Bundesautobahn 52

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Bundesautobahn 52 in Deutschland
Bundesautobahn 52
Karte
Verlauf der A 52
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Niederkrüchten
(51° 12′ N, 6° 4′ O51.2005496.071013)
Straßenende: Marl
(51° 42′ N, 7° 9′ O51.7075997.15272)
Gesamtlänge: 113 km
  davon in Betrieb: 97 km
  davon in Planung: 16 km

Bundesland:

Die A52 verläuft bei Mülheim-Mintard über die Ruhrtalbrücke und verbindet die Städte Düsseldorf und Essen
Die A52 verläuft bei Mülheim-Mintard über die Ruhrtalbrücke und verbindet die Städte Düsseldorf und Essen

Die Bundesautobahn 52 (Abkürzung: BAB 52) – Kurzform: Autobahn 52 (Abkürzung: A 52) – ist eine an der niederländischen Grenze in Niederkrüchten-Elmpt (Kreis Viersen) beginnende Bundesautobahn im Westen Nordrhein-Westfalens, die bis Düsseldorf in West-Ost-Richtung verläuft, von dort bis Marl in Südwest-Nordost-Richtung. Sie endet am Kreuz Marl-Nord, und wird von dort als Landesstraße (L612) nach Haltern weitergeführt.

Verlauf[Bearbeiten]

Teilstücke[Bearbeiten]

Die Autobahn besteht aus drei Teilstücken:

Lücken und Lückenschlüsse[Bearbeiten]

Düsseldorfer Nordwesten[Bearbeiten]

Von Düsseldorf-Heerdt bis Düsseldorf-Mörsenbroich wird die Strecke durchgehend als B 7 und B 1 durch die nördliche Düsseldorfer Innenstadt geführt. Sie verläuft dabei direkt durch das Mörsenbroicher Ei.

Als Ausweichmöglichkeit kann man entweder vom Kreuz Düsseldorf-Nord bis zum Kreuz Neersen über die A 44 fahren oder aber man fährt die A 44 nur bis zum Kreuz Meerbusch und weicht dann bis zum Kreuz Kaarst über die A 57 aus.

Essener Norden[Bearbeiten]

Zwischen dem Autobahndreieck Essen-Ost und der Anschlussstelle (ehemals Kreuz) Essen-Nord an der A 42 gibt es, anders als in Düsseldorf, keinen gut ausgebauten Lückenschluss. Ab dort ist die B 224 bis Gladbeck weitgehend autobahnähnlich ausgebaut, wobei es mehrere beampelte Kreuzungen gibt, an denen es sich regelmäßig staut. Auch die Anschlussstelle Essen/Gladbeck an der A 2 ist bereits teilweise kreuzungsfrei ausgebaut.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Bundesautobahn 52 kurz vor der Mintarder Ruhrtalbrücke

Eine Besonderheit ist das Heerdter Dreieck (auch „Abzweig Rheinkniebrücke“ genannt) in Düsseldorf-Heerdt an der Grenze zu Oberkassel. An dieser Stelle gabelt sich die dreistreifige B 7 unter Aufteilung des mittleren Fahrstreifens in zwei zweistreifige Schnellstraßen. Nördlich führt die zweistreifige B 7 auf die Theodor-Heuss-Brücke. Die südliche Schnellstraße verläuft unterirdisch parallel zum Rhein auf die Rheinkniebrücke zu.

Eine weitere Besonderheit ist die Streckenführung im Bereich Gelsenkirchen-Scholven. Hier ist baulich der Abzweig der geplanten A 41 vorbereitet, wodurch die Richtungsfahrbahnen räumlich getrennt geführt werden.

Anders, als es das Streckenband darstellt, sind die Anschlussstellen Essen-Haarzopf und Essen-Rüttenscheid verschachtelt angelegt; aus Richtung Bochum kommend beispielsweise in der Reihenfolge: Abfahrt Rüttenscheid – Abfahrt Haarzopf – Auffahrt Rüttenscheid. Möglich wird dies durch die in diesem Abschnitt beidseitig parallel liegende Norbertstraße, die als Ortsfahrbahn der Autobahn fungiert.

Planungen/Bau[Bearbeiten]

Weiterführung nach Roermond[Bearbeiten]

Die Regierungen des Königreiches der Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland haben sich in einem Staatsvertrag verpflichtet, ihre Autobahnnetze weiter zu verknüpfen. Das Projekt wurde durch die EU gefördert, da dies die Transeuropäischen Netze verbessert.

Von der niederländischen A 73 bei Roermond bis zur deutsch-niederländischen Grenze wurde die Nationalstraße N 280 autobahnähnlich ausgebaut.

Am 18. Mai 2009 wurde das Teilstück zwischen der niederländischen Grenze und Elmpt freigegeben.

Ausbau bei Mönchengladbach[Bearbeiten]

Es ist ferner geplant, die A 52 zwischen dem Kreuz Mönchengladbach und dem Kreuz Neersen von zwei auf drei Fahrstreifen pro Richtungsfahrbahn zu erweitern. Dazu haben im Autobahnkreuz Neersen schon Arbeiten begonnen (siehe auch Bundesautobahn 44).

