Schredder (Maschine)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Buschhacker

Ein Schredder (englisch shredder) ist ein mechanisches Gerät zum Zerkleinern von unterschiedlichsten Materialien.

Dem Prinzip des Schredders liegt in den meisten Fällen ein durch verhältnismäßig starke Elektro- oder Verbrennungsmotoren angetriebenes Mahlwerk zugrunde. Dieses besteht zumeist aus einem durch versetzt angebrachte Walzen aufgebauten Getriebe. Wird ein Objekt in den Schredder gegeben, wird dieses durch Zerreiben, Zermahlen, Zerreißen, Zertrümmern oder Zerschneiden in kleine Bestandteile aufgelöst. Im Fall von Biomasse, insbesondere Holz, entsteht als Ergebnis das so genannte Schreddergut.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gebrauch

[Bearbeiten] Zerkleinerung von groben Abfällen

Funktionsskizze eines Zerdirators mit unten und oben liegendem Rost

Insbesondere in der Schrottverwertung werden Abfälle geschreddert. Beispielhaft hierfür stehen Autoverwertungsbetriebe. Zuerst werden Altautos ausgeschlachtet, Betriebsstoffe werden abgelassen. Die Rohkarosse wird dann gepresst und anschließend durch eine Hammermühle in kleine, etwa faustgroße Teile zerteilt. Dies ermöglicht dem Entsorger eine möglichst sortenreine Sortierung der Reststoffe zum anschließenden Recycling. Dabei muss zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Formen von Schreddern unterschieden werden. Während Zerdiratoren und klassische Schredder das eingegebene Metall nach dem Hammer-und-Amboss-Prinzip zertrümmern, wird bei einem Kondirator ein schneller Schlag gegen das Metall gegeben. Ursprünglich dienten die Kondiratoren zur Zerkleinerung von großen Metallteilen, die nicht in einem Zerdirator oder klassischen Schredder zerkleinert werden konnten. Durch einen neuen Trend, den Power-Zerdiratoren mit Antriebsaggregaten > 3500 PS, können nun aber auch große Baustähle in Zerdiratoren zerkleinert werden. In der Darstellung rechts bedeuten die Zahlen Folgendes: 1) Gutzuführung, 2) Abluft, 3) Raum der mechanischen Beanspruchung (rot eingefärbt) und 4) Austrag

[Bearbeiten] Schredder im Müllrecycling

Siehe: Autorecycling

[Bearbeiten] Zerkleinerung von Gartenabfällen

Bewohner des Nordschwarzwalds beim Häckseln

Holzabfälle, Heckenschnitt und andere sperrige Gartenabfälle werden häufig geschreddert. Die Endprodukte können als Rindenmulch, Schutz für Blumen und als Dünger oder Strukturmaterial für den Kompost verwendet werden. Häcksler gibt es in verschiedenen Ausführungen und Leistungsstufen, je nach Art und Menge des anfallenden Schnittgutes. Für den professionellen Einsatz gibt es den Buschhacker. Für den Kleingarteneinsatz gibt es folgende Arten:

  • Das Messerschneidwerk ist die älteste Technologie. Es ist schnell (Voraussetzung: genügend Motorleistung), laut, anfällig für Verstopfungen und billig.
  • Das Walzenschneidwerk setzt sich zunehmend gegenüber dem Messerschneidwerk durch. Es zieht die Abfälle selbständig ein und es ist langsamer, kraftvoller, resistent für Verstopfungen, leise (Leisehäcksler), robust und etwas teurer.
  • Das Wendelschneidwerk ist zwar auch im Einzelhandel vertreten, führt aber ein Nischendasein. Es ist genauso langsam, kraftvoll und leise wie das Walzenschneidwerk, verfügt über einen außergewöhnlich guten Selbsteinzug, ist anfällig für Beschädigungen und sehr teuer.

[Bearbeiten] Aktenvernichtung

Schredder zur Aktenvernichtung kommen meist im Büroumfeld zum Einsatz, im Speziellen in Bereichen, die mit sensiblen Daten auf Papierbasis zu tun haben. Ein Schredder zur Aktenvernichtung arbeitet regelmäßig nach folgenden Schemata: Entweder wird das eingeführte Papier längs zur Einlegerichtung in feine Streifen geschnitten, oder die eingeführten Dokumente werden längs und quer geschnitten (Cross-Cut), wobei je nach Abstand der Messer sehr kleine Fragmente entstehen können, die praktisch nicht mehr zusammenzusetzen sind. Im Umfeld professioneller Aktenvernichter kommen jedoch auch große Schredderanlagen zum Einsatz, in die gefüllte Aktenordner gegeben werden können, die dann durch ein starkes, mechanisches Mahlwerk vernichtet werden. Dieses Vorgehen hat allerdings den Nachteil, dass das zerkleinerte Papier mit Metall und Plastik verunreinigt ist und somit schwieriger zu recyceln ist.

RoscheiderhofStrohschneider.ogg
Strohschneider bei einer Vorführung im Freilichtmuseum Roscheider Hof durch die Gruppe Irreler Bauerntradition

[Bearbeiten] Häcksler in der traditionellen Landwirtschaft

In der traditionellen Landwirtschaft wurden viele Geräte zum Zerkleinern von Feldfrüchten verwendet. Rüben wurden zerkleinert und als Viehfutter verwendet. Zerkleinertes Stroh wurde den Rüben beigemischt, um diese für das Vieh besser verträglich zu machen. Daneben wurde zerkleinertes Stroh auch als Einstreu benutzt. Das Video zeigt die Arbeitsweise und den Einsatz eines Strohschneiders.

[Bearbeiten] Schredder in der industriellen Massentierhaltung

In der industriellen Legehennenproduktion werden Schredder im Produktionsprozess eingesetzt. Die gemäß ihrem Geschlecht ausgesonderte Hahnenküken fallen vom Fließband in einen Trichter, um von darunter liegenden schnell rotierenden Messern getötet zu werden, per Gesetz ist bei diesem Verfahren eine Leistung des Schredders vorgeschrieben, die eine „sofortige“ Tötung garantiert[1]. Die entsprechenden Maschinen werden als "Homogenisator" bezeichnet. Der entstehende Brei wird zu Tierfutter verarbeitet.

In Tierkörper-Beseitigungsanlagen werden auch größere Tierkadaver geschreddert, etwa um diese leichter zu verbrennen (Deponierung) oder auch weiterzuverarbeiten zu können, beispielsweise zu Futtermittel (Tiermehl). Diese Praxis hat die Ausbreitung der Rinderseuche BSE in den 1990er Jahren massiv gefördert.

[Bearbeiten] Kritik

Lebend-Schredder sind aus ethischen Gründen stark umstritten. Befürworter argumentieren mit der hohen Effizienz und Zuverlässigkeit dieser Methode sowie mit Kostenvorteilen, die an den Verbraucher weitergegeben werden können. Zudem ist strittig, ob andere übliche Verfahren der Massentötungen durch z. B. Vergasen (z. B. mit Kohlenmonoxid) oder Elektroschock nicht eher noch qualvoller für die Tiere sind, da sie länger dauern können und weitaus unzuverlässiger sind.

[Bearbeiten] Küchenabfluss

Siehe Küchenabfallzerkleinerer

[Bearbeiten] Datenvernichtung

Schreddern ist auch eine in der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) inzwischen gängige Bezeichnung für die Datenvernichtung. Hierzu werden spezielle Computerprogramme – sogenannte Eraser – eingesetzt, die nach definierten Vorgaben Dateien von Datenträgern unwiederbringlich löschen. Dies kann durch das mehrfache Überschreiben einer Datei erfolgen.

Daneben werden auch mechanische Schredder eingesetzt um ausgemusterte beschriebene Datenträger (CD-ROM, DVD, Magnetbänder, Disketten, Festplatten, etc.) mitsamt Inhalt zu vernichten und danach sortenrein zu recyclen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. TierSchlV - Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung

[Bearbeiten] Weblinks

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen