus. Der Turm wurde 1900 errichtet. 1911 war der Umbau zur Toleranzkirche abgeschlossen. Die Kirche befindet sich in Unterscharten.

Die beiden Gemeinden Scharten und St. Marienkirchen an der Polsenz bilden gemeinsam den 'Naturpark Obst-Hügel-Land'. Es bezeichnet eine sanfte Hügellandschaft im oberösterreichischen Voralpengebiet, deren Reiz in der hohen Dichte der vielen Obstbaumbestände liegt. Vor allem für Kirsch-, Marillen- und Apfelbäume ist Scharten bekannt. Zur Zeit der Kirschblüte und Apfelbaumblüte ist der Naturpark ein beliebtes Ausflugsgebiet.

Politik[Bearbeiten]

  • Amtierender Bürgermeister ist Johann Meyr (ÖVP). Vizebürgermeisterin ist Renate Stogmeyer (ebenfalls ÖVP).
  • Gemeinderat: Im Gemeinderat hält die ÖVP die relative Mehrheit. Weiters sind SPÖ, FPÖ und seit 2009 auch die Grünen vertreten.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1780 Einwohner, 2001 2436 Einwohner und im Jahr 2006 dann 2322 Einwohner. Im Jahr 2012 zählt die Gemeinde nur noch 2187 Bürger.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Schartner Bombe:

Vor Beginn des Weltkrieg stieß man in der erstmals im Jahre 1374 als „Leupolczstorf“ urkundlich erwähnten Ortschaft Leppersdorf auf eine Quelle, deren Wasser mit etwa 21 Grad Celsius in einem Brunnen gefasst und für ein Badehaus verwendet wurde. In den 1950er-Jahren produzierte die aus Wels stammende Unternehmersfamilie Bartenstein mit dem Wasser ein Getränk, das sie Schartner Bombe nannten.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kirschblütenradrennen, findet jährlich Mitte April statt
  • Kirschblütenwanderung, findet jährlich Mitte bzw. Ende April statt
  • Mostkost, findet jährlich um den 1. Mai statt

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ernst Bornemann (1915-1995), Anthropologe, Psychoanalytiker, Autor und Sexualforscher; lebte 25 Jahre in Scharten
  • Gerhard Ortner (*1933), Bankmanager; in Scharten geboren und aufgewachsen
  • Franz Weiß (*1952), Maler und Kunsterzieher ; lebt in Scharten
  • Jürgen Höckner (*1966), Abgeordneter zum oberösterreichischen Landtag

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scharten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien