Siah Armajani

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Siah Armajani (* 10. Juli 1939 in Teheran, Iran; lebt in Minneapolis und St. Paul, Minnesota, USA) ist ein iranisch-stämmiger, US-amerikanischer zeitgenössischer Bildhauer, Filmkünstler und Architekt. Er bezeichnet sich selbst als "public artist", als einen Künstler, der für den öffentlichen Raum arbeitet.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Siah Armajani kam im Jahr 1960 in die USA und wurde US-amerikanischer Staatsbürger. Er studierte Philosophie, Anthropologie und Mathematik.

Armajanis künstlerischer Anspruch von „Kunst im öffentlichen Raum“ basiert auf den lokalen Bedingungen und Möglichkeiten und den kommunikativen Funktionen, die das Kunstwerk an einem bestimmten Ort erfüllen kann und soll. Er setzt sich mit seinen Arbeiten immer den Problemen der Gestaltung von Umwelt auseinander, und entwickelt seine Kunst aus einer speziellen Analyse der formalen und soziokulturellen Bedingungen, die er vor Ort und in der der jeweiligen Situation antrifft.

Auf Einladung von Jean-Christophe Ammann schuf Armajani 1987 die Installation „Sacco und Vanzetti Leseraum“ für seine ersten Einzelausstellung in Europa in der Kunsthalle Basel. Die Ausstellung wanderte anschließend zum Stedelijk Museum Amsterdam und zum Portikus nach Frankfurt am Main weiter. 1990 erwarb Ammann die Installation für das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main.

Im Jahr 1972 war er Teilnehmer an der von Harald Szeemann organisierten Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Individuelle Mythologien: Film. Er war auch auf der Documenta 7 (1982) und der Documenta 8 und bei Skulptur.Projekte in Münster im Jahr 1987 als Künstler vertreten.

Siah Armanjani gestaltete die Olympische Fackel für die Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta, Georgia, USA. Er gestaltete zahlreiche Projekte wie den Turm und die Brücke von New York Staten Island, Round Gazebo in Nizza in Frankreich, und die Irene Hixon Whitney-Brücke in Minneapolis, Minnesota, USA.

Er ist auch bekannt für sein Projekt, Häuser ganz aus Fäkalien zu bauen, um damit zu belegen, dass viele Häuser „sowieso beschissen“ seien. („Most houses are shitty anyway, why not take it a step further“ S.A.).

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Ausstellungskatalog: documenta 5. Befragung der Realität – Bildwelten heute; Katalog (als Aktenordner) Band 1: (Material); Band 2: (Exponatliste); Kassel 1972
  • documenta Archiv (Hrsg.); Wiedervorlage d5 – Eine Befragung des Archivs zur documenta 1972; Kassel/Ostfildern 2001, ISBN 3-7757-1121-X
  • Katalog: documenta 7 Kassel ; Bd. 1: (Visuelle Biographien der Künstler); Bd. 2: (Aktuelle Arbeiten der Künstler); Kassel 1982 ISBN 3-920453-02-6
  • documenta 8 Katalog: Band 1: Aufsätze; Band 2: Katalog; Band 3: Künstlerbuch; Kassel 1987 ISBN 3-925272-13-5
  • Siah Armajani - Bridge Book, Walker Art Center and the Minnesota Center for Book Arts, Minneapolis, 1991
  • Siah Armajani – Kunst und Öffentlichkeit: Die Sozialisation des Individuums. In: Markus Stegmann: Architektonische Skulptur im 20. Jahrhundert. Historische Aspekte und Werkstrukturen, Tübingen 1995, Seite 135-142.

Weblinks[Bearbeiten]