Smoothie

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Tropical Smoothie

Smoothies (engl.: smooth = „fein, gleichmäßig, cremig“) ist eine aus dem US-amerikanischen stammende Bezeichnung für so genannte Ganzfruchtgetränke. Sie werden auch als Fertigprodukte verkauft. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fruchtsäften wird bei Smoothies die ganze Frucht bis auf Schale und Kerne verarbeitet. Basis der Smoothies ist somit das Fruchtmark oder Fruchtpüree, das je nach Rezept mit Säften gemischt wird, um eine cremige und sämige Konsistenz zu erhalten.[1] Smoothies gibt es in vielen verschiedenen Variationen. Viele Smoothies bestehen nur aus Frucht, also aus Fruchtfleisch und Direktsäften. Die Banane bildet dabei häufig eine Grundzutat. Bei den sogenannten „grünen Smoothies“ werden neben Obst auch Blattgemüse oder Garten- oder Wildkräuter verwendet. Es gibt zudem Smoothies mit Joghurt, Milch, Eiscreme oder auch Nahrungsmittelergänzungen (so genannte Booster) wie Proteinen, Mineralstoffen oder Vitaminen, die besonders in den USA beliebt sind.

Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Das Wort Smoothie erschien erstmals 1904 in einem US-amerikanischen Wörterbuch, jedoch mit einer völlig anderen Bedeutung. Damals wurde so eine Person bezeichnet, die entweder sehr redegewandt war oder besonders gute Manieren hatte. Einige Zeit später wurde der Begriff von Herstellern als Name für ganz unterschiedliche Produkte verschiedener Branchen verwendet. 1969 wurde der Name Cream Smoothie für die Softdrinks eines Herstellers gesetzlich geschützt. Als Bezeichnung für ein Fruchtsaftgetränk wurde Smoothie erstmals Mitte der 1970er Jahre verwendet, und zwar als California Smoothie von der Firma California Smoothie Company of Paramus. Als Name für ein Ganzfruchtgetränk wurde der Begriff erst in den 1980er Jahren popularisiert.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich kommen Smoothies aus den USA. Die Anfänge der Smoothies gehen auf die Saftbars zurück, die es dort seit den 1920er Jahren gab. Die erste Saftbar-Kette wurde 1929 von Julius Freed unter dem Namen Orange Julius gegründet; sie bestand aus etwa 100 Bars in den Vereinigten Staaten. Zuvor eröffnete Freed 1926 eine Saftbar in Los Angeles und erfand ein Orangensaft-Mixgetränk, das neben frisch gepresstem Saft, Wasser, Eiklar, Vanille­extrakt, Zucker und Eis enthielt und eine cremige Konsistenz hatte. In den 1960er Jahren wurde frisch gepresster Fruchtsaft zu einem Trendgetränk bei Anhängern gesundheitsbewusster Ernährung, vor allem bei Vegetariern. Damals nahmen so genannte Health-Food-Restaurants Smoothies aus Fruchtsaft, Fruchtpüree und Eis in ihr Angebot auf. Vorreiter fanden sich besonders in Kalifornien.[3]

Stephen Kuhnau gilt als ein Pionier der Smoothie-Vermarktung. 1973 eröffnete Kuhnau einen Health-Food-Shop in New Orleans und begann, Energy-Drinks und Nahrungsergänzungsmittel zu verkaufen. Kuhnau litt nach eigener Aussage an Lebensmittelallergien und Diabetes mellitus. Er begann, frische Früchte und verschiedene Lebensmittelzusatzstoffe zu mischen, um seine Symptome zu lindern. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich angeblich dadurch. 1987 gründete er zusammen mit seiner Frau Cindy das Franchising-Unternehmen Smoothie King. 1990 folgte die Jamba Juice Company in Kalifornien.[3] „Obwohl Kuhnau Smoothie King gegründet hat […], hat er den Smoothie nicht erfunden, eine Bezeichnung für ein alkoholfreies Fruchtsaft-Mischgetränk. Es wurde in der Gegenkultur der Health-Food-Stores in Südkalifornien in den 1950er Jahren geboren […]“.[4]

