Spirit of St. Louis

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Dieser Artikel behandelt das Flugzeug; zum gleichnamigen Film siehe Lindbergh – Mein Flug über den Ozean.
Ryan NYP
Spirit of St. Louis
Die Spirit of St. Louis im National Air and Space Museum
Typ: Langstrecken-Experimentalflugzeug
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: Ryan Airlines
Erstflug: 28. April 1927
Stückzahl: 1

Spirit of St. Louis ist der Name des Ryan NYP-Langstreckenflugzeugs (Kennung: N-X-211) mit dem Charles Lindbergh am 20. Mai 1927 den Atlantik überquerte und den Orteig-Preis für den ersten Nonstopflug von New York nach Paris gewann.

Mit dem Namen Spirit of St. Louis drückte Lindbergh seinen Dank an die privaten Geldgeber dieses Projektes aus, die aus St. Louis stammten. In der Typbezeichnung Ryan NYP steht NYP für die Flug-Mission New York-Paris, für die die Maschine konstruiert wurde. Im behördlich zugewiesenen Luftfahrzeugkennzeichen „N-X-211“ steht das „X“ für experimental (dt. Experimentalflugzeug).

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Ryan NYP ist eine spezielle Entwicklung auf Basis des Typs Ryan M-2 von Ryan Airlines und wurde in San Diego gebaut. Es handelt sich um einen Schulterdecker aus Stahlrohr und Holz, der mit Stoff verkleidet ist. Im Gegensatz zu anderen Flugzeugen, die zum Gewinn des Orteig-Preises aufgebaut wurden, hat es nur einen Motor. Der verwendete Motor ist ein Wright J-5 mit 166 kW (223 PS), der selbstschmierende Kipphebelwellen hat und als erster Verbrennungsmotor Ventile mit Natriumkühlung ausweist.[1] Lindbergh war der Meinung, dass bei einem extrem vollbeladenen mehrmotorigen Flugzeug bei einem Motorausfall die verbleibenden Motoren die Maschine auch nicht in der Luft halten können. Das Risiko eines Motorenausfalls steige aber mit der Zahl der Motoren.

Der Haupttank ist günstig etwa im Schwerpunkt des Flugzeuges vor der Pilotenkanzel eingebaut, so dass der Pilot nur durch ein kleines Periskop nach vorne sehen kann. Diese Platzierung ist außerdem für den Piloten sicherer, da er im Falle einer Bruchlandung nicht zwischen Motor und Tank eingeklemmt werden kann. Insgesamt kann die Ryan NYP 1.705 Liter Treibstoff tanken, was mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts von 2.330 kg ausmacht. Die theoretische Reichweite der Maschine liegt bei 6.437 Kilometer (4.000 Meilen).

Alles am Flugzeug ist auf geringen Luftwiderstand und besonders auf geringes Gewicht ausgelegt. Deshalb wurde auch auf einige Instrumente wie Benzinuhr oder Funkgerät verzichtet. Lindbergh kannte den Verbrauch des Motors pro Stunde und den Inhalt der einzelnen Tanks. Deshalb benötigte er auch keine Tankanzeige, sondern er schaltete während des Fluges nach einem genauen Zeitplan zwischen den einzelnen Tanks hin und her, um das Flugzeug in der Trimmung zu halten und nicht einseitig zu belasten.

Lindbergh war am Entwurf des Flugzeugs beteiligt und überwachte auch selbst die Konstruktion.

Nonstopflug von New York nach Paris[Bearbeiten]

Startplatz für den Paris-Flug war das Roosevelt Field in New York und nach einer Flugstrecke von 5.808,50 km (3.610 Meilen) landete Lindbergh am 21. Mai nach 33 Stunden und 30 Minuten auf dem Flughafen Le Bourget in Paris. Damit gewann er den vom Hotelier Raymond Orteig ausgeschriebenen Orteig-Preis von 25.000 USD für den ersten Nonstopflug von New York nach Paris.

Nach dem erfolgreichen Transatlantik-Flug wurden in Paris mehrere gravierende Schäden an der Spirit of St. Louis entdeckt, so etwa größere Risse in der Bespannung sowie ein 20 cm langes Loch im Tank. Da die Maschine nach der Landung in Paris von einer begeisterten Menge „gestürmt“ wurde, müssen die Beschädigungen nicht im Flug entstanden sein.[2]

Verbleib[Bearbeiten]

Das Flugzeug hängt heute als eines der Exponate im Washingtoner National Air and Space Museum im Eingangsbereich an der Decke.

Technische Daten des Flugzeugs[Bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 1
Länge 8,56 m
Spannweite 14,03 m
Höhe 3,04 m
Flügelfläche 29,64 m²
Leergewicht 974 kg
Startgewicht 2.330 kg
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
Triebwerke ein 9-Zylinder-Sternmotor Wright J-5C Whirlwind, 223 PS (166 kW)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spirit of St. Louis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bryson, Sommer 1927, Seite 72ff
  2. Bryson, Sommer 1927, Seite 134ff