Sebastian Nerz

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Sebastian Nerz, 2011

Sebastian Matthias Nerz (* 13. Juli 1983 in Reutlingen) ist ein deutscher Politiker und war von Mai 2011 bis April 2012 Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland. Im Februar 2014 ist er aus der Piratenpartei ausgetreten.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Sebastian Nerz erlangte 2002 das Abitur an der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen. Nachdem er den Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz abgeleistet hatte, begann er im Anschluss 2003 ein Studium der Bioinformatik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, das er im Jahr 2010 abschloss.[3] Am 15. Oktober 2011 heiratete er seine langjährige Lebenspartnerin.[4]

Politik[Bearbeiten]

Nerz war von 2001 bis 2004 aktives Mitglied der CDU im Ortsverband Tübingen[5] und kandidierte zuletzt an 33. Stelle der Parteiliste erfolglos bei den Tübinger Gemeinderatswahlen 2004.[6] 2009 trat er aus der CDU aus.

Nachdem er im Bundestagswahljahr 2009 in die Piratenpartei eingetreten war, fungierte er dort ab November des gleichen Jahres als Beisitzer im neu gegründeten Bezirksverband Tübingen sowie als Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Landespolitik im Landesverband Baden-Württemberg, von April 2010 bis Mai 2011 dann als dessen Vorsitzender. Im Mai 2011 wurde er auf dem Bundesparteitag zum Bundesvorsitzenden gewählt.[7] Auf dem Bundesparteitag im April 2012 unterlag er bei der erneuten Wahl zum Bundesvorsitzenden seinem bisherigen Stellvertreter Bernd Schlömer. Nerz wurde zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt.

Nerz wurde auf Listenplatz 1 der Landesliste der Piratenpartei Baden-Württemberg zur Bundestagswahl 2013 gewählt. Außerdem trat er im Wahlkreis Tübingen als Direktkandidat an.[8]

Im Februar 2014 ist er aus der Piratenpartei ausgetreten.[1][2]

Positionen[Bearbeiten]

In einem Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen widersprach er unter Berufung auf Die Grenzen des Wachstums und Meinhard Miegel der Vorstellung unendlichen Wirtschaftswachstums und forderte das Ende der „Nachhaltigkeitslüge“.[9]

Im Dezember 2012 war Nerz federführend bei der Gründung des sogenannten „Frankfurter Kollegiums“ innerhalb der PIRATEN. Das Kollegium sieht sich als Interessengemeinschaft, deren inhaltliche Positionen jedoch noch nicht öffentlich sind. Das Kollegium hatte einen schweren Stand innerhalb der „Anti-Parteien-Partei“ (Frankfurter Rundschau), da sie gegen Netzwerke innerhalb von Parteien eintritt, weil diese ihrem basisdemokratischen Verständnis widersprechen.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sebastian Nerz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Sebastian Nerz verlässt die Piratenpartei, Schwäbisches Tagblatt, 25. Februar 2014
  2. a b Austrittswelle in der Piratenpartei
  3. Persönliche Kurz-Vita
  4. Renate Angstmann-Koch: Partei-Chef schwimmt mit Piraten auf Popularitätswelle. In: Schwäbisches Tagblatt. 20. Oktober 2011, abgerufen am 5. Februar 2012.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSebastian Nerz. In: Pelzig hält sich. ZDF, 4. Oktober 2011, abgerufen am 4. Dezember 2011.
  6. Wahlergebnis Gemeinderat 2004, Universitätsstadt Tübingen
  7. Sebastian Nerz ist neuer Vorsitzender der Piratenpartei Deutschland, Mitteilung auf piratenpartei.deVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  8. Piraten wählen Sebastian Nerz auf Listenplatz 1 für die Bundestagswahl, Mitteilung auf piratenpartei-bw.de
  9. Sebastian Nerz: Schluss mit der Nachhaltigkeitslüge! In: FAZ.net. 19. März 2012, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSteffen Hebestreit: Piratenpartei: Piraten gründen neuen Flügel. In: fr-online.de. 20. Dezember 2012, abgerufen am 18. Dezember 2014.