Schwäbisches Tagblatt

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Schwäbisches Tagblatt
Schwäbisches Tagblatt Logo.svg
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Schwäbisches Tagblatt GmbH
Erstausgabe 1945
Erscheinungsweise täglich / samstags
Verkaufte Auflage
(IVW 4/2013, Mo–Sa)
41.394 Exemplare
Chefredakteur Eckhard Ströbel, Dr. Gernot Stegert[1]
Geschäftsführer Alexander Frate[1]
Weblink www.tagblatt.de

Das Schwäbische Tagblatt (umgangssprachlich in seinem Verbreitungsgebiet oft verkürzt als das Tagblatt bezeichnet) ist eine im gleichnamigen Verlag erscheinende Tübinger Tageszeitung, die seit 1945 erscheint. Es ist das auflagenstärkste lokale bzw. regionale Presseorgan im baden-württembergischen Landkreis Tübingen und wird im Wesentlichen über Abonnements vertrieben. Die verkaufte Auflage liegt bei 41.394 Exemplaren.[2]

Die Redaktionen in Tübingen sowie in den Außenstellen Rottenburg am Neckar (Rottenburger Post), Mössingen (Steinlach-Bote) und Reutlingen gestalten nur den Lokal- und Regionalteil der Zeitung (Region Neckar-Alb). Der überregionale Mantelteil wird von der in Ulm ansässigen Südwest Presse zugeliefert, die mit knapp 50 Prozent am Verlag beteiligt ist. Das Tagblatt ist nach der originären Südwest Presse (erscheinend in Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis) deren auflage-bezogen zweitgrößte Regionalausgabe unter insgesamt etwa 30 an die Südwest Presse angeschlossenen lokal erscheinenden Zeitungen vor allem in Baden-Württemberg, zu einem kleineren Anteil auch in Bayern.

Der Verlag gibt außerdem das wöchentlich erscheinende kostenlose Anzeigenblatt Tagblatt-Anzeiger heraus.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Ausrichtung des Tagblatts galt in seinem Regionalteil zumindest während der 35 Jahre andauernden Chefredaktions-Ära von Christoph Müller (1969 bis 2004) als tendenziell linksliberal bis links geprägt; für eine schwäbische Zeitung mit regional und Bundesland-bezogen mehrheitlich konservativ geprägtem Umfeld (auch Presseumfeld) ungewöhnlich. So wurde/wird das Tagblatt umgangssprachlich mit assoziativem Bezug auf den durch Tübingen fließenden Neckar und die bekannteste sowjetische Tageszeitung – von Anhängern ironisch provokant, von Gegnern abwertend gemeint – gelegentlich als „Neckar-Prawda“ bezeichnet.[3] Demgegenüber kann der von der Südwest Presse übernommene überregionale Mantelteil eher einer bürgerlich-liberalkonservativen Richtung zugeordnet werden.

Weltweite Aufmerksamkeit erfuhr das Schwäbische Tagblatt 2002: Ein Redakteur des Blattes hatte mit angehört, wie die damalige deutsche Bundesjustizministerin und Tübinger Wahlkreisabgeordnete Herta Däubler-Gmelin (SPD) in einer örtlichen Gewerkschaftsveranstaltung angeblich die Außenpolitik von US-Präsident George W. Bush mit der Adolf Hitlers verglich. Genauer Inhalt und Zusammenhang der Äußerung sind nach wie vor umstritten, der Vorfall führte jedoch letztlich zum Rücktritt Däubler-Gmelins von ihrem Ministeramt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Impressum Schwäbisches Tagblatt, abgerufen am 5. März 2012.
  2. laut IVW, viertes Quartal 2013, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. vgl. auch Philipp Maußhardt: Der Geist, der aus der Provinz kam (Die Tageszeitung vom 23. August 2004: Kommentar zur kulturgeschichtlichen Entwicklung des Schwäbischen Tagblatts) mit Antwort des vormaligen Tagblatt-Chefredakteurs Christoph Müller