Tarija

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Dieser Artikel behandelt die bolivianische Stadt Tarija. Für das gleichnamige Departamento siehe Departamento Tarija.
Tarija
Plaza in Tarija
Plaza in Tarija
Basisdaten
Vollständiger Name San Bernardo de Tarija
Einwohner (Stand) 179.528 Einw. (Volkszählung 2012)
Rang Rang 7
Höhe 1873 m
Postleitzahl 06-0101-0100-1001
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 21° 32′ S, 64° 44′ W-21.533888888889-64.7344444444441873Koordinaten: 21° 32′ S, 64° 44′ W
San Bernardo de Tarija (Bolivien)
San Bernardo de Tarija
San Bernardo de Tarija
Politik
Departamento Tarija
Provinz Provinz Cercado
Bürgermeister Oscar Montes Barzón
Homepage von Tarija
Klima
Klimadiagramm Tarija
Klimadiagramm Tarija

Tarija (San Bernardo de Tarija) ist die südlichste Großstadt im südamerikanischen Anden-Staat Bolivien. Die Stadt wurde am 4. Juli 1574 von Luis de Fuentes y Vargas mit dem Namen "Villa de San Bernardo de la Frontera de Tarixa" gegründet.

Lage im Nahraum[Bearbeiten]

Tarija ist zentraler Ort des Landkreises (bolivianisch: Municipio) Tarija und Hauptstadt des Departamento Tarija, das an Argentinien und im Osten an Paraguay grenzt. Die Stadt liegt am linken, östlichen Ufer des Río Nuevo Guadalquivir, der 36 Kilometer unterhalb der Stadt nach der Vereinigung mit dem Río Camacho den Namen Río Tarija trägt.

Geographie[Bearbeiten]

Tarija liegt günstig zwischen den verschiedenen Klimazonen des Landes, am Rande der Anden in einer Höhe von rund 1900 m, so dass meist mildes und angenehmes Wetter herrscht (siehe Klimadiagramm Tarija). In der Regenzeit zwischen Dezember und Februar (Sommermonate) kommt es häufig zu wolkenbruchartigen Gewittern. Der Rest des Jahres ist ausgesprochen niederschlagsarm.

Durch die jahrhundertelange Rodung ist die Landschaft erodiert und die Stadt von einer kahlen Bergkette umrahmt. Früher einmal war das Gebiet um Tarija die Getreidekammer Boliviens. Heute besteht der besondere Reichtum der Region im Erdgas.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahl der Stadt ist in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten auf ein Mehrfaches angestiegen:

Jahr Einwohner Quelle
1976 38 500 Volkszählung[1]
1992 90.113 Volkszählung[2]
2001 135 783 Volkszählung[3]
2012 179 528 Volkszählung[4]

Die Einwohner von Tarija bezeichnen sich selbst als Chapacos oder Tarijeños und sind überwiegend Weiße und Mestizen. Sie sind als Nachfahren andalusischer Kolonisatoren und der Quechua sprechenden Tomatas relativ hellhäutige Mestizen, die alle Spanisch sprechen und überwiegend katholisch sind. Im Unterschied zu den anderen Regionen Boliviens bilden die wenigen tausend Chiriguanos, Tobas und Angehörige anderer indigener Völker nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung.

Wirtschaft und Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt ist von Verwaltung und Handel geprägt, relativ ruhig und sauber. Im Umland wird hauptsächlich Landwirtschaft betrieben, wobei hier insbesondere Zuckerrohr, Obst und Weinbau zu nennen sind. Die Wein- und Singani-Produktion gewann in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung. Mit modernen Produktionsanlagen und stetig verbesserter Qualität steht die Branche vor der Erschließung internationaler Märkte. Die Wurzeln des Weinbaus in Tarija führen zurück bis in das 16. Jahrhundert, als spanische Missionare die ersten Reben pflanzten.

