Slawjanka (Primorje)

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Siedlung städtischen Typs
Slawjanka
Славянка
Föderationskreis Ferner Osten
Region Primorje
Rajon Chassan
Oberhaupt Andrei Jurtschenko
Gegründet 1861
Frühere Namen Post Slawjanski (bis 1889)
Siedlung städtischen Typs seit 1943
Bevölkerung 14.036 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums m
Zeitzone UTC+10
Telefonvorwahl (+7) 42331
Postleitzahl 692700–692701
Kfz-Kennzeichen 25, 125
OKATO 05 248 551
Website mo-slavyanskoe.narod.ru
Geographische Lage
Koordinaten 42° 52′ N, 131° 23′ O42.866666666667131.383333333334Koordinaten: 42° 52′ 0″ N, 131° 23′ 0″ O
Slawjanka (Primorje) (Russland)
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Lage in Russland
Slawjanka (Primorje) (Region Primorje)
Red pog.svg
Lage in der Region Primorje
Liste großer Siedlungen in Russland

Slawjanka (russisch Славя́нка) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Region Primorje (Russland) mit 14.036 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Die Siedlung liegt im Fernen Osten Russlands an der gleichnamigen Bucht, einem Naturhafen an der Westküste der Bucht Peter des Großen des Japanischen Meeres, etwa 50 Kilometer (Luftlinie) südwestlich der Regionshauptstadt Wladiwostok. Auf dem Landweg um die Amurbucht, wie der westliche Teil der Bucht Peter des Großen genannt wird, beträgt die Entfernung nach Wladiwostok etwa 200 Kilometer.

Südlich der Siedlung ragt ein schmales Vorgebirge etwa 10 Kilometer weit ins Meer, das die Bucht Slawjanka von der Baklan-Bucht trennt und sich bis 177 m über den Meeresspiegel erhebt. An der Spitze liegt das Kap Brjussa (Bruce) mit dem 1911 errichteten Leuchtturm Bjusse (Busse).

Slawjanka ist Verwaltungszentrum des Rajons Chassan.

Geschichte[Bearbeiten]

Slawjanka um 1900

Der Ort hat seinen Ursprung in einem Militärposten, der kurz nach Anschluss des Primorje-Gebietes an das Russische Reich gemäß dem Vertrag von Aigun von 1858 im Jahre 1861 gegründet wurde. Vom russischen Namen der Meeresbucht Slawjanka („Slawin“) wurde seine Bezeichnung Post Slawjanski („Slawjanka-Posten“) abgeleitet.

Mehrere Jahrzehnte war der Ort ausschließlich Militärstandort, bis sich auch Zivilisten ansiedelten und er 1889 den heutigen Namen erhielt. Zu Beginn der 1890er Jahre wurde eine Telegraphenstation errichtet.

Am 4. Januar 1926 wurde Slawjanka Verwaltungszentrum des neu gegründeten Rajons Possjet, das allerdings 1928 in das wie Possjet weiter südwestlich gelegene Dorf Nowokijewskoje (heute Siedlung Kraskino) verlegt wurde. Am 29. April 1943 erhielt Slawjanka den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Im Oktober 1971 wurde Slawjanka als mittlerweile größter Ort des Gebietes erneut Rajonverwaltungszentrum.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Slawjanka
Leuchtturm Bjusse (1911)
Jahr Einwohner
1897 906
1959 3.514
1970 6.437
1979 11.475
1989 17.325
2002 15.045
2010 14.036

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Slawjanka gibt es einen Seehafen, eine Schiffswerft und einen Fischereihafen mit Fischverarbeitungsfabrik.

Einige Kilometer westlich der Siedlung führt die Bahnstrecke Baranowski–Chassan vorbei, die zwischen Ussurijsk und Wladiwostok von der Transsibirischen Eisenbahn abzweigt und zur nordkoreanischen Grenze bei Chassan führt. An der Strecke liegt Slawjankas Personenbahnhof Bamburowo. Von Bamburowo führt eine 13 Kilometer lange Güteranschlussstrecke direkt nach Slawjanka zur Station Bljucher, benannt nach dem Marschall der Sowjetunion Wassili Blücher (russisch Bljucher).

Auch die Fernstraße A189, ebenfalls zur nordkoreanischen Grenze, umgeht den Ort westlich. Auf ihr verkehren unter anderem Busse nach Wladiwostok.

Zwischen Wladiwostok und Slawjanka verkehren ganzjährig Fähren, die die Strecke in knapp 2 h 40 min bewältigen, im Sommer ergänzt durch ein schnelleres Tragflügelboot des Typs „Kometa“.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Webseite des Betreibers der Fähre Wladiwostok–Slawjanka (russisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Slawjanka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien