Stimberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stimberg
Blick vom Feuerwachturm Rennberg in Richtung Südosten vorbei am Feuerwachturm Farnberg zum Stimberg mit Sendeturm; rechts daneben das Oberteil vom Kühlturm des Kraftwerks Datteln; links am Bildrand Datteln

Blick vom Feuerwachturm Rennberg in Richtung Südosten vorbei am Feuerwachturm Farnberg zum Stimberg mit Sendeturm; rechts daneben das Oberteil vom Kühlturm des Kraftwerks Datteln; links am Bildrand Datteln

Höhe 156,9 m ü. NHN [1]
Lage bei Oer-Erkenschwick;
Kreis Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen (Deutschland)
Gebirge Haard
Koordinaten 51° 39′ 56″ N, 7° 15′ 24″ O51.6655833333337.2565277777778156.9Koordinaten: 51° 39′ 56″ N, 7° 15′ 24″ O
Stimberg (Nordrhein-Westfalen)
Stimberg
Gestein Verkieselter Sandstein (Quarzit)
Besonderheiten Standort einer Radarstation und eines Sendeturms
Verkieselter Sandstein (Quarzit)
Teufelsstein auf dem Stimberg (Quarzitblock)
Stimberg – Sendeturm

Der Stimberg bei Oer-Erkenschwick im nordrhein-westfälischen Kreis Recklinghausen ist mit 156,9 m ü. NHN[1] die höchste Erhebung der Haard, einer Hügellandschaft am Nordrand des Ruhrgebiets.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Stimberg liegt im Südteil der bewaldeten Haard und im Osten des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland. Er erhebt sich 1,8 km (jeweils Luftlinie) nördlich des Ortskerns von Oer, einem Ortsteil von Oer-Erkenschwick, zu dessen Stadtgebiet die Erhebung gehört, und etwa 6 km westnordwestlich von jenem Dattelns. Der nordnordwestliche Nachbar ist der 850 m (jeweils Luftlinie) entfernte Farnberg.

Auf dem Südwesthang des Stimbergs entspringt am Westrand des Stimbergparks der Silvertbach-Zufluss Denningsgraben und östlich unterhalb seines Ostausläufers Küsberg (133 m) der Lippe-Zufluss Mahlenburger Mühlengraben.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Der Stimberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Westfälische Bucht (Nr. 54) und in der Haupteinheit Westmünsterland (544) zur Untereinheit Haard (544.7), wobei seine Landschaft in der benachbarten Haupteinheit Emscherland (543) nach Osten und Südosten in die Untereinheit Bockumer Hügelwellen (543.12) und nach Südwesten in die Untereinheit Oer-Sinsener Flachwellen (543.13) abfällt.

Berghöhe[Bearbeiten]

Die Höhe des 156,9 m hohen Stimbergs wird teils nur mit 153 oder 154 m angegeben, was sich aber auf eine etwa 50 m nordöstlich vom Gipfel auf topographischen Karten ersichtliche Höhenangabe von 153,8 m[1] bezieht. Etwa 90 m nördlich dieser Stelle ist dort ein trigonometrischer Punkt auf 141,4 m[1] und in diesem Bereich auf einer anderen Karte ein solcher auf 151,5 m[2] Höhe verzeichnet.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Der Stimberg liegt im Landschaftsschutzgebiet Gebiet nördlich von Oer-Erkenschwick (CDDA-Nr. 320981; 1990 ausgewiesen; 6,89 km² groß). Östlich seines Gipfels liegt das Naturschutzgebiet Stimberghöhe (CDDA-Nr. 165740; 1990 ausgewiesen; 1 ha groß).[2]

Geologie[Bearbeiten]

Vor rund 80 Millionen Jahren befand sich an dieser Stelle ein flaches Meer. Das Klima war deutlich wärmer als heute. Von dem südlich gelegenen Festland (heutiges Sauerland) wurden über die Flüsse große Mengen Sand verfrachtet, die sich im Meer ablagerten. Über lange Zeiträume entstanden so bis zu 300 m mächtige Sandschichten, die sogenannten Halterner Sande (wissenschaftlicher Name: Haltern Formation).

Durch spätere Hebungen gelangte der ehemalige Meeresboden wieder an die Oberfläche. Die ehemals überlagernden Schichten und große Teile der Halterner Sande wurden durch Erosion wieder abgetragen. Der Stimberg widerstand den Verwitterungsprozessen wesentlich besser als die Umgebung. Ursache sind die verkieselten Sandsteine (Quarzite).

Die ansonsten lockeren Halterner Sande sind hier durch aus dem Grundwasser ausgefällte Kieselsäure verfestigt und bilden widerstandsfähige Festgesteine. Die unregelmäßig, knollige Struktur beruht auf ungleichmäßiger Ausfällung der Kieselsäure zwischen den Sandkörnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Da der Quarzit das einzige brauchbare Festgestein im weiten Umfeld darstellte, wurden am Stimberg (früher Steynberg = Steinberg) seit dem Mittelalter Steinbrüche betrieben. Der Stimberg-Quarzit findet sich als Werkstein in vielen alten Bauwerken der Umgebung (z. B. Stadtmauer von Recklinghausen).

Radarstation[Bearbeiten]

Etwa 60 m nordwestlich und wenige Meter unterhalb des Stimberggipfels befinden sich eine ehemalige Radarstation der Bundeswehr und ein Sendeturm. Seit 2006 gehört das Gelände der Entwicklungsgesellschaft der Stadt Oer-Erkenschwick, und die Bundesnetzagentur betreibt den Turm.

Verkehr und Wandern[Bearbeiten]

Südöstlich vorbei am Stimberg führt von Oer-Erkenschwick nach Ahsen die Landesstraße 889 (Ahsener Straße). Von einem an dieser Straße gelegenen Parkplatz und auch von solchen am Stimbergpark kann man die Erhebung auf Waldwegen und -pfaden erwandern.

Der Stimberg als örtlicher Namensgeber[Bearbeiten]

Da der Stimberg eine markante Landmarke ist, wurde vieles in Oer-Erkenschwick nach ihm benannt, zum Beispiel das Stimbergstadion, in dem die SpVgg Erkenschwick (Stimberg-Elf) spielt, die Tageszeitung Stimberg-Zeitung und die 2011 geschlossene Stimbergschule. Die Stadt selbst wird zuweilen als Stimbergstadt bezeichnet.[3] Die Stimbergstraße durchquert das Stadtgebiet vom Süden bis zum an der Südwestflanke der Erhebung liegenden Waldfriedhof und dem benachbarten Freizeitbad Stimbergpark. Stimberg ist zudem ein örtlich (gering) verbreiteter Familienname.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Peter Eisele, Halina Nitropisch (Red.); Stadt Oer-Erkenschwick (Hg.): „Ein starkes Stück in Nordrhein-Westfalen“. Chronik der Stadt Oer-Erkenschwick. Oer-Erkenschwick 1989. S. 140.