Obwohl es wenig Industrie gibt, ist Tarija doch eine der modernsten Städte Boliviens, mit vielen aufgeschlossenen Einwohnern, die sich am europäischen Lebensstil orientieren. Neue Technologien, wie das Internet, werden mit Begeisterung aufgenommen. Der Stellenwert von Bildung steigt, immer mehr junge Menschen machen einen Abschluss an einer der Universitäten.

Tourismus[Bearbeiten]

Casa Dorada in Tarija

Für Touristen hat Tarija einiges zu bieten. Die Kirche San Francisco wurde im Jahr 1606 gegründet und ist damit eine der ältesten im Departamento. Eine Bibliothek mit mehr als 15.000 Bänden von hohem historischen Wert und eine kolonialzeitliche Pinakothek sind der Kirche angeschlossen. In der Metropolitankathedrale, die 1810 von den Jesuiten erbaut wurde, befindet sich heute eine öffentliche Schule und das Kathedralmuseum mit einer Sammlung von Ölgemälden, Silbergeräten und mit Einlegearbeiten aus Stein verzierte goldene Kelche. Die Kirche San Roque ist das Zentrum für Festlichkeiten. Die erhöhte Lage der 1632 gegründeten Kirche San Juan erlaubt einen Rundblick über die gesamte Stadt. Hier wurde nach der Schlacht von La Tablada am 15. April 1817 die Kapitulation der Spanier verkündet. Die Casa Dorada dient als Haus der Kultur und besitzt eine Fassade, an deren oberen Teil Statuetten zu sehen sind. Im Inneren existierte ein Atrium mit Statuetten von triumphierenden Frauen.

Im Museum für Paläontologie, Archäologie und Geschichte sind Exponate aus prähistorischer Zeit ausgestellt, darunter Funde von Dinosaurierarten. Etwa 500 der vorhandenen Stücke können Säugetieren zugeordnet werden, stammen aus dem Quartär (Geologie) und wurden in der Höhle von Tarija gefunden. 200 Versteinerungen von wirbellosen Tieren stammen aus dem Paläozän. Etwa 5000 Stein- und Keramikstücke, wie Speere, Pfeilspitzen, Krüge, Töpfe und Schmuckstücke, befinden sich in der archäologischen Abteilung.

In der Nähe der Stadt liegt die Sternwarte der Akademie der Wissenschaften. Abends ist es der Bevölkerung zur Planeten-, Mond- und Sternenbeobachtung zugänglich. Bei Himmelsphänomenen, wie dem Vorbeiflug eines Kometen, kommen Wissenschaftler aus der ganzen Welt hierher, um mit Hilfe der modernen Teleskope eine Beobachtung vorzunehmen.

Der kulturelle Reichtum der Region zeigt sich in den farbenfrohen Festen, den besonderen Instrumenten und Tänzen (z. B. Chacarera). Kulinarisch sind die vielfältigen Maisgerichte (choclos) und Erdnusssuppe (sopa de mani) zu nennen.

Verkehrsnetz[Bearbeiten]

Durch Tarija verläuft ein Zweig des interamerikanischen Schnellstraßen-Systems Panamericana, das Alaska im Norden mit Feuerland im Süden des Kontinents verbindet. Dieser Zweig ist die bolivianische Fernstraße Ruta 1, die von Desaguadero an der peruanischen Grenze im Norden über die Metropolen El Alto/La Paz, Oruro, Potosí und Tarija bis Bermejo an der argentinischen Grenze im Süden führt.

Über die Fernstraße Ruta 11 ist Tarija auch mit dem bolivianischen Tiefland verbunden, wo sie auf die Ruta 9 trifft, die das gesamte Tiefland von Yacuíba im Süden über die Metropole Santa Cruz bis nach Guayaramerín an der brasilianischen Grenze im Norden durchschneidet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Brinkhoff: City Population
  2. Instituto Nacional de Estadística Bolivia (INE) 1992
  3. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2001
  4. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tarija – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien