Datteln

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Datteln. Für die Frucht Dattel siehe den Artikel Dattelpalmen. Für weitere Bedeutungen siehe Dattel.


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Datteln
Datteln
Deutschlandkarte, Position der Stadt Datteln hervorgehoben
51.6538888888897.341666666666749Koordinaten: 51° 39′ N, 7° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Recklinghausen
Höhe: 49 m ü. NN
Fläche: 66,08 km²
Einwohner: 36 016 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 545 Einwohner je km²
Postleitzahl: 45711
Vorwahlen: 0 23 63
Kfz-Kennzeichen: RE
Gemeindeschlüssel: 05 5 62 008
Stadtgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Genthiner Straße 8
45711 Datteln
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Werner (parteilos, ehemals SPD)
Lage der Stadt Datteln im Kreis Recklinghausen
Kreis Recklinghausen Nordrhein-Westfalen Dortmund Bochum Herne Gelsenkirchen Essen Kreis Wesel Bottrop Kreis Unna Kreis Coesfeld Kreis Borken Gladbeck Recklinghausen Datteln Oer-Erkenschwick Castrop-Rauxel Marl Herten Waltrop Haltern am See DorstenKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Datteln liegt im nördlichen Ruhrgebiet im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Recklinghausen im Regierungsbezirk Münster.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Datteln liegt südwestlich des Wesel-Datteln-Kanals und der Lippe. Nordwestlich liegt der Naturpark Hohe Mark mit der Haard.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Datteln hat gemeinsame Grenzen mit folgenden Städten: Im Norden, zum Münsterland hin, grenzt Datteln an die Stadt Olfen, nordöstlich an Selm, im Osten an Waltrop, im Süden an Castrop-Rauxel, Recklinghausen, sowie im Westen an Oer-Erkenschwick und Haltern am See.

Gemeinsam mit Waltrop und Oer-Erkenschwick bildet Datteln inoffiziell die Region Ostvest.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Zur Stadt Datteln gehören zwei Dörfer: Nordwestlich von Datteln liegt das Dorf Ahsen, südwestlich Hagem und die Freiheit Horneburg und im Süden Meckinghoven. Es gibt auch diverse Bauernschaften, zum Beispiel Pelkum, Natrop, Bockum, Klostern, Hachhausen.

[Bearbeiten] Kuriosum

Ein Teil der Provinzialstraße gehört halbseitig zu Datteln, die andere Hälfte befindet sich auf Waltroper Stadtgebiet. Das zu Datteln gehörende Straßenstück umfasst die Häuser auf der nördlichen Seite der Straße. Am Ortseingang aus Richtung Waltrop befinden sich zwei Ortsschilder. Das in Fahrtrichtung linke weist auf Waltrop, das rechte auf Datteln.

[Bearbeiten] Geschichte

Erstmalig erwähnt wurde Datteln 1147 in einem Schreiben von Papst Eugen III.

Datteln entwickelte sich im Mittelalter zu einem der größten Kirchspiele des Vests Recklinghausen. Keimzelle der Stadt ist die Kirchengemeinde St. Amandus.

Aus Höfen, die in dieser Zeit von Grundherren als Lehen vergeben wurden, entwickelten sich im Laufe von Jahrhunderten ca. 100 selbständige Höfe. Datteln war dadurch sehr von Landwirtschaft geprägt, obgleich auch das Handwerk zu florieren begann; so wies Datteln zu dieser Zeit etwa folgende Handwerksbetriebe auf:

Schließlich ging zur Jahrhundertwende der Ausbau des Wasserstraßennetzes voran. So wurde am 11. August 1899 der Dortmund-Ems-Kanal von Kaiser Wilhelm II. freigegeben. 1914 geschah dies mit dem Datteln-Hamm-Kanal und der Anbindung an den Rhein-Herne-Kanal. 1930 wurde auch der Wesel-Datteln-Kanal Bestandteil des nun größten Kanalknotenpunktes der Welt.

Etwa im selben Zeitabschnitt stieg die Einwohnerzahl nach der Eröffnung der Zeche Emscher-Lippe im Jahre 1906 von rund 3.500 (zur Jahrhundertwende) auf etwa 20.000 (1920) an. Aus dieser Entwicklung resultierte die Gründung der kruppschen Beisenkampsiedlung.

1928 erhielt Datteln vom Preußischen Staatsministerium die Erlaubnis, ein Wappen zu führen, das bis heute das Stadtwappen darstellt.

1936 bekam Datteln aufgrund von Größe, wirtschaftlicher Bedeutung, Verkehrslage und kulturellen wie auch sozialen Einrichtungen das Recht, sich „Stadt Datteln“ nennen zu dürfen.

Nach teils verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und Sprengung aller Brücken wurde schon im Jahre 1946 ein Erholungsheim für Bergmannskinder eröffnet, das später die Vestische Kinderklinik werden sollte. 28 Jahre später, also 1974, wurde der Krankenhausschwerpunkt Dattelns mit der Neueinweihung des St. Vincenz-Krankenhauses wieder zum Stadtkern verlagert.

