Schluchseewerk

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Schluchseewerk AG
Schluchseewerk Logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1928
Sitz Laufenburg (Baden), Deutschland
Umsatz 87 Mio. Euro (2011)[1]
Branche Kraftwerksbetrieb
Website www.schluchseewerk.de

Die Schluchseewerk AG ist der Betreiber von fünf Pumpspeicheranlagen im südlichen Schwarzwald in Baden-Württemberg. Die Hauptverwaltung ist in Laufenburg (Baden).

Anteilseigner der Schluchseewerk AG sind RWE (50 %), EnBW (37,5 %), Energiedienst AG (7,5 %) und die Energiedienst Holding (5 %)[2] (letztere sind Töchter der EnBW).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Schluchseewerk AG wurde 1928 gegründet. Ihr Hauptsitz befand sich in Freiburg. Im Jahr 1931 ging das Kraftwerk Häusern ans Netz. Während sich die Arbeiten am Kraftwerk Witznau infolge der Weltwirtschaftskrise bis ins Jahre 1943 verzögerten, mussten die Arbeiten am Kraftwerk Waldshut wegen des Zweiten Weltkriegs 1944 komplett eingestellt werden. Es konnte erst 1951 (sechs Jahre nach Kriegsende) fertiggestellt werden. Im Jahr 1967 ging das Kavernenkraftwerk Säckingen, das durch das Eggbergbecken gespeist wird, ans Netz. Zeitgleich erfolgte die Inbetriebnahme der Lastverteilung/Schaltanlage Kühmoos, als Steuerungszentrale aller von der Schluchseewerk AG betriebenen Pumpspeicherkraftwerke. Im Jahr 1976 gingen außerdem das Kavernenkraftwerk Wehr mit dem Wehra- und dem Hornbergbecken ans Netz. Infolge von Sanierungsmaßnahmen wurde der Schluchsee 1983 abgesenkt, was zahlreiche Schaulustige anlockte. Außerdem betreibt die Schluchseewerk AG das Laufwasserkraftwerk Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG. Dieses Rheinkraftwerk wurde durch ein Wehrkraftwerk im Dezember 2009 erweitert, welches 650 Millionen Kilowattstunden Strom liefert. Die Hauptverwaltung wurde Ende 2006 nach Laufenburg (Baden) verlegt.[3]

Anlagen[Bearbeiten]

Schluchseegruppe[Bearbeiten]

Übersicht Schluchseegruppe

Die sogenannte Schluchseegruppe wird aus drei Pumpspeicherkraftwerken gebildet, die hintereinander kaskadiert sind und so zusammen den größten Wasserkraft-Komplex in Deutschland bilden. Die mittlere Fallhöhe der Gesamtanlage beträgt 610 m, die kumulierte Stollenlänge 24,853 km und die jährlich erzeugte Strommenge 520 Mio. kWh.

Im Turbinenbetrieb strömt Wasser aufgrund des topographischen Gefälles durch Druckstollen aus dem namensgebenden Schluchsee nacheinander zu den drei stromerzeugenden Kraftwerken und gelangt schließlich bei Albbruck in den Rhein. Umgekehrt wird im Pumpbetrieb unter Aufwendung elektrischer Energie Wasser aus dem Rhein in den 619 m höher gelegenen Schluchsee gepumpt. Die Druckstollen haben Durchmesser von mehr als vier Metern. Sie verfügen jeweils über ein Wasserschloss. Das Wasserschloss der Unterstufe ist mehr als 160 m hoch.

Die folgende Tabelle listet die drei Pumpspeicherkraftwerke mit ihren zugehörigen Speicherbecken und einigen technischen Daten auf:

Kraftwerk Leistung im Turbinen-/Pumpbetrieb mittlere Fallhöhe Oberbecken (Stauziel) Unterbecken (Stauziel) Bauzeit
Häusern („Oberstufe“) 100 MW / 100 MW 200 m Schluchsee (930 müNN) Schwarzabecken (723 m ü. NN), Albbecken (736,5 m ü. NN) 1929–1931, 19??–1941
Witznau („Mittelstufe“) 220 MW / 128 MW 250 m Schwarzabecken (723 m ü. NN), Mettmabecken (717,5 m ü. NN) Witznaubecken (474,5 m ü. NN) 1939–1943
Waldshut („Unterstufe“) 150 MW / 80 MW 160 m Witznaubecken (474,5 m ü. NN) Rheinstauraum des Rheinkraftwerks Albbruck-Dogern zusammen mit dem Aubecken (beide 311 m ü. NN) 1942–1951

Hotzenwaldgruppe[Bearbeiten]

Die beiden voneinander unabhängigen, im Hotzenwald gelegenen Pumpspeicherkraftwerke bilden die sog. Hotzenwaldgruppe. Beide sind in Kavernenbauweise ausgeführt, und das Bad Säckinger Kraftwerk war das erste deutsche Pumpspeicherkraftwerk in Kavernenbauweise.[4]

Die folgende Tabelle listet die beiden bestehenden Pumpspeicherkraftwerke mit ihren zugehörigen Speicherbecken und einigen technischen Daten auf sowie die derzeit geplante dritte Anlage:

Kraftwerk Leistung im Turbinen-/Pumpbetrieb mittlere Fallhöhe Oberbecken (Stauziel) Unterbecken (Stauziel) Bauzeit
Bad Säckingen 360 MW / 300 MW 400 m Eggbergbecken (700 m ü. NN) Rheinstauraum Rheinkraftwerk Säckingen (289 m ü. NN), Rheinstauraum Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt (281 m ü. NN) 1961–1967
Wehr 910 MW / 980 MW 625 m Hornbergbecken (1048 m ü. NN) Wehrabecken (419 m ü. NN) 1968–1976
Atdorf 1.400 MW / ??? MW ca. 600 m Hornbergbecken II (1017,7 m ü. NN) Haselbecken (400 m ü. NN) 2016–2021Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren (in Planung)

Das Wehrabecken, aufgestaut durch die Wehratalsperre, besitzt zusätzlich ein Kleinwasserkraftwerk mit Durchströmturbine und einer Leistung von 1,135 MW.

Pumpspeicherkraftwerk Atdorf[Bearbeiten]

Übersicht Pumpspeicherkraftwerk Atdorf

Ende September 2008 veröffentlichte das Schluchseewerk Pläne für ein neues Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von 1400 Megawatt im Hotzenwald, das in den Jahren 2016 bis 2021Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren realisiert werden soll. Im Juni 2012 wurden hierfür die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren eingereicht.[5] Die Umsetzung des Projekts wird, unter Erwartung günstigerer Rahmenbedingungen, bis zum Bauentscheid Mitte 2014[veraltet] verzögert. [6]

Bei Atdorf, etwa 500 m südlich des bisherigen Hornbergbeckens („Hornbergbecken I“), soll das Hornbergbecken II als Oberbecken der neuen Anlage gebaut werden. Als Unterbecken soll das Haselbecken zwischen dem Wehrer Ortsteil Brennet und dem Bergsee gelegene Haselbachtal entstechen

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Schluchseewerk AG bewirtschaftet zudem 14 Speicherbecken, davon vier Rheinstauräume.

Seit 2004 hat die Schluchseewerk AG die Betriebsführung des Kraftwerk Albbruck-Dogern übernommen. Dort entstand bis 2009 ein zusätzliches Wehrkraftwerk mit einer Leistung von 24 MW.

Zum Schluchseewerk gehört auch das Umspannwerk Kühmoos.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schluchseewerk AG:Geschäftsbericht 2011(abgerufen am 14. September 2012).
  2. Schluchseewerk AG: Die Aktionäre unserer Gesellschaft
  3. http://www.schluchseewerk.de/de/unternehmen/geschichte.html
  4. Schluchseewerk AG: Kraftwerk Säckingen
  5. Jens Klein Die Prüfung möge beginnen, Badische Zeitung, 29. Juni 2012, abgerufen am 9. Juli 2012.
  6. Schluchseewerk: Pumpspeicherwerk Atdorf steht auf der Kippe, Badische Zeitung, 28. März 2012, Zugriff am 2. Juli 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schluchseewerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.557378.04542Koordinaten: 47° 33′ 27″ N, 8° 2′ 44″ O