Sanierung der Ruhrtalbrücke[Bearbeiten]

Die Ruhrtalbrücke zwischen dem Kreuz Breitscheid und Essen-Kettwig war von 2001 bis 2005 saniert worden. Während der Bauarbeiten, die jeweils in den Sommermonaten stattgefunden hatten, waren beide Fahrtrichtungen nur einspurig befahrbar gewesen, verbunden mit einem Fahrverbot für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht über 16 Tonnen.[1] In der Annahme, dass die stählernen Übergangselemente "länger halten" würden, waren diese von der Sanierung ausgenommen worden.[2] Da sich diese Annahme als falsch herausstellte und die Übergänge durch Tausalz- und Wassereinwirkung korrodiert sind, hat der Landesbetrieb Straßen.NRW die Sanierung für den Zeitraum 1. Juli bis 30. September 2013 angesetzt. In diesem Zeitraum wird die A 52 zwischen dem Kreuz Breitscheid und der Anschlussstelle Essen-Kettwig in Fahrtrichtung Essen komplett gesperrt. Die Fahrspuren in Fahrtrichtung Düsseldorf bleiben offen, werden aber zeitweilig über die (gesperrten) Gegenrichtungsfahrbahnen geführt.[3]

Weiterbau in Essen und Gladbeck[Bearbeiten]

Ende des mittleren Teilstücks an der A 40 im Abzweig Essen-Ost

Seit längerem geplant wird der Ausbau der fehlenden Teilstücke zwischen A 40 (Abzweig Essen-Ost) und A 42 (Kreuz Essen-Nord) sowie von dort bis zur A 2 (Kreuz Gladbeck). Insbesondere gegen die Teilstücke durch die dicht bebauten Gebiete von Essen und Gladbeck gibt es Widerstand, der im Wesentlichen von örtlichen Bürgerinitiativen getragen wird. Dabei steht besonders die Streckenführung der A52 aus Marl bis zum geplanten AK Gladbeck in der Kritik, da man sich bis heute auf keine endgültige Bauweise einigen konnte. Am 21. Januar 2009 wurden von der Stadt Essen die Planungsunterlagen für das Teilstück zwischen dem AK Essen-Nord und Bottrop im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens ausgelegt.

2009 enthielten die aktuellen Planungen einen Fertigstellungstermin des letzten Teilstücks zwischen Essen-Ost und Essen-Nord für das Jahr 2023 [4].

Am 17. Februar 2011 meldete die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, der Ausbau der A 52 auf Essener Stadtgebiet solle mangels Kostenübernahme durch den Bund und schlechter städtebaulicher Verträglichkeit nicht mehr erfolgen.[5]

Am 25. März 2012 ergab ein Bürgerentscheid, an dem sich rund 23.000 Gladbecker beteiligten, dass die Gladbecker den als sogenannte "Tunnellösung" geplanten Ausbau der B224 auf Gladbecker Stadtgebiet nicht mit zwei Millionen Euro bezuschussen wollen.[6] Das Ergebnis des Bürgerentscheids war mit 55,9 % zu 44,1 % ausgefallen. Ursprünglich war ein oberirdischer Lückenschluss, aber zuletzt war dann eine Lösung in Form eines Tunnels geplant worden, auf dem eine grüne Allee platziert werden sollte. Der Landesbetrieb Straßen.NRW schließt aber derzeit nicht aus, dass der Abschnitt von Essen vorbei an Essen-Nord und Bottrop bis zum Kreuz Gladbeck und damit der Ausbau der Anschlussstelle Essen/Gladbeck zum Autobahnkreuz Gladbeck realisiert wird.[7]

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 24. November 2006 stürzte ein aus Berlin kommendes Kleinflugzeug vom Typ Piper PA-34 der VHM Schul- und Charterflug infolge Kraftstoffmangels auf die A 52 an der Anschlussstelle Essen-Haarzopf ab. Es wurden sieben Personen verletzt, zudem führte das Ereignis zu Schäden an Fahrzeugen und Infrastruktur. In der Folge des Zwischenfalls staute sich der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen auf bis zu 10 km Länge.

Wegen Gefährdung des Luftverkehrs wurde der Pilot zu einer Haftstrafe von 15 Monaten auf Bewährung und zu einer Geldbuße von 20.000 € verurteilt. Ebenso verlor er seine Fluglizenz. Aufgrund der festgestellten groben Fahrlässigkeit bei Übernahme des gemieteten Flugzeugs wurde der entstandene Sachschaden an der Maschine in Höhe von rund 150.000 € nicht durch die Kaskoversicherung des Flugzeugs erstattet.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bundesautobahn 52 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bürgerinitiativen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A52: Ruhrtalbrücke bleibt doch einspurig. In: RP Online am 29. Juli 2005, abgerufen am 30. Mai 2013.
  2. A52 Richtung Essen im Sommer drei Monate dicht. In: Der Westen online am 31. Januar 2013, abgerufen am 30. Mai 2013.
  3. 'A52: Neue Fahrbahnübergänge für die Mintarder Brücke. Straßen.NRW online am 31. Januar 2013, abgerufen am 30. Mai 2013.
  4. Das 572-Millionen-Projekt. In: Der Westen online am 8. April 2009, abgerufen am 6. Mai 2013
  5. Das Großprojekt A 52 steht vor dem Aus. In: Der Westen online am 17. Februar 2011, abgerufen am 18. Februar 2011.
  6. Bürgervotum: Klares Nein zur A 52 (WAZ, 26. März 2012)
  7. Neues Kreuz für A2 bei Gladbeck ist noch nicht vom Tisch (WAZ, 27. März 2012)
  8. dpa/heg: Pilot muss für Bruchlandung auf Autobahn zahlen. In: DIE WELT online. Axel Springer AG, 14. Januar 2010, abgerufen am 13. Oktober 2013.