Mit der Ansiedlung des Unternehmens Ruhr-Zink (Zinkelektrolyse) im Jahre 1968 gewann Datteln wirtschaftlich an Stärke. Bereits 1971 folgte die Firma Rheinzink, die ein Zinkwalzwerk betreibt. Ruhr-Zink schloss im Dezember 2008 seine Zinkhütte.

Mit der Schließung der Zeche Emscher-Lippe ging 1972 Dattelns Bergbautradition vorläufig zu Ende. Sie keimte aber im Jahr 1983 wieder auf, als der Schacht An der Haard 1 in Betrieb genommen wurde. Er wurde 2001 stillgelegt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtrat

Rathaus

Zum Rat der Stadt gehören 38 Ratsfrauen und Ratsherren.

[Bearbeiten] Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[2] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 Prozent der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr SPD CDU FDP WG Grüne DSP
1975 54,5 39,9 5,6
1979 50,0 36,5 3,5 10,0
1984 53,1 33,0 11,4
1989 54,0 32,8 3,1 9,9
1994 51,7 30,9 8,9 5,8
1999 37,1 43,0 3,8 9,9 6,2
2004 44,1 34,2 5,7 7,8 8,1

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

Hermann-Grochtmann-Museum

Das Hermann-Grochtmann-Museum bietet eine umfangreiche Sammlung zur Stadtgeschichte. Es befindet sich im denkmalgeschützten Dorfschultenhof direkt neben dem Rathaus (Genthiner Straße 7).

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Gesellschaftliche Höhepunkte sind zwei alljährlich stattfindende Feste: der „Dattelner Mai“ und das „Kanalfestival“.

Jedes Jahr findet an Christi Himmelfahrt das Kinderfest der Freiwilligen Feuerwehr Datteln und am Vortag eine Ü30-Party auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache Datteln statt.

Seit 2007 steigt einmal im Jahr das Underground-Metal-Festival „Mercenaries Metal Meeting“, das zusammen mit Dattelner Jugendlichen organisiert wird.

Ein sportliches Highlight ist das große Reit- und Springturnier, das am dritten August-Wochenende auf dem Gelände des Ländlichen Reit- und Fahrvereins Datteln e. V. stattfindet.

Von 2005 bis 2006 fand im Hafen von Datteln ein großer Triathlon statt: der aus Oer-Erkenschwick abgewanderte Haardman. Aufgrund des Mangels an Sponsoren wurde diese Veranstaltung 2007 nicht fortgesetzt.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Kanal in Datteln

Datteln liegt an vier Kanälen und ist damit der größte Kanal-Knotenpunkt der Welt:

Südlich geht in den Dortmund-Ems-Kanal bei Waltrop, wenige Kilometer vor Datteln, auch der Rhein-Herne-Kanal über und trägt damit erheblich zum Verkehr des Wasserstraßenkreuzes bei.

Datteln ist im Personenverkehr nur über die Straße zu erreichen. Die Hamm-Osterfelder Bahn dient auf ihrem Dattelner Abschnitt seit 1983 nur noch dem Güterverkehr.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Bekannte Unternehmen mit Sitz in Datteln: das Kettenwerk Becker-Prünte, die Zimmerei Holzbau-Pieper, Titanzink-Hersteller Rheinzink mit einem Walzwerk, der Trockenmörtel-Hersteller und Bauchemie-Produzent Deitermann, der einzige Luftballon-Hersteller Deutschlands, die Everts Ballon GmbH, die Baugesellschaft Zabel (seit 2007 in Castrop-Rauxel ansässig) sowie die deutschlandweit agierende Druckerei Wirtz Druck, die bereits seit 116 Jahren vor Ort ist und die erste Dattelner Zeitung verlegte und druckte.

Ein größerer Arbeitgeber ist auch das Kraftwerk Datteln, das 20 Prozent des deutschen Bahnstroms erzeugt. Seit 2007 entsteht ein neues E.ON-Steinkohle-Kraftwerk mit einer Leistung von 1.100 MW. Der Kühlturm wird eine Höhe von 180 Metern erreichen. Nach Fertigstellung soll das bisherige Kraftwerk zurückgebaut werden. Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen in Datteln ansässig - zuzüglich eines großflächigen Zentrallagers.

[Bearbeiten] Technisches Hilfswerk Datteln

Der Technische Zug des THW Datteln besteht aus zwei Bergungsgruppen und der Fachgruppe Wassergefahren. Außerdem ist dort eine Örtliche Gefahrenabwehr (öGA) Hochwasserschutz stationiert worden.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] in Datteln geboren

[Bearbeiten] mit Datteln verbunden

  • Robert Schmohl (1855–1944), Architekt, baute die Siedlung Beisenkamp in Datteln
  • Eduard Lyonel Wehner (1879–1952), Architekt, baute 1928–1932 die Hochbauten von sechs Schleusenanlagen am „Wesel-Datteln-Kanal“ in Datteln und Umgebung
  • Reinhard Junge (* 1946), Autor von Kriminalromanen, schrieb 1988 Das Ekel von Datteln
  • Dennis Wolf (* 1978), Bodybuilder, lebt in Datteln

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

[Bearbeiten] Quellen

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Verzeichnisse der Kommunalwahl-Ergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004

[Bearbeiten] Weblinks

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