Kuhnau selbst bestätigt das: „Ich habe das Wort Smoothie nicht erfunden. Das erste Mal habe ich das Wort Ende der 1960er Jahre gehört in Zusammenhang mit Früchten und Getränken auf Basis von Fruchtsaft, die von ‚Hippies‘ hergestellt wurden.“ Er selbst bezeichnete seine Fruchtmixgetränke zunächst gar nicht als Smoothies, sondern als „Energydrinks“.[2]

Anfangs fand man Smoothies nur in Saftbars, wo sie frisch zubereitet wurden. Mittlerweile gibt es sie in vielen Ländern auch als Fertigprodukt in Gastronomie und Handel. Der Trend wurde ebenfalls in Europa aufgegriffen. Eine Gruppe von ehemaligen Studienkollegen gründete 1999 in London die Firma innocent, die sich auf natürliche Smoothies ohne Verwendung von Konzentraten, Konservierungsstoffen oder anderen Lebensmittelzusatzstoffen (zum Teil auf Säften basierend) spezialisierte. Anfänglich verkauften die Freunde 20 Flaschen am Tag, heute sind es über 285.000 Flaschen täglich, die auch in Irland, Frankreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Schweden, Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft werden. Damit sieht sich das Unternehmen europaweit als Marktführer.[5]

Lebensmittelrechtlicher Aspekt[Bearbeiten]

Weder in Deutschland noch in den USA gibt es eine lebensmittelrechtliche Definition, welche Getränke als Smoothie bezeichnet werden dürfen und welche nicht. Grundsätzlich dürfen alle Zutaten verwendet werden, die lebensmittelrechtlich zulässig sind. Der Verbraucher darf jedoch nicht getäuscht werden. Früchte, die auf dem Etikett eines Smoothies (auf der Vorderseite) in Wort oder Bild erscheinen, müssen einen „überwiegenden“ Teil des Produktes ausmachen.[6][7]

Gesundheitsrisiken[Bearbeiten]

Wissenschaftler und Zahnärzte warnen vor negativen Folgen insbesondere durch den hohen Zucker- und Säuregehalt, der bei regelmäßigem Konsum vor allem die Zähne schädigt.[8] Zur Herstellung eines Smoothies mit Wildkräutern ist zudem darauf zu achten, dass nur solche Pflanzen und Pflanzenteile verwendet werden, die als genießbar und ungiftig eingestuft werden.[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Smoothies – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Smoothies - Was ist das überhaupt? In: kreativtrinken.com. 3. Mai 2014, abgerufen am 26. Juni 2014.
  2. a b Dan Titus: History of Smoothies. In: smoothiecentral.com. 2000, abgerufen am 19. Juli 2008 (engl.).
  3. a b  Andrew F. Smith: Oxford Encyclopedia of Food and Drink in America. Oxford 2004, S. 750 f..
  4.  Stephanie Riegel: Smoothies. In: New Orleans City Business. Nr. 19, New Orleans 25. März 1991 (Originalzitat: „Though Kuhnau created Smoothie King […] he didn't actually invent the Smoothie, a generic name for a non-alcoholic blended fruit drink. It was born in the couterculture health food stores of southern California in the 1950s […].).
  5. Die innocent Geschichte. In: innocentdrinks.de. lauffeuer Kommunikation GmbH, abgerufen am 19. Juli 2008 (PDF).
  6. Urteil des Oberlandesgerichts Köln von 18. Januar 2008
  7. Urteil des Landgerichts Hamburg vom 24. März 2009 (Aktenzeichen 312 0 722/08)
  8. Zucker, Säure, Smoothies. In: sueddeutsche.de. 21. Mai 2008, abgerufen am 19. Juli 2008.
  9. Essbare Wildkräuter. In: smoothie-mixer.de. 6. Juni 2014, abgerufen am 14. Juli